Abo
  • IT-Karriere:

Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

Die Schifffahrtsbranche ist nicht gerade umweltfreundlich: Auf hoher See werden die Maschinen der großen Schiffe mit Schweröl befeuert, im Hafen verschmutzen Dieselabgase die Luft. Das sollen Brennstoffzellen ändern - wenigstens in der Kreuzschifffahrt.

Artikel von veröffentlicht am
Ostseefähre Mariella: Die Brennstoffzellen müssen Schiffsbewegungen, Vibrationen und salzhaltige Luft aushalten.
Ostseefähre Mariella: Die Brennstoffzellen müssen Schiffsbewegungen, Vibrationen und salzhaltige Luft aushalten. (Bild: Viking Line)

Auch wenn die großen Schiffe der Reedereien von Aida, Cunard, Hapag Lloyd oder Costa am Kai festgemacht sind, die Dieselmaschinen laufen trotzdem weiter. Sie versorgen die Bordsysteme mit Strom - und pusten jede Menge Kohlendioxid, Stickoxide und Ruß in die Luft. Aufgrund der hohen Schadstoffbelastung wollen weltweit einige Städte die Kreuzschifffahrt aus der Innenstadt verbannen. Dieser Druck scheint Reedereien zum Umdenken zu bewegen: In Deutschland arbeiten mehrere Projekte mit anderen Systemen, um Schiffe mit Strom zu versorgen: Brennstoffzellen. Sie erzeugen sauberen Strom und emittieren Wasser.

Inhalt:
  1. Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen
  2. Der Schiffsantrieb wird elektrisch
  3. Ein U-Boot mit Brennstoffzelle

Wie sehr die Schifffahrt Städte belastet, zeigt das Beispiel Hamburg. In diesem Jahr wird die Hansestadt rund 220-mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Für die gibt es drei Terminals, davon zwei in der Stadt. Nur das in Altona bietet den großen Schiffen die Möglichkeit für eine Landstromversorgung. An den beiden anderen müssen sie sich selbst mit Strom versorgen - von den vielen Frachtern an den Terminals im Hafen ganz zu schweigen. Entsprechend hoch sind die Schadstoffwerte: Der Naturschutzbund etwa hat im vergangenen Jahr an einem Frühlingstag eine Messung durchgeführt. An der Außenalster lag die Belastung bei 5.000 Feinstaubpartikeln in einem Kubikzentimeter Luft; das ist für eine Großstadt ein normaler Wert. Wenige Kilometer entfernt, in der Nähe der Landungsbrücken, maßen die Umweltschützer 50.000 Partikel.

Wie hätten die Werte wohl ausgesehen, wenn etwas weiter elbabwärts kein konventionelles Kreuzfahrtschiff gelegen hätte, sondern eines, wie es die Meyer Werft in Papenburg in wenigen Jahren bauen will? Statt Dieselgeneratoren sollen Hochtemperatur-Brennstoffzellen die elektrische Leistung liefern, die benötigt wird, um die Küche zu betreiben, die Bordcomputer mit Strom zu versorgen und natürlich alle Unterhaltungseinrichtungen zu betreiben, die der Passagier auf dem Schiff schätzt, vom WLAN-Router über das Licht in der Kabine und den Salons bis hin zu den Shows auf den diversen Bühnen. Da kommt einiges zusammen: Rund 4 Megawatt (MW) Leistung braucht so ein Schiff.

Die Meyer Werft arbeitet an einer entsprechenden Zelle mit einer Leistung von 5 Kilowatt. Diese Zellen werden in Stacks mit einer Leistung von 30 Kilowatt zusammengefasst. Mehrere Jahre lang hat Meyer ein solches System in einem Container auf dem Werftgelände getestet. Seit knapp anderthalb Jahren steht ein solcher Container auf dem Deck der Fähre MS Mariella, die zwischen Helsinki und Stockholm verkehrt. Die Brennstoffzellen speisen Strom ins elektrische System der Fähre der Viking Line und müssen zeigen, dass sie mit den Bedingungen auf See wie Schiffsbewegungen, Vibrationen und salzhaltiger Luft klarkommen. In zwei bis drei Jahren soll ein marktreifes System zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung fördert Brennstoffzellenprojekte

Stellenmarkt
  1. Auswärtiges Amt, Bonn, Berlin
  2. SAPCORDA SERVICE GmbH, Hannover

Der Test ist Teil des Projekts E4Ships, aktuell eines der größten Forschungsprojekte in diesem Bereich. Koordiniert wird es von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), der Programmgesellschaft, die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Förderprogramme für nachhaltige Mobilität organisiert.

Eine schadstoffarme Stromversorgung an Bord hilft auf jeden Fall schon einmal im Hafen. Auf See wird aber immer noch Diesel oder Schweröl verbrannt. Doch auch die Antriebsmaschinen sollen auf Brennstoffzellenbetrieb umgestellt werden.

Der Schiffsantrieb wird elektrisch 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. (-60%) 23,99€
  3. 2,99€
  4. 4,99€

Zazu42 15. Jun 2018

Nicht wenn die mehr transportieren als es alle Autos zusammen könnten...

NemoNemo 13. Jun 2018

sondern mit normalem Diesel. Und dort kann man sowohl den Feinstaub, als auch die NOx...

azeu 12. Jun 2018

Die Brennstoffzelle hat einen höheren Wirkungsgrad als ein Akku? Bist Du sicher? Hast Du...

azeu 12. Jun 2018

Umweltzonen an sich sind schon sinnvoll, allerdings nicht überall. Die Bürokraten haben...

fox82 12. Jun 2018

Es ist schon interessant wie man einen langen Artikel über Energiespeichern schreiben...


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 2070 Super und Geforce RTX 2060 Super - Test

Die Geforce RTX 2070 Super und die Geforce RTX 2060 Super sind Nvidias neue Grafikkarten für 530 Euro sowie 420 Euro. Beide haben 8 GByte Videospeicher und unterstützen Raytracing in Spielen.

Geforce RTX 2070 Super und Geforce RTX 2060 Super - Test Video aufrufen
IT-Arbeitsmarkt: Jobgarantie gibt es nie
IT-Arbeitsmarkt
Jobgarantie gibt es nie

Deutsche Unternehmen stellen weniger ein und entlassen mehr. Es ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber Fakt ist: Die Konjunktur lässt nach, was Arbeitsplätze gefährdet. Auch die von IT-Experten, die überall gesucht werden?
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
  2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

Nachhaltigkeit: Jute im Plastik
Nachhaltigkeit
Jute im Plastik

Baustoff- und Autohersteller nutzen sie zunehmend, doch etabliert sind Verbundwerkstoffe mit Naturfasern noch lange nicht. Dabei gibt es gute Gründe, sie einzusetzen, Umweltschutz ist nur einer von vielen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Nachhaltigkeit Bauen fürs Klima
  2. Autos Elektro, Brennstoffzelle oder Diesel?
  3. Energie Wo die Wasserstoffqualität getestet wird

Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
Google Maps
Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
Von Sebastian Grüner

  1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
  2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
  3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

    •  /