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Krise beim Telefonhersteller: Gigaset meldet Insolvenz an

Der deutsche Telekommunikationskonzern Gigaset ist zahlungsunfähig. Am Dienstag hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet.
/ Andreas Donath
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Gigaset-Schnurlostelefone (Bild: Gigaset)
Gigaset-Schnurlostelefone Bild: Gigaset

Der Telefonhersteller Gigaset ist insolvent. Als Grund für die Insolvenz(öffnet im neuen Fenster) nannte das Unternehmen einem Bericht von RP-Online(öffnet im neuen Fenster) zufolge einen unerwarteten und deutlichen Umsatzrückgang in der zweiten Jahreshälfte.

Laut Gigaset konnten die Verhandlungen mit Geld- und Kreditgebern den benötigten Zufluss an Finanzmitteln nicht sicherstellen, um den Geschäftsbetrieb außerhalb eines Insolvenzverfahrens fortzuführen. Die Nachfrage nach den Produkten von Gigaset ließ demnach weiter nach, so dass dem Unternehmen schlichtweg das Geld ausging.

Der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandsvorsitzende Magnus Ekerot machte die frühere Unternehmensführung für die prekäre Situation verantwortlich. Gigaset sei es in den letzten Jahren nicht gelungen, den Rückgang im Kerngeschäft der Schnurlostelefone auszugleichen, so Ekerot. Diese einseitige Geschäftsausrichtung habe wesentlich zur Insolvenz beigetragen.

Operativer Betrieb läuft weiter

Die operative Tochtergesellschaft Gigaset Communications GmbH soll trotz Insolvenz in Eigenverwaltung saniert werden. Neben Telefonen stellt Gigaset auch Rauchmelder und Alarmanlagen her. Die Produktion läuft vorerst weiter.

Das 2008 von Siemens ausgegliederte Unternehmen war bereits seit Längerem in finanziellen Schwierigkeiten. Bereits vor zwei Wochen musste Gigaset seine Geschäftsprognosen deutlich nach unten korrigieren. Für 2022 wurde sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr angekündigt.

Zukunft ungewiss

Wie es für Gigaset nun weitergeht, ist unklar. Der Konzern war einst einer der größten Telefonhersteller Deutschlands, hatte jedoch seit Langem mit schrumpfenden Umsätzen bei Schnurlostelefonen zu kämpfen.

Eine entscheidende Rolle bei der Sanierung könnte der chinesische Investor Sutong Pan spielen, der über seine Holding Goldin Financial Holdings seit 2014 die Mehrheit an Gigaset hält.


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