Krieg in Gaza: Adobe will KI-Fakes offenbar nicht einschränken
Über die Bildagentur Adobe Stock verkaufen Nutzer der Plattform auch KI-generierte Inhalte zum aktuellen politischen Zeitgeschehen, etwa zum Krieg im Gazastreifen und Israel. Darauf hat das Magazin Crikey hingewiesen(öffnet im neuen Fenster).
Bei den KI-Inhalten handelt es sich teils um fotorealistische Fakes. Sie zeigen zum Beispiel Bombardements, Explosionen, Infanteriekämpfe oder auch Opfer, bilden aber nicht das wirkliche Geschehen ab. Adobe scheint dennoch kein prinzipielles Problem damit zu haben und will offenbar auch nicht gegen den Verkauf der Bilder vorgehen, wie aus Antworten des Unternehmens auf Medienanfragen hervorgeht.
Seit Ende des vergangenes Jahres akzeptiert der Adobe-Stock-Bilderdienst auch KI-generierte Inhalte. Nur wenig später stellte der Konzern mit Firefly eine eigene generative KI vor. Auf seiner Hausmesse Adobe Max im Oktober dieses Jahres zeigte sich zudem, dass das Unternehmen voll auf seine KI-Dienste setzt und diese stark ausbaut.
Wie das Magazin Motherboard berichtet(öffnet im neuen Fenster), sind die Richtlinien für die KI-Inhalte bei Adobe Stock sehr vage gehalten und ein explizites Verbot für die Darstellung von Kriegshandlungen, aktuellen politischen Ereignissen oder Ähnlichem fehlt. Adobe gibt lediglich vor, dass die hochladenden Nutzer sicherstellen sollen, dass sie über die Rechte zum Erstellen von Bildern verfügen, die Personen, Gebäude oder Eigentum zeigen.
Adobe belässt es bei Verweis auf Kennzeichnung
Die KI-Bilder müssen laut Adobe auch klar als solche gekennzeichnet werden. Das wiederholte das Unternehmen aktuell auch auf Anfragen von Motherboard oder Petapixel(öffnet im neuen Fenster) mit Bezug auf die KI-generierten Darstellungen der Kriegshandlungen. Diese seien den Regeln folgend als KI-Bilder gekennzeichnet, betonte Adobe. Weiter hieß es: "Wir denken, dass es für Kunden wichtig ist, zu wissen, welche Adobe-Stock-Bilder mit generativen KI-Werkzeugen erstellt wurden."
An der Nutzung und dem Vertrieb der Bilder scheint dies aber nicht viel zu ändern. So werden diese nicht nur weiter hundertfach angeboten. Schon der initiale Bericht von Crikey verweist darauf, dass die KI-Inhalte vielfach insbesondere von kleinen Publikationen oder Blogs zur Bebilderung genutzt werden – teils aber ohne einen Verweis darauf, dass es sich dabei um KI-Inhalte handelt. Auch kann die KI-Kennzeichnung in Adobe Stock die gezielte Manipulation mithilfe dieser Bilder, etwa über Social-Media-Kanäle, nicht verhindern.
Adobe hält diesem Problem bisher allein technische Mittel entgegen. Mit der im vergangenen Jahr vorgestellten Content Authenticity Initiative (CAI) sollen sich Bildmanipulationen leicht erkennen lassen. Das soll auch für KI-generierte Bilder gelten. Warum der Konzern aber allein auf diese technische Möglichkeit setzt, statt schlicht den Verkauf von KI-Fakes mit Bezug auf reale Ereignisse über seine Stock-Plattform effektiv zu unterbinden, bleibt offen.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.