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Krankenstand 2023: ITler melden sich in Deutschland am seltensten krank

Der Krankenstand in Deutschland hat 2023 einen neuen Höchststand erreicht. Die Informatiker fallen am wenigsten aus.
/ Daniel Ziegener
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Gesundheit! (Bild: Kelly Sikkema)
Gesundheit! Bild: Kelly Sikkema / Unsplash

Beschäftigte in Informatikberufen sind entweder seltener krank als Beschäftigte in anderen Berufen – oder sie arbeiten trotz Krankheit häufiger weiter. Jedenfalls ist der Krankenstand in der Branche laut einer Analyse der DAK Gesundheit(öffnet im neuen Fenster) am niedrigsten.

Die DAK sieht in der Bestandserhebung deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Berufsgruppen. In der Informatik und Kommunikationstechnologie lagen die Krankentage 3,7 Prozent unter dem Durchschnitt und insgesamt am niedrigsten.

Überdurchschnittlich hoch waren die Ausfälle hingegen in der Pflege und Kinderbetreuung: teilweise mehr als sieben Prozent über dem Durchschnitt. Im Jahr 2023 gab es insgesamt 13 Prozent mehr Krankmeldungen als 2022.

Für die Analyse hat die Krankenkasse die Daten aller 2,39 Millionen DAK-versicherten Beschäftigten auswerten lassen.

Alarmierend für die Wirtschaft

"Auch wenn das Ergebnis nach den Erkältungswellen im Frühjahr und Herbst nicht überraschend kommt, ist es für die Wirtschaft alarmierend" , sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. "Die hohen Fehlzeiten beeinträchtigen die Arbeitsabläufe vieler Betriebe und Behörden – besonders dann, wenn die Personaldecke durch den Fachkräftemangel immer dünner wird."

"Betriebe haben in den zurückliegenden Jahren immer mehr im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements getan, aber unsere Zahlen zeigen, dass das nicht ausreicht" , so Storm. Deutschland brauche eine "Offensive für das betriebliche Gesundheitsmanagement."

Homeoffice und Mental Health

Einen Anstieg verzeichnete die DAK in der Analyse auch bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Hier sind die Fehlzeiten um 7,4 Prozent angestiegen, von 301 auf 323 Fehltage je 100 Beschäftigte.

Einen Grund sieht die DAK in der Flexibilisierung der Arbeit durch mobiles Arbeiten seit der Coronapandemie und einen damit verbundenen Stressanstieg. 2022 arbeiteten fast 2,3 Millionen Deutsche vollständig von zu Hause aus .

Gemäß einer Antwort der Bundesregierung befand sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage von Beschäftigten aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Jahr 2022 auf einem Höchststand .


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