Kreis Soest: Deutscher Klinikverbund bestätigt Abfluss von Patientendaten

Schon Anfang Februar ist das Lippstädter Dreifaltigkeits-Hospital Ziel eines Cyberangriffs geworden. Inzwischen ist klar: Die Hacker haben Daten abgegriffen.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Bei einem Cyberangriff auf ein Lippstädter Krankenhaus sind Daten abgeflossen.
Bei einem Cyberangriff auf ein Lippstädter Krankenhaus sind Daten abgeflossen. (Bild: pixabay.com / DarkoStojanovic)

Nachdem Cyberkriminelle Anfang Februar die IT-Infrastruktur des Dreifaltigkeits-Hospitals in Lippstadt (Kreis Soest) infiltrierten, ist inzwischen klar, dass dabei nicht nur Daten verschlüsselt wurden, sondern auch Patientendaten abgeflossen sind. Von dem Vorfall betroffen sind auch das Marien-Hospital Erwitte sowie das Hospital zum Heiligen Geist Geseke, die mit der Lippstädter Klinik einen Verbund bilden.

Zum vollständigen Ausmaß des Schadens könne man derzeit noch keine abschließenden Angaben machen, hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite des Dreifaltigkeits-Hospitals. Dass die Angreifer an Daten gelangt seien, stehe aber inzwischen fest. Darunter befänden sich unternehmensinterne und personenbezogene Informationen – auch solche von Patienten.

"Wir gehen allerdings davon aus, dass nur einige wenige Daten mit personenbezogenen Inhalten abgeflossen sind", erklärte der Klinikverbund. Dass die Angreifer die Daten weitergeben, könne jedoch nicht ausgeschlossen werden. Welche Personen genau betroffen seien, lasse sich nicht nachvollziehen.

Wiederherstellungsarbeiten laufen noch

Weiter hieß es in der Mitteilung, der Krisenstab des Klinikverbundes untersuche die Situation seit Bekanntwerden des Cyberangriffs. In diesen Prozess seien interne und externe Sicherheitsexperten eingebunden. Zuständige Stellen wie die Polizei, Staatsanwaltschaft und Datenschutzaufsicht seien ebenfalls informiert und würden in weitere Maßnahmen mit einbezogen.

"Nach aktuellem Kenntnisstand haben wir den kriminellen Angriff stoppen können", hieß es. Bei der Wiederherstellung betroffener Systeme habe man bereits große Fortschritte erzielt, jedoch sei noch nicht absehbar, wann dieser Vorgang abgeschlossen sei.

Die Versorgung und der Schutz von Patienten und Beschäftigten seien weiterhin gewährleistet. Eingeschränkt sei derzeit noch die Erreichbarkeit der betroffenen Kliniken. Diese sei aktuell nur telefonisch gegeben, nicht jedoch per E-Mail.

Einem Bericht der Lippstädter Tageszeitung Der Patriot zufolge ist das Dreifaltigkeits-Hospital durch den Cyberangriff bereits in eine finanzielle Notlage geraten. Das Krankenhaus habe eine Bürgschaft über acht Millionen Euro bei der Stadt beantragt, hieß es. Grund dafür sei der Umstand, dass das Hospital infolge des Angriffs keine Rechnungen schreiben könne. Die Stadt Lippstadt habe fünf Millionen Euro bewilligt.

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