Kosten von 15 Milliarden Euro: Mobilfunkfirmen wollen Geld von Google, Netflix und Co.

Die Mobilfunkbetreiber wollen Google, Netflix und andere Firmen an den Kosten für die Telekommunikationsnetze beteiligen. Diese weigern sich - wenig überraschend.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Bei der Frage des Ausbaus von Mobilfunknetzen geht es vor allem um Geld.
Bei der Frage des Ausbaus von Mobilfunknetzen geht es vor allem um Geld. (Bild: Pixabay)

Der Streit zwischen Telekomfirmen und Onlineunternehmen wie Google und Netflix um die Kosten der Netze spitzt sich zu. Europäische Netzbetreiber wollen Plattformen mit hohem Datendurchsatz zur Kasse bitten. Die Onlinefirmen halten dagegen, doch der jüngste Start von EU-Konsultationen gibt der Telekombranche neue Hoffnung. Die Europäische Kommission appelliert an die Parteien, eine "faire" Lösung zu finden, um den teuren Netzausbau zu finanzieren.

Inhalt:
  1. Kosten von 15 Milliarden Euro: Mobilfunkfirmen wollen Geld von Google, Netflix und Co.
  2. Warum zahlen Kunden für hohe Datenraten?

Inzwischen steht in dem Konflikt ein konkreter Betrag im Raum: 15 Milliarden Euro. So viel koste es die Netzbetreiber jährlich, das Datenvolumen der fünf größten Onlinedienste umzuschlagen, sagte die Chefin des Telekomunternehmens Orange, Christel Heydemann.

Die Onlinedienste verursachten jeden Tag rund 55 Prozent des Datenverkehrs, betonte sie zum Auftakt des wichtigsten Branchentreffs Mobile World Congress in Barcelona. Die Telekomindustrie habe in den vergangenen zehn Jahren allein in Europa 600 Milliarden Euro in Netze investiert.

Kunden wollen wenig für Mobilfunk zahlen

Aber vielen Mobilfunkfirmen falle es schwer, mit Mobilfunkverträgen Geld zu verdienen. Auch, weil Verbraucher erwarteten, immer weniger zu zahlen. Zudem habe man es teils mit "veralteter" Regulierung des Marktes zu tun. Nur wenn alle Beteiligten dazu beitrügen, ließen sich Netze weiter ohne öffentliche Gelder ausbauen.

Die Onlinefirmen kontern, wegen ihrer Dienste wollten Nutzer überhaupt erst ins Netz. Niemand lege sich eine schnelle Leitung zu, um die Schönheit des Internetrouters zu bewundern, heißt es etwa bei der Youtube-Mutter Google. Internetdienste und Telekomnetzbetreiber hätten unterschiedliche Geschäfte.

Nutzer forderten Inhalte an und Anbieter lieferten sie. Studien zeigten, dass die Kosten der Netzbetreiber nicht in direkter Verbindung mit dem von ihren Kunden angeforderten Datenvolumen stünden. Google gibt zu bedenken, die Onlinebranche habe in eigene Leitungen investiert, auf die auch die Telekomfirmen kostenfrei zurückgreifen könnten. Auch wachse das Datenvolumen langsamer als früher.

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Warum zahlen Kunden für hohe Datenraten? 
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My1 08. Mär 2023

dann spart man sich u.U. auch diese Frequenzauktionen...

My1 08. Mär 2023

Peering ist nicht "kostenlos" sondern beide seiten bezahlen jeweils ihre eigenen Kosten...

Emerald Flint 28. Feb 2023

Was für ein saudämlicher Schwachsinn. Netflix hat sich in etliche Rechenzentren auf der...



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