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Ein U-Boot mit Brennstoffzelle

An Land ist der Antrieb schon serienreif: Toyotas Mirai fährt damit herum. In den USA testen die Japaner den Brennstoffzellen-Truck Project Portal. Auf der Schiene fährt in Kürze der Brennstoffzellenzug Coradia iLint von Alstom im Testbetrieb.

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Schiffbauer beschäftigen sich noch deutlich länger mit dieser Technik: Schon vor über 30 Jahren kamen Ingenieure der Werft Howaldtswerke - Deutsche Werft (HDW) in Kiel auf diese Idee. Ihnen ging es allerdings nicht um konventionelle Schiffe, sondern um U-Boote. Die sollten für die Unterwasserfahrt eine Brennstoffzelle bekommen. Damit sollte es möglich sein, deutlich länger zu tauchen als ein konventionelles U-Boot, das den Elektroantrieb mit einem Akku speist. Anfang des Jahrtausends stach das erste Boot der Klasse 212 A in See.

Vorteil der militärischen Anwendung ist, dass sie nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern auch unter anderen Gesichtspunkten wie etwa dem strategischen Vorteil beurteilt wird. Deshalb wurde das Geld dafür bereitgestellt - und das U-Boot war sehr teuer, nicht zuletzt deshalb, weil in den Zellen sehr viele Teile aus Platin bestehen.

  • Damit hat es angefangen: Brennstoffzellen-U-Boot von HDW im Einsatz bei der italienischen Marine. (Bild: US Navy)
  • Testobjekt: An der Bord der Ostseefähre erprobt Thyssenkrupp Marine Systems eine Brennstoffzelle. (Bild: Viking Line)
  • Fährt schon mit Brennstoffzellenantrieb: das Passagierschiff MS Innogy auf dem Baldeneysee bei Essen (Bild: Innogy)
Fährt schon mit Brennstoffzellenantrieb: das Passagierschiff MS Innogy auf dem Baldeneysee bei Essen (Bild: Innogy)

Dabei ist es nicht geblieben: Das Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems, zu dem HDW seit 2005 gehört, arbeitet weiter an dieser Technik. Unter anderem beteiligt sich das Unternehmen an der Entwicklung unbemannter Tauchboote mit einem derartigen Antrieb, die wochenlang in 5.000 Metern Tiefe im Einsatz sein können. Thyssenkrupp Marine Systems wirkte auch bei einem E4Ships-Projekt mit, bei dem die MS Forester mit einer Brennstoffzelle ausgestattet wurde. Sie liefert Strom für das Ladegeschirr des Mehrzweckschiffs

In der zivilen Schifffahrt wurden die Brennstoffzellen erstmals 2008 in Hamburg getestet. Drei Jahre lang schipperte die Alsterwasser Passagiere über die Alster und die Kanäle. Dann wurde sie außer Dienst gestellt. Aber nicht, weil die Technik versagte, sondern weil der Betreiber 2011 die Wasserstofftankstelle abbaute. Wer jetzt Brennstoffzellenschiff fahren möchte, muss sich auf den Baldeneysee bei Essen begeben: Dort ist seit August vergangenen Jahres die MS Innogy mit einer Brennstoffzelle im Einsatz. Als Treibstoff nutzt die MS Innogy Methanol.

Die großen Seefrachter, die größten Umweltverschmutzer, bleiben hingegen außen vor. Auf See betreiben sie ihre Maschinen mit Schweröl. Das ist ein Rückstandsprodukt der Rohölverarbeitung mit einem hohen Anteil an Schwefel und anderen Schadstoffen. Viele Schiffe haben keine Filteranlagen und emittieren deshalb Feinstaub, Ruß, Schwefeloxide und Stickoxide in großer Menge. Knapp zehn Prozent der Schwefeloxid- und etwa vier Prozent der Kohlendioxidemissionen weltweit stammen von Schiffen.

Ein Frachter rußt Altona ein

An Land ist von den Emissionen wenig zu sehen: In den Häfen müssen die Maschinen Diesel nutzen. Nur in Ausnahmefällen bekommen die Landbewohner einen Eindruck davon, was die Schiffe tatsächlich in die Atmosphäre pusten. Etwa im Oktober 2014, als der Kapitän eines Frachters der taiwanischen Reederei Yang Ming in Hamburg schon im Hafengebiet auf Schwerölverbrennung umstellen ließ. Der Ruß machte auf der Terrasse eines Restaurants Speisen und Getränke ungenießbar und ließ in einem Krankenhaus und in einem Pflegeheim die Feuermelder anspringen.

Doch gerade in dieser Branche tut sich wenig. "Da ist es, glaube ich, schwierig, weil die Reeder sehr stark auf die Kosten schauen, und Brennstoffzellen sind im Moment zumindest noch auf jeden Fall deutlich teuer als konventionelle Antriebe. Von daher wird das der Bereich sein, der zum Schluss davon betroffen sein könnte", sagt Schumacher.

Dass die Reeder dazu gezwungen werden, ist auch eher unwahrscheinlich: Sie sind in den Gremien, die die Umweltvorschriften erlassen, selbst vertreten. Immerhin hat die IMO neue Klimaschutzziele beschlossen - auch wenn einige der Beteiligten sich noch strengere Grenzwerte gewünscht hatten. Möglicherweise wird aber auch ein öffentliches Interesse an emissionsfreiem Schiffsverkehr die Reeder zum Umstieg auf den sauberen Brennstoffzellenantrieb bewegen. Betrieben mit grünem Wasserstoff würde die Schifffahrt eine wirklich saubere Sache.

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 Der Schiffsantrieb wird elektrisch
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Zazu42 15. Jun 2018

Nicht wenn die mehr transportieren als es alle Autos zusammen könnten...

NemoNemo 13. Jun 2018

sondern mit normalem Diesel. Und dort kann man sowohl den Feinstaub, als auch die NOx...

Anonymer Nutzer 12. Jun 2018

Die Brennstoffzelle hat einen höheren Wirkungsgrad als ein Akku? Bist Du sicher? Hast Du...

Anonymer Nutzer 12. Jun 2018

Umweltzonen an sich sind schon sinnvoll, allerdings nicht überall. Die Bürokraten haben...

fox82 12. Jun 2018

Es ist schon interessant wie man einen langen Artikel über Energiespeichern schreiben...


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