Was wäre, wenn...

Auch Colton sieht sich selbst noch eher als Kurator der Arbeiten seines Painting Fool: Er sucht Arbeiten für Ausstellungen aus, legt Preise fest und pflegt den Webauftritt. In Zukunft allerdings werde die Software auch das selbst können, glaubt Colton. Gerade hat die Europäische Union ihm knapp zwei Millionen Euro bewilligt, um ein Programm zu entwickeln, das eigene Ideen generiert, die zudem von gesellschaftlich-kultureller Bedeutung sind.

Ihre Themen soll die sogenannte "What-if-machine" ("Was-wäre-wenn-Maschine") finden, indem sie Texte produziert und dann deren Realität und Rahmenbedingungen ändert. Aus der Information, dass Vögel singen können, könnte dann etwa die Frage resultieren: "Was wäre, wenn Vögel nicht singen, sondern schreien, weil sie Höhenangst haben?" Im nächsten Schritt soll die Maschine evaluieren, ob es sich um eine Idee handele, aus der sich eine interessante Geschichte entwickeln ließe.

Bilder, Texte oder Musikstücke von Maschinen

Allen Kritikern und Skeptikern zum Trotz werden von Maschinen erstellte Bilder, Texte oder Musikstücke zunehmend als kreative Produkte anerkannt. Kunstsammler interessieren sich für die Bilder des Painting Fool, sechs sind bereits verkauft - für mehrere Hundert Euro das Stück. Sportfans in den USA werden schon seit einigen Jahren von Firmen wie Automated Insights mit automatisch verfassten Sportberichten beliefert.

Medienunternehmen wie der Wirtschaftsdienst Forbes kaufen bei Narrative Science computergenerierte Finanznachrichten. Die New York Times hat seit April den Haiku-Generator, der Zeitungsartikel in Kurzgedichte verwandelt. Und Melomic, der Algorithmus, mit dem Iamus seine Kompositionen erstellt, soll demnächst maßgeschneiderte Musik anbieten, zum Joggen oder Wachwerden - oder als Musikuntermalung fürs Fotoalbum oder die Firmenwebseite. Zu kaufen per Smartphone.

Die Frage scheint nicht mehr ob, sondern vielmehr wann Computer in Kunst, Musik und Literatur, in Journalismus und Wissenschaft dem Menschen seine Stellung streitig machen. Ein Problem sei das aber nicht, glaubt Colton. Im Gegenteil: Es könnte sich eine ganze Wirtschaft entwickeln um die Dinge, die Kreativmaschinen herstellen. "Wer kann sich schon ein Musikstück leisten - nur für einen selbst, das Persönlichkeit oder Stimmung berücksichtigt? Oder ein Bild? Ein Computerspiel? Die meisten Leute kommen niemals in den Genuss, ein Einzelstück Kunst zu besitzen. Software kann ästhetische und berührende Kunst in großer Menge hervorbringen, aber für viel weniger Geld als Menschen."

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 Painting Fool lehnt Krieg ab
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GodsBoss 01. Sep 2013

Es bisher keinen einzigen stichhaltigen Beleg dafür, dass Menschen nichts weiter sind als...

Yeeeeeeeeha 30. Aug 2013

Eigentlich meinte ich, dass man beides auch zu einem von einem Menschen geschaffenen...

mimimi 29. Aug 2013

Darüber kann man wohl lange philosophieren. Du hast recht, Kunst interpretiert jeder...

redwolf 28. Aug 2013

Sehr guter, interessanter Artikel http://youtu.be/dqYEp4OQUBI



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