Messenger: Drogenhändler mit Käse-Foto überführt

Ein Drogenhändler setzte auf den verschlüsselten Messenger Encrochat - doch die Polizei konnte ihn anhand eines Käse-Fotos identifizieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit diesem Foto wurde der 39-Jährige überführt.
Mit diesem Foto wurde der 39-Jährige überführt. (Bild: Merseyside Police)

Durch ein selbstgeschossenes Foto von einem Käse konnte ein britischer Drogenhändler überführt werden. Der 39-Jährige hatte den Messenger Encrochat genutzt, dessen Infrastruktur im vergangenen Jahr von Polizeibehörden aus Frankreich und den Niederlanden in Kooperation mit Europol und Eurojust gehackt wurde.

Laut der britischen Polizei nutzte der 39-Jährige Encrochat mit dem Pseudonym Toffeeforce und wickelte darüber Drogengeschäfte ab. Allerdings teilte er auch ein Foto über den Messenger, bei dem er einen Stilton-Käseblock in der Hand hält. Die Polizei konnte die Fingerabdrücke des 39-Jährigen aus dem Bild extrahieren und danach in der Polizeidatenbank suchen. So konnte seine echte Identität ermittelt und mit den Drogengeschäften im Messenger in Verbindung gebracht werden.

Der Beschuldigte sei an der Beschaffung von großen Mengen Drogen beteiligt gewesen und habe mit seiner Liebe zum Stilton-Käse überführt werden können, sagte der britische Polizeiinspektor Lee Wilkinson. "Die Handfläche und die Fingerabdrücke wurden anhand dieses Bildes analysiert und es wurde festgestellt, dass sie zu [dem Beschuldigten] gehören."

Dies führte zur Verhaftung des 39-Jährigen, der anschließend den Handel mit Kokain, Heroin, MDMA und Ketamin vor einem Gericht in Liverpool gestand. Er wurde zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Encrochat-Hack ist umstritten

Der Messenger Encrochat wurde 2016 gestartet und soll zum Zeitpunkt des Hacks im vergangen Jahr 60.000 Nutzer gehabt haben. Europol begründete den Hack "mit einem sehr hohen Anteil an Nutzern, die vermutlich an kriminellen Aktivitäten beteiligt waren". Encrochat sieht sich hingegen als legitimes Unternehmen, das verschlüsselte Kommunikationsdienste für Kunden in 140 Ländern angeboten habe. Mitte Juni 2020 warnte das Unternehmen seine Kunden vor dem Hack und stellte seine Dienste abrupt ein.

Sowohl der Hack durch die Polizeibehörden also auch die Auswertung der Daten - auch durch das Bundeskriminalamt (BKA) - sind umstritten. "Die Beteiligung von Nutzern mit kriminellem Hintergrund darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer auch Personen gibt, die den Dienst in legaler Absicht nutzen", betonte Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. Dies sei beim Zugriff auf individuelle Datensätze, aber auch bereits bei der Infiltration eines solchen Dienstes durch den Einsatz entsprechender Software unbedingt zu beachten.

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User_x 27. Mai 2021

Hm, interessant das du gerade diese Volksgruppen ansprichst. Die wurden eben auch per...

fabiwanne 27. Mai 2021

Ja. Er weis aber eben auch, dass es gefährlicheres gibt. Jeder 5. in Deutschland nimmt...

TrollNo1 27. Mai 2021

Das Spaßigste fand ich bis jetzt, als die in nem riesigen Safe mit nem halben Meter...

Jogibaer 26. Mai 2021

Soweit ich informiert bin: ja, genau das abgefackelte Datacenter. Ich musste auch...



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