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Krebs: Samsung entschuldigt sich bei erkrankten Arbeitern

Nach einem jahrelangen Streit hat Samsung eingewilligt, erkrankten Arbeitern und ihren Familien sowie Hinterbliebenen Entschädigungen zu zahlen - und sich für die gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen entschuldigt. Zahlreiche Arbeiter waren unter anderem an Krebs erkrankt.
/ Tobias Költzsch
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Reuters-Manager Kim Ki Nam (links) mit Betroffenen und Hinterbliebenen (Bild: Reuters)
Reuters-Manager Kim Ki Nam (links) mit Betroffenen und Hinterbliebenen Bild: Reuters

Samsung hat sich bei seinen Arbeitern für ein unzureichend abgesichertes Arbeitsumfeld entschuldigt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP(öffnet im neuen Fenster) . Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit zwischen dem Technologiekonzern und Beschäftigten, die bei ihrer Arbeit in der Display- und Halbleiterfertigung erkrankten, sowie deren Familien und Hinterbliebenen.

Der Streit begann laut AP im Jahr 2007, als ein Mann Samsung beschuldigte, für den Leukämietod seiner Tochter verantwortlich zu sein, die bei Samsung gearbeitet hatte. Der Anschuldigung schlossen sich im Laufe der Jahre immer mehr Betroffene oder Hinterbliebene an. Es dauerte allerdings über zehn Jahre, bis eine Einigung erzielt werden konnte.

Entschuldigung Samsungs gehört zur Einigung

Der Chef von Samsungs Device-Solutions-Abteilung, Kim Ki Nam, entschuldigte sich dafür, dass es das Unternehmen nicht geschafft habe, "ausreichend auf Gesundheitsbedrohungen zu reagieren" . "Wir entschuldigen uns aufrichtig bei den Arbeitern, die erkrankt sind, und deren Familien" , sagte Kim auf einer Pressekonferenz.

Die öffentliche Entschuldigung ist Teil der Einigung zwischen Samsung und den Hinterbliebenen. Zudem wird Samsung betroffene Arbeiter sowie deren Familien für eine Reihe von Krankheiten entschädigen. Das gilt für Fälle, die bis ins Jahr 1984 zurückgehen. Unter anderem ist eine Entschädigung von bis zu 150 Millionen Won für Leukämie vorgesehen. Das sind umgerechnet rund 116.000 Euro. Entschädigungen sollen auch für Fehlgeburten und Krankheiten der Kinder von Samsung-Arbeitern gezahlt werden.


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