Kostenlose Zertifikate: Symantec will mit Let's Encrypt konkurrieren

Die Sicherheitsfirma Symantec hat im Rahmen ihrer Encryption-Everywhere-Kampagne(öffnet im neuen Fenster) angekündigt, künftig kostenfreie TLS-Zertifikate bereitstellen zu wollen. Das soll im Rahmen eines Webseiten-Sicherheitspaketes in Kooperation mit großen Webhostern ermöglicht werden. Symantec dürfte mit der Ankündigung auf die von Let's Encrypt bereitgestellten kostenfreien Zertifikate reagieren. Let's Encrypt hat seit Start der öffentlichen Betaphase bereits mehr als eine Million Zertifikate ausgestellt.
Symantec schreibt, bis 2018 eine hundertprozentige Absicherung aller "legitimen Webseiten" erreichen zu wollen. Beteiligte Webhoster können ihren Kunden im Rahmen der Kampagne kostenfrei einfache Zertifikate zur Verfügung stellen, für spezialisierte Produkte müssen die Kunden dann zahlen. Das Basispaket umfasst die Domain Validation, wie auch bei Let's Encrypt. In der kostenpflichtigen Version könnten dann Angebote wie Wildcard-Zertifikate und Extend-Validation-Zertifikate enthalten sein.
Strenge Auflagen für Provider
Hoster, die an dem Programm teilnehmen wollen, müssen mindestens 200.000 Webseiten hosten, DNS-Authentifizierung ermöglichen, bestimmte vorab mit Symantec vereinbarte Vermarktungsziele erreichen und die Verschlüsselungsangebote mit Webhosting-Paketen bündeln. Auch der First-Level-Support für Kunden soll durch die jeweiligen Hoster erfolgen [ Bedingungen im PDF(öffnet im neuen Fenster) ].
Partner sind bislang Internetx, Certcenter und Hostpoint, weitere Partner sollen folgen. Deutsche Hoster waren für eine Stellungnahme am heutigen Morgen nicht zu erreichen. Die Bedingungen zeigen, dass das Programm vor allem ein Verkaufsförderungsprogramm für Symantec ist - auch wenn zu begrüßen ist, wenn die Verbreitung von HTTPS dadurch steigt.
Symantec hatte Ärger mit Google
Im vergangenen Jahr hatte Symantec wegen fälschlicherweise ausgestellter Zertifikate Ärger mit Google . Symantec stellte einer Untersuchung zufolge 76 Zertifikate für gültige Domains und 2.458 Zertifikate für ungültige Domains unberechtigterweise aus. Google präsentierte dem Unternehmen damals eine Reihe von Forderungen, um Symantec-Zertifikate weiterhin in Chrome zu akzeptieren - auch wenn diese Drohung nicht expliziert wurde.
Über den Let's-Encrypt-Twitter-Account(öffnet im neuen Fenster) und in der dazugehörigen Community(öffnet im neuen Fenster) wurde gestern Abend bekanntgegeben, dass die Initiative in das CA-Browserforum aufgenommen wurde. Damit könnte die Initiative über die Regeln für Zertifikate mitentscheiden. Eine unabhängige Bestätigung der Aufnahme in das Forum gibt es derzeit noch nicht, auf der Mitgliedsliste taucht Let's Encrypt noch nicht auf.



