Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Kreditkarte: Visa will strengere Sicherheitsstandards verhindern

Strengere Sicherheitsvorschriften sollten bei den Kreditkartenunternehmen gut ankommen, oder? Visa stellt sich in einem Statement gegen geplante neue Regeln. Diese würden Kunden nur vom Kaufen abhalten, aber nicht mehr Sicherheit bringen.
/ Hauke Gierow
74 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Kreditkartenunternehmen Visa stellt sich gegen geplante neue Regelungen. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Das Kreditkartenunternehmen Visa stellt sich gegen geplante neue Regelungen. Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Das Kreditkartenunternehmen Visa spricht sich in einer aktuellen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) gegen strengere Sicherheitsvorschriften bei Onlinezahlungen aus. Die von der European Banking Authority (EBA) vorgeschlagenen Regelungen würden dazu führen, dass Kunden nach dem Checkout bei Onlineshops eine weitere Abfrage von Sicherheitsmerkmalen, etwa einer Pin, durchlaufen müssten, wenn der Betrag mehr als 10 Euro beträgt.

Visa rechnet mit massiven Umsatzrückgängen bei Onlineshops, sollten die geplanten Regelungen umgesetzt werden. Kunden könnten dann keine Express-Checkout-Funktionen mehr nutzen. In einer von Visa zitierten Studie hätten mehr als 50 Prozent der im Vereinigten Königreich befragten Kunden angegeben, Bestellungen abzubrechen, wenn ein weiterer Bestätigungsschritt bei der Bezahlung notwendig wäre.

Nicht unbedingt mehr Sicherheit

Peter Bayley, Manager für Risikofragen bei Visa, sagte in einem Statement: "Diese neuen Vorschläge bedrohen die Art und Weise, wie wir alle einkaufen. Die Pläne werden zahlreiche neue Komplikationen und Unannehmlichkeiten mit sich bringen, etwa mehr abgelehnte Transaktionen und längere und kompliziertere Checkout-Vorgänge und nur wenig positive Wirkungen auf Kunden haben."

"Zahlungen zu managen bedeutet immer, Risiko und Nutzerfreundlichkeit abzuwägen", sagte er weiter. Die endgültigen Standards wird die EBA am 12. Januar 2017 veröffentlichen, sie sind Teil der Anforderungen durch die Payment-Services-Richtlinie (PSD2) der EU-Kommission und würden somit nach Umsetzung in nationales Recht auch in Deutschland gelten.

Visa steht mit der Meinung nicht alleine dar. Ein Mitarbeiter des Unternehmens NuData-Security sagte The Register(öffnet im neuen Fenster): "Wir tendieren dazu, das Statement von Visa zu unterstützen." Weitere Sicherheitsmerkmale abzufragen würde nicht unbedingt zu mehr Sicherheit führen. Nach Angaben von Visa ist die Betrugsrate gering, pro Hundert Euro Umsatz würden nur 5 Cent missbräuchlich abgerechnet.


Relevante Themen