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Kredit: Scoring-Simulator der Schufa soll mehr Einblick geben

Das Scoring durch die Schufa wird seit Langem kritisiert. Er soll nun für Verbraucher transparenter werden. Der echte Score wird aber nicht berechnet.
/ Sebastian Grüner , dpa
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Die Schufa hat einen Scoring-Simulator online gestellt. (Bild: Schufa)
Die Schufa hat einen Scoring-Simulator online gestellt. Bild: Schufa

Welche Faktoren spielen für meine Kreditwürdigkeit eine Rolle? Wie entsteht mein Score – die Bewertung – bei der Schufa? Ein Score-Simulator auf der Webseite der Wirtschaftsauskunftei soll darauf nun Antworten geben, wie die Schufa mitteilt(öffnet im neuen Fenster) . "Dadurch wird das Scoring-Prinzip der Schufa erstmals nachvollziehbar" , sagte Vorstandschefin Tanja Birkholz am Donnerstag. "Wir wollen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher verstehen, was wir tun."

Die Schufa-Bewertung ist für Verbraucher wichtig. Mit einer guten Bonität können sie etwa Darlehen zu günstigeren Konditionen bekommen. Verbraucher- und Datenschützer bemängeln seit Längerem die Datensammlungen und das Scoring durch die Schufa. Vor mehr als vier Jahren kündigten etwa die NGOs Algorithm Watch und die Open Knowledge Foundation an, das Schufa-Scoring durch ein Reverse Engineering des Algorithmus transparenter machen zu wollen . Erst im Frühjahr dieses Jahres kündigte die Schufa an , das Scoring selbst besser erläutern zu wollen.

Der kostenlose Simulator(öffnet im neuen Fenster) berechne zwar keinen tatsächlichen Score, komme dem aber sehr nahe, berichtete Birkholz. Abgefragt werden in dem Simulator sieben verschiedene Merkmale, die die Kreditwürdigkeit beeinflussen. Dazu zählen unter anderem das Girokonto, Kreditkarten, Ratenkredite oder Onlinekäufe auf Rechnung. Es können mehr als 1.800 verschiedene Kombinationen der Merkmale ausprobiert werden.

Verschlechtern kann sich die Bewertung zum Beispiel durch mehrere Ratenkredite. Ein Immobilienkredit wirkt dagegen positiv – unter anderem, weil dem Darlehen eine Sicherheit gegenübersteht. Der Simulator ist ein vereinfachtes Modell des Basis-Scores, der mehr Merkmale umfasst und über die tatsächliche Bonität von Verbrauchern Auskunft gibt.

Weitere Pläne der Schufa

Im Jahr 2024 soll eine Schufa-App kommen, um Verbrauchern einen kostenlosen Einblick in die eigenen Daten zu ermöglichen. Nutzerinnen und Nutzer sollen der Auskunftei über die App auch zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen können, wenn diese den persönlichen Score verbessern.

Die Schufa nutzt nach eigenen Angaben keine Informationen unter anderem zum Einkommen, Vermögen, Alter und Geschlecht sowie im Grundsatz auch nicht zur Wohngegend. Adressdaten würden lediglich verwendet, wenn ein Onlinehändler im Einzelfall eine Anfrage zu einem Kunden stelle, über den sonst keine Schufa-Daten vorlägen. Das betreffe etwa 0,3 Prozent der Fälle.

Täglich gehen den Angaben zufolge im Schnitt mehr als 300.000 Bonitätsanfragen bei der Auskunftei ein. Daten über Kredite, Verträge und die Zahlungsmoral von Menschen erhält die Schufa von Vertragspartnern wie Banken, Onlinehändlern oder Leasinganbietern. Informationen bezieht sie zudem aus öffentlichen Registern wie Schuldnerverzeichnissen. Weitere Infos werden von Unternehmen übermittelt, die der Schufa angeschlossen sind. Dabei handelt es sich unter anderem um Zahlungsausfälle oder offene, ausreichend angemahnte und unbestrittene Forderungen. Aus all dem errechnet die Schufa den Score. Unternehmen berücksichtigen bei ihrer Entscheidung über einen Kredit oder einen Handyvertrag in der Regel zusätzlich eigene Daten.


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