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Krieg: Iran nennt 29 US-Tech-Standorte als Ziele

Iran hat nach Drohnenangriffen auf AWS -Rechenzentren eine Zielliste mit Infrastruktur von Amazon , Google und Microsoft veröffentlicht und droht mit Angriffen.
/ Michael Linden
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Ausschnitt aus der Zielliste (Bild: Telegram)
Ausschnitt aus der Zielliste Bild: Telegram

Erst Rechenzentren, jetzt eine Namensliste: Iran droht, seine Angriffe auf westliche Technologieinfrastruktur im Nahen Osten auszuweiten. Das berichtet The Register(öffnet im neuen Fenster) .

Die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichte demnach auf ihrem Telegram-Kanal eine Liste mit 29 Einrichtungen von Amazon, Google, IBM, Microsoft, Nvidia, Oracle und Palantir in Bahrain, Israel, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Neben Rechenzentren sind regionale Büros und Forschungsstandorte aufgeführt, darunter Nvidias angeblich größtes F&E-Zentrum in Haifa, die KI-Forschungsanlage von IBM in Be'er Sheva sowie Palantir-Büros in Abu Dhabi und Tel Aviv.

Tasnim bezeichnete die Standorte explizit als "feindliche Technologieinfrastruktur" . Wenige Stunden nach der Veröffentlichung warnte Irans zentrales Militärkommando Khatam al-Anbiya über den gleichen Kanal vor einer "schmerzhaften Antwort" auf mutmaßliche Angriffe auf eine iranische Bank.

Angriffe auf AWS als Blaupause

Rund eine Woche vor der Veröffentlichung der Liste erklärte sich das Land für Drohnenangriffe auf drei AWS-Rechenzentren verantwortlich , eines in Bahrain, zwei in den Emiraten. Die iranische Regierung begründete die Angriffe mit Amazons angeblicher Unterstützung für US-Militäroperationen.

Mehrere Cloudanbieter in der Region gingen infolge der Angriffe zeitweise offline. Unternehmen wie Snowflake, Red Hat und die IoT-Plattform EMQX mussten Notfallprozesse aktivieren und forderten Kunden auf, ihre Workloads in andere Regionen zu verlagern.

Neue Logik im Infrastrukturkrieg

Iran verfolgt eine klare Argumentationslinie: Kommerzielle Cloudinfrastruktur, die US-Regierungs- oder Militärverträge bedient, gilt als legitimes militärisches Ziel. Ob die Zielliste unmittelbar bevorstehende Angriffe ankündigt oder primär als Drohkulisse dient, bleibt offen.

Fest steht: Große Cloud- und Tech-Konzerne mit Präsenz im Nahen Osten sind jetzt namentlich benannte Parteien in einem aktiven Konflikt und müssen ihre Sicherheitsstrategien entsprechend neu bewerten.


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