Kostenbremse für Mieter: An der Wärmepumpe kommt auch die CDU nicht vorbei
In einem Eckpunktepapier, das unter anderem der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) vorliegt, hat sich die Regierungskoalition darauf geeinigt, Mieter vor stark steigenden Heizkosten zu schützen. Die Mehrkosten für die geplante Beimischung von erneuerbaren Heizstoffen und für die CO2-Abgabe sollen zwischen Vermietern und Mietern geteilt werden.
Erst im Februar beschloss die Koalition aus CDU und SPD, die Verpflichtung zum Einbau einer Heizung, die sich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betreiben lässt, wieder aufzuheben. Die unter der Ampelkoalition beschlossene Maßnahme hätte fast zwangsläufig dazu geführt, dass bis auf wenige Ausnahmen nur noch Wärmepumpe oder Fernwärme hätten genutzt werden dürfen.
Beim Regierungsantritt hatte die neue Koalition unter anderem versprochen, das zu ändern, und erklärte den "Heizungskeller wieder zur Privatsache,"so Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU. Die Ziele beim Klima- und Umweltschutz sollen nun mit einer sogenannten Biotreppe erreicht werden.
Kosten kaum kalkulierbar
Eine neue Öl- und Gasheizung müsste demnach schon in wenigen Jahren mit derzeit kaum verfügbaren Bioheizstoffen wie Biogas oder Bioöl betrieben werden – bei unklaren Kosten. Derzeit liegen die Kosten für eine Kilowattstunde Biogas bei dem doppelten bis dreifachen Preis im Vergleich zu Erdgas. Durch den steigenden Bedarf könnte sich der Wert zudem noch erhöhen, wenn die Beimischungsquote für Biogas immer weiter steigt.
Parallel steigt die CO2-Abgabe, und auch die Gebühren für das Gasnetz dürften sich vervielfachen. Wenn immer mehr Menschen Wärmepumpe oder Fernwärme nutzen, müssten die Kosten für Betrieb und Wartung auf weniger Kunden umgelegt werden.
Privathaushalte können bei der Wahl ihrer Heizung auf eigenes Risiko handeln. Allerdings bestand die Gefahr, dass Vermieter die hohen Investitionskosten für eine Wärmepumpe nicht aufwenden wollen, da die Heizkosten von den Mietern getragen werden (abgesehen von der bereits jetzt anteilig zu zahlenden CO2-Abgabe).
Anfangs hohe Kosten, später hohes Einsparpotenzial
Der Preis für den Kohlendioxidausstoß macht aber nur einen geringen Anteil aus. Von durchschnittlich 2.000 Euro Energiekosten für fossiles Heizen im Jahr für eine große Wohnung lassen sich 100 bis 200 Euro vom Vermieter zurückverlangen. Die Stromkosten einer Wärmepumpe für ein vergleichbares Objekt lägen bei ungefähr 1.000 Euro.
Dieser Preisunterschied würde die ungefähr 20.000 Euro höheren Investitionskosten keinesfalls rechtfertigen. Verdoppeln sich die Heizkosten jedoch, was dem Preis für Biogas entsprechen würde, liegt die jährliche Ersparnis mit einer Wärmepumpe bei 3.000 Euro. Dann würde sich bei einer Aufteilung der Kosten der Einbau sogar für Vermieter lohnen.
Gegenüber der Süddeutschen Zeitung formuliert Axel Gedaschko, Präsident des Verbands der Wohnungswirtschaft, es so: "Was Robert Habeck mit Zwang erreichen wollte, macht diese Koalition nun etwas eleganter über die Kosten." Oder anders ausgedrückt: Die Effizienz von Wärmepumpen und Fernwärmesystemen spricht für sich – daran ändert auch ein zurückgedrehtes Gesetz durch CDU und SPD nichts.
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