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Krieg: Nokia und Rheinmetall-Tochter bauen 5G-Militärnetze

Nokia und die Rheinmetall-Tochter Blackned wollen zusammen 5G-Technik für das Schlachtfeld entwickeln.
/ Achim Sawall
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Rheinmetall-Beteiligung und Nokia (Bild: Rheinmetall)
Rheinmetall-Beteiligung und Nokia Bild: Rheinmetall

Nokia und die Rheinmetall-Tochterfirma Blackned wollen mobile taktische Netze für das deutsche Militär entwickeln. Das gaben die Partner am 28. Mai 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) .

Dabei soll Nokias 5G-Technologie für die Kriegsführung zusammen mit der Militärsoftware von Blackned eine integrierte Plattform für den Rheinmetall Appstore Battlesuite bilden. Ziel seien eine robuste, unterbrechungsfreie Konnektivität sowie hohe Datenraten für militärische Einheiten für einen "entscheidenden Vorteil auf dem Gefechtsfeld" , sagte Giuseppe Targia, Head of Space and Defense bei Nokia.

Nokia verstärkt sein Geschäft im militärischen Bereich: Am 12. Mai wurde die Lieferung seines Banshee Radio an das US Marine Corps bekanntgegeben. Auf einer Veranstaltung auf dem Branchentreff MWC 2025 in Barcelona bezeichnete der finnische Mobilfunkausrüster den Militärfunk als wichtigen strategischen Wachstumsbereich.

Battlesuite: ein Appstore für den Krieg

Battlesuite soll für die Rüstungsindustrie und das Militär wie ein Appstore Softwaredownloads und Updates bereithalten (g+) , die auf Funkgeräten und Notebooks der Bundeswehr laufen. So sollen Daten zur Steuerung herkömmlicher Waffensysteme, unbemannter Plattformen sowie künstlicher Intelligenz in einem System zusammengeführt werden. Mindestvoraussetzung sind bei der Hardware nur ein Quadcore-Prozessor, 32 GByte RAM und 60 GByte Festplattenplatz.

Der bayerische Softwareentwickler Blackned gehört seit Januar 2025 durch eine Anteilserhöhung auf 51 Prozent dem Rüstungskonzern Rheinmetall, einem der weltgrößten Hersteller von Waffen- und Munitionssystemen. Timo Haas, Chief Digital Officer bei Rheinmetall, nannte Blackneds Produkt Tactical Core eine "Fritzbox" für den Panzer. Verbunden werden sollen Sensoren, Radar und Drohnen, Fahrzeuge und Ausrüstung der Soldaten.

Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen mit Sitz in Heimertingen in Bayern hat sich mit seinen rund 200 Beschäftigten auf Software für die Digitalisierung von Streitkräften spezialisiert. Im Dezember 2024 wurde Blackned mit der Integration der IT-Systeme in alle Fahrzeug- und Plattformsysteme der Landstreitkräfte beauftragt, was bis zum Jahr 2030 ein Vertragsvolumen von 470 Millionen Euro bedeutet.


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