Kriminalität und IT: Kommissar Fitnesstracker ermittelt

Weil Fitnesstracker und Smartwatches ständig Daten aufzeichnen, haben sie schon Kriminalfälle gelöst. Zwei Beispiele.

Artikel von Elke Wittich und veröffentlicht am
Noch ganz analog bei der Mordermittlung: Columbo. Dessen Lieblingsphrase war "Eine Sache noch ..." Nach einem Fitnesstracker hat er aber nie gefragt.
Noch ganz analog bei der Mordermittlung: Columbo. Dessen Lieblingsphrase war "Eine Sache noch ..." Nach einem Fitnesstracker hat er aber nie gefragt. (Bild: Pixabay)

Bewegung registrieren, sportliche Leistung auswerten, Körperfunktionen checken, Schlaf messen, Stürze erkennen - mit diesen Features von Smartwatches und Fitnesstrackern wird oft geworben. Womit nicht geworben wird: dass Fitnesstracker den Tod des Trägers feststellen können.

Inhalt:
  1. Kriminalität und IT: Kommissar Fitnesstracker ermittelt
  2. Was der Ehemann sagt - und der Fitnesstracker enthüllt
  3. Fall 2: Der Mordfall Nikki Van der Heyden

Das ist auch gut so, wenn man bedenkt, dass manche Modelle Schritte eher schätzen als zählen. Es wäre reichlich makaber, wenn die Uhr fälschlicherweise anzeigte, dass man tot ist. Oder in Zweifelsfällen Nutzer fragt: "Sind Sie tot?", mit Buttons für "Ja" oder "Nein".

Doch selbst wenn die Geräte keine Todeszeitpunkte registrieren und melden: Weil sie so viele und immer genauere Daten über ihre Träger sammeln, helfen sie dabei, Todesfälle aufzuklären - und zwar indirekt. Denn wer tot ist, hat normalerweise keinen Puls mehr, macht keine Schritte, oft fällt die Temperatur und ein Sportprogramm wird auch nicht mehr ausgelöst.

Wenn so ein Muster von Messdaten entsteht und die Uhr nicht abgelegt wurde, lässt sich - auch ohne dass die Uhr den richtigen Schluss zieht und das auf dem Display anzeigt - auswerten, ab wann nicht mehr gezuckt wurde. In Zukunft werden sicher einige Fälle von Kommissar Fitnesstracker gelöst - oder zumindest entscheidende Hinweise geliefert. Hier zwei Fälle, in denen das bereits passiert ist.

Fall Eins: Der Tod von Connie Dabate

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Der 23. Dezember 2015 hatte für die in Connecticut lebende Familie Dabate ganz normal begonnen: Die beiden Kinder fuhren morgens mit dem Schulbus zur Schule, anschließend brach Mutter Connie zu einem Fitnesskurs im örtlichen YMCA auf. Sie trug ihr Fitbit-Band, was für den weiteren Verlauf der Ereignisse noch wichtig wird. Nachdem alle das Haus verlassen hatten, fuhr Vater Richard zur Arbeit.

Unterwegs fiel dem Vater auf, dass er sein Notebook vergessen hatte. Er sei ungefähr um neun Uhr wieder umgekehrt und beim Betreten des Hauses habe er ungewöhnliche Geräusche aus dem oberen Stockwerk gehört, sagte er später der Polizei.

Der Tathergang laut Richard Dabate

In diesem Moment kam Connie Dabate von ihrem Fitnesskurs nach Hause. Nichtsahnend parkte sie ihr Auto in der Garage und öffnete dort eine Tür, die direkt in die Küche des Hauses führte. Er habe sie durch laute Rufe zu warnen versucht, erklärte der Ehemann später, aber nach einem kurzen Handgemenge habe ein 1,90 Meter großer, kräftiger und maskierter Eindringling sie erschossen.

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Es wurde zweimal auf die Frau geschossen, ein Schuss traf sie in den Kopf und tötete sie. Die Waffe gehörte Richard Dabate, der Täter habe sie wohl in der oberen Etage gefunden, sagte der Ehemann. Unmittelbar nach den Schüssen habe der Einbrecher auch ihn überwältigt, ihn mit einem Arm an einen Stuhl gefesselt und begonnen, ihm mit einer Lötlampe Verbrennungen zuzufügen. Er habe sich jedoch wehren können und der Täter sei geflüchtet.

Zunächst deutete alles auf einen tragisch verlaufenen Raubzug in einem Haus hin, dessen Bewohner zum Einbruchszeitpunkt nicht anwesend waren. Die Ermittler wurden jedoch rasch misstrauisch. Spuren des angeblichen Einbrechers fanden sie nicht.

Es gab keinerlei Hinweise darauf, wie er in das Haus eingedrungen sein könnte, und die Geräusche im oberen Stockwerk, von denen Richard Dabate sprach, stammten offensichtlich nicht daher, dass nach Beute gesucht wurde. Überdies fehlten keine Wertgegenstände, die der Täter bei seiner Flucht mitgenommen haben könnte.

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Was der Ehemann sagt - und der Fitnesstracker enthüllt 
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ptepic 17. Mär 2022

Natürlich kann sowas während der Fahrt einfallen. Im Halbschlaf gefrühstückt und fertig...

TheUnichi 15. Mär 2022

Ich weiß nicht, vielleicht liest du ja einfach den Artikel und das Fazit noch mal so wie...

Tantalus 15. Mär 2022

Mieses Gedächtnis? https://www.golem.de/news/shotspotter-polizei-soll-erkennungs-ki-fuer...



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