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Kreios Space: Erster luftatmender Satellit soll bald im Weltall getestet werden

Dabei soll der Satellit in einer sehr niedrigen Umlaufbahn von weniger als 400 km fliegen und die neue Triebwerkstechnik testen.
/ Patrick Klapetz
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Illustration des luftatmenden Satelliten von Kreios Space und Kongsberg Nano-Avionics (Bild: Kreios Space, Kongsberg Nano-Avionics)
Illustration des luftatmenden Satelliten von Kreios Space und Kongsberg Nano-Avionics Bild: Kreios Space, Kongsberg Nano-Avionics

Satellitentriebwerke werden normalerweise mit Treibstoff betrieben. Das spanische Unternehmen Kreios Space plant jedoch, den weltweit ersten luftatmenden Elektroantrieb (air-breathing electric propulsion, ABEP) im Weltraum zu testen(öffnet im neuen Fenster).

Diese Technologie nutzt Luft aus der Erdatmosphäre, die erhitzt, ionisiert und ausgestoßen wird, um Schub zu erzeugen. Besonders Satelliten in sehr niedrigen Erdumlaufbahn (Very Low Earth Orbit, VLeo), also in einem Bereich von 100 bis 400 km Höhe, werden davon profitieren, und das ohne den zusätzlichen Einsatz von Flüssigtreibstoff.

In einer Höhe von 160 bis 2.000 km benötigen Satelliten grundsätzlich keinen ständigen Antrieb. Meist reicht ein kleiner Schub durch herkömmliche Triebwerke aus, um einen Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, Leo) auf Kurs zu halten. Um die Triebwerke anzutreiben, verfügen diese Satelliten in der Regel über einen eingebauten Treibstoffvorrat.

Der VLeo ist anders als der Leo

In der VLeo-Umlaufbahn verhält es sich anders. Diese Umlaufbahn ist so niedrig, dass noch etwas Atmosphäre vorhanden ist, die einen Luftwiderstand auf das Raumfahrzeug ausübt. Wenn sich ein Satellit in der VLeo-Umlaufbahn bewegen soll, muss er die meiste Zeit oder sogar durchgehend Antrieb einsetzen, um diesem Widerstand entgegenzuwirken. Der Treibstoff, den der Satellit mitführt, reicht daher nicht lange aus.

"Kreios baut die Satelliten, die einen dauerhaften Betrieb in der sehr niedrigen Erdumlaufbahn ermöglichen", teilt Adrián Senar, CEO von Kreios Space, in der Pressemitteilung vom 4. August 2026 mit. "Indem wir es Satelliten ermöglichen, tiefer, länger und effizienter zu fliegen, ermöglichen wir eine hochauflösendere Erdbeobachtung, eine deutlich bessere Satellitenkommunikation, reaktionsschnellere und präzisere Missionen sowie eine nachhaltigere Infrastruktur in der Umlaufbahn."

Der dazugehörige MP42-Satellitenbus wurde vom in Litauen ansässigen Unternehmen Kongsberg Nano-Avionics hergestellt. Mit ihm soll das ABEP-System für den Testlauf in die Umlaufbahn starten. Ein genauer Starttermin wurde bisher nicht genannt, jedoch steht auf der Unternehmensseite(öffnet im neuen Fenster) das Jahr 2027 als vorläufiges Ziel für die erste Weltraummission von Kreios Space.

Gefahr von Kollisionen im Leo wächst

Satelliten im VLeo haben denen gegenüber im Leo einige Vorteile. Ihr größter Vorteil ist jedoch, dass der VLeo weniger überfüllt ist und die Satelliten schneller in die Erdatmosphäre herabsteigen und dort verglühen, falls sie im Betrieb ausfallen sollten. Im Leo befinden sich Tausende von Satelliten – die meisten davon sind die Starlink-Breitband-Satelliten von SpaceX.

Zudem wächst die Anzahl von Megakonstellationen, wodurch das Risiko für den Zusammenstoß mit anderen Satelliten oder Weltraumschrott steigt. Der VLeo ist dagegen weitreichend ungenutzt. Falls die ABEP-Technologie funktioniert, würde dies neue Optionen für Satellitenbetreiber ermöglichen.


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