Kriminalität: Streamer decken Twitch-Geldwäsche-Ring auf

Allein in der Türkei sollen 9,8 Millionen US-Dollar über Twitch gewaschen worden sein.

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Das Logo von Twitch
Das Logo von Twitch (Bild: Twitch)

Eine Gruppe türkischer Livestreamer soll einen Geldwäsche-Ring auf Twitch aufgedeckt haben. Wie die Nachrichtenagentur Middle East Eye berichtet, stammen die Erkenntnisse aus dem Twitch-Leak. Dabei wurden nach einem Hack umfangreiche interne Daten und Quellcode von der Amazon-Tochter Twitch veröffentlicht. Es ist nicht der erste große Hack bei dem Livestreaming-Dienst.

Die Gruppe hatte sich die geleakten Twitch-Daten genauer angeschaut. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass etliche Streamer, mit nur wenigen Followern im mittleren zweistelligen Bereich bis zu 1.800 US-Dollar am Tag verdienten. Die Zahlungen sollen von Kriminellen stammen, die mittels Twitchs Micropaymentsystem Cheering Geld gewaschen haben sollen.

Demnach handelten die Kriminellen Verträge mit den Streamern aus und kauften anschließend mit gestohlenen Kreditkartendaten über Cheering die Digitalwährung Bits. Danach ließen sie den Streamern größere Beträge in Bits zukommen. Die Streamer überwiesen 80 Prozent des erhaltenen Geldes auf verschiedene Bankkonten, die den Kriminellen gehörten. Die verbleibenden 20 Prozent behielten sie.

9,8 Millionen US-Dollar gewaschen - allein in der Türkei

Laut Berechnungen der türkischen Nachrichtenseite Haberler.com sollen auf diese Weise allein in den letzten zwei Jahren 9,8 Millionen US-Dollar von 2.400 türkischen Streamern gewaschen worden sein. Der Twitch-Streamer Grimnax, der zu der Gruppe gehört, die den Vorfall aufdeckten, veröffentlichte vergangenen Woche einen Chatverlauf mit einem Betrüger, der ihm entsprechende Zahlungen zur Geldwäsche angeboten hatte. Auch hier sollte der Streamer 20 Prozent der gezahlten Beträge behalten dürfen.

Twitch erklärte der Nachrichtenagentur, man sei gegen 150 Streamer in der Türkei wegen Missbrauch des Monetarisierungstools vorgegangen. "Wir möchten unserer Community versichern, dass wir nicht zögern werden, entschiedene Maßnahmen gegen Accounts zu ergreifen, die sich verbotener Verhaltensweisen schuldig gemacht haben."

Das Gebaren sei vielen Streamern schon seit Jahren bekannt, betonte Grimnax. Allerdings hätte man es bisher weder Twitch noch dessen Eigentümer Amazon oder der Öffentlichkeit beweisen können. "Ich möchte, dass die Menschen erkennen, wie groß dieser Betrug ist, nicht nur in der Türkei, sondern auch weltweit", erklärte er.

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trinkhorn 07. Nov 2021

Ah, also geht es quasi nur ums umtauschen des Kreditkarten-geldes in Bits und von da aus...

jonasz 07. Nov 2021

Wird nicht als Spende angesehen, sondern als Schenkung und eine Schenkung wird in den...

CraWler 05. Nov 2021

Oder man machts wie die großen Konzerne und kauft für Betrag X irgendwelche Software...

Sharra 05. Nov 2021

Betrug etc. wird doch jetzt in Scheuer gerechnet. 1 Scheuer sind 500 Mio Euro.



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