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Endlich lernen wir etwas!

Schließlich greifen wir erneut zur Anleitung, die mehr als farbenreiche 60 Seiten dick ist. Sie ist deutlich lehrreicher als das Spiel. Eine Einleitung und 19 Projekte widmen sich ausführlich Programmierkonstrukten und der Arduino-Programmierung, auch das beiliegende Steckbrett kommt hier zur Anwendung. Die Sensoren und ihre Abfrage werden erklärt. Die Quellcodes der Beispielprogramme sind deutlich besser als die Minibeispiele in der App. Kleine Einschübe lockern die Erklärungen auf und geben tiefergehende, manchmal auch eher unterhaltende Informationen. Auch typische Fehlermeldungen der Arduino-IDE sind aufgelistet und typische Fehlerursachen werden erklärt. Die Anleitung gehört hinsichtlich des Umfangs und ihrer altersgerechten Aufmachung zu den besten, die wir für Programmierkits bislang gesehen haben. Mit ihr können wir tatsächlich programmieren lernen.

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Allerdings geht die Anleitung kaum auf Aspekte der Elektroniktechnik ein. Dafür hat der Kosmos-Verlag aber seit Jahrzehnten eigenständige Sets. Leider vermissen wir auch ein Projekt, bei dem der Spielcontroller als solcher wieder zum Einsatz kommt, er hätte sehr schön zur Erklärung von Processing getaugt, um Programme auf einem Computer zu steuern. Die Bluetooth-Fähigkeit spielt auch keine Rolle mehr. Wenn auch nicht ohne Macken, haben die Entwickler der BBC-Mikro gezeigt, wie eine Fernsteuerung per Bluetooth demonstriert werden kann, ohne gleich eine eigene Smartphone-App schreiben zu müssen.

Offene Architektur erfreut das Bastlerherz

Um das Mikrocontroller-Board im Rahmen der Projekte zu programmieren, kommt die Arduino-IDE zum Einsatz. Der Kosmoduino wird als Arduino Uno erkannt und ist mit diesem Software-kompatibel. Denn als Mikrocontroller wird ein Atmega 328P verbaut. Für die Kommunikation per Bluetooth dient ein CC2451 von Texas Instruments. Die Stromversorgung erfolgt entweder über eine Mikro-USB-Schnittstelle oder über die Steckbrett-kompatiblen Pins des Boards. Die Antenne für Bluetooth befindet sich auf der Platine, ein Anschluss für eine externe Antenne fehlt.

  • Das Kosmobits-Gamepad (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Set besteht nicht nur aus dem Pad. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Aufsteckbare Sensoren befinden sich in kleinen Gehäusen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Optisch haben der Kosmoduino und Arduino Uno wenig gemeinsam, sie sind aber kompatibel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Kosmoduino passt auf ein Steckbrett. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Sensorboard im Gamepad-Gehäuse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Akku befindet sich unter dem Sensorboard. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Jeweils ein Sensor kann auf dem Sensorboard aufgesteckt werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Spiele-App ist ein klassisches Jump'n'Run. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Gelegentlich müssen wir eine Spezialfähigkeit über einen Sensor aktivieren. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Pro Level gibt es ein Terminal zum Programmieren. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Wir müssen einen Lückentext ausfüllen. Die Monsterchen stehen unter anderem für Funktionsnamen. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Hilfe erklärt nicht wirklich etwas. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Erfolg! Bloß bei was? Eine LED gibt es im Spiel nicht. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Mehr Hilfetexte gibt es außerhalb des Spielemodus.(Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Liebe Kinder: Bitte macht das nicht nach! (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Interessant. Wenn man schon Ahnung hat. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Lernt man im 35. Semester Informatik: Das international anerkannte Symbol für die Loop-Funktion ist ein Pelztier mit Springseil.(Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Der Leveleditor würde uns noch mehr gefallen, wenn er tatsächlich auch programmierbar wäre. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Wenigstens können selbstgebaute Level mit anderen geteilt werden. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Anleitung ist deutlich ausführlicher und besser aufbereitet. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anleitung ist deutlich ausführlicher und besser aufbereitet.  (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Sensorboard im Gamepad-Gehäuse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Sensorboard umfasst einen Buzzer, eine mehrfarbige Neopixel-LED und die Ladeschaltung für den Akku. Dazu kommen die beiden Buttons und das Drehrad mit Encoder. Ansonsten ist auf der Platine viel Freiraum. Das macht auf den ersten Blick die Platine teurer als notwendig, aber wir fühlen uns beim Hantieren mit der Elektronik damit auch deutlich wohler. Beim kleinen BBC-Micro hatten wir immer wieder die Befürchtung, irgendein Bauteil zu beschädigen, wenn wir ihn anfassten. Außerdem dürften Kinder die Smartphone-große Elektronik tatsächlich als wertvoller ansehen als einen BBC-Micro.

Auch die Trennung von Mikrocontroller- und Sensorboard wie auch die Sensormodule verteuern die Hardware. Alle Komponenten auf eine Platine zu platzieren, wäre preiswerter geworden. Doch die Vorteile überwiegen die höheren Kosten aus unserer Sicht. Das Mikrocontroller-Board ist eigenständig verwendbar, keine Pins sind durch festverdrahtete Bauteile blockiert. Alle Anschlüsse sind auf den Platinen beschriftet. So ist die Elektronik auch noch dann vielseitig verwendbar, wenn am Gamepad-Konzept selbst kein Interesse mehr besteht.

Die Spielfigur springt endlich von allein

Schließlich sind wir neugierig. Könnten wir das programmierbare Gamepad doch dazu bringen, das Spiel automatisiert zu spielen? Der Quellcode des originalen Steuerprogramms Kosmobits_App steht in einem Paket zusammen mit den Quellcodes der übrigen Projekte und der notwendigen Bibliotheken zum Download zur Verfügung.

Wir überfliegen den Quellcode des Steuerprogramms. Uns irritiert, dass Kommentare im Code mal auf Deutsch, mal auf Englisch sind. Die Formatierung ist inkonsistent. Das Wort Gefrickel ist hier tatsächlich angebracht. Leider ist nirgends die Kommunikation zwischen dem Mikrocontroller und dem Bluetooth-Chip dokumentiert.

Wir versuchen, die Logik des wirren Codes zu verstehen, und experimentieren ein wenig herum. So finden wir heraus, dass der Bluetooth-Chip über die serielle Schnittstelle angebunden ist und wir tatsächlich Steuerbefehle mit einem eigenen Programm auslösen können. Es wäre trivial gewesen, die Funktionalität in eine Bibliothek zu legen und so die Steuerung wie auch Sensorauswertung anfängerfreundlich für eigene Programmierexperimente zu verpacken. Hier wird eine motivierende Lehrmöglichkeit für das Denken in Algorithmen und ihre Umsetzung ausgelassen.

Leider verzichtet der Kosmos-Verlag auf eine Nutzerplattform wie ein Forum, damit wir unsere Erkenntnisse mit anderen teilen können.

 Kosmobits im Test: Tausch den Spielecontroller gegen einen Mikrocontroller!Verfügbarkeit und Fazit 
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am (golem.de) 06. Dez 2016

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