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Kosmische Unschärfe: Warum außerirdische Signale bisher übersehen haben könnten

Eine Studie des Seti-Instituts erklärt, warum aktuelle Suchfilter außerirdische Radiosignale bisher vielleicht einfach ignorieren.
/ Patrick Klapetz
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Das Radiosignal eines Planeten kann zunächst als scharfer Ton (weiß) auftreten, aber durch die Plasmawinde  zu einem breiteren, schwächeren Signal (grün) ausgebreitet werden. (Bild: Vishal Gajjar)
Das Radiosignal eines Planeten kann zunächst als scharfer Ton (weiß) auftreten, aber durch die Plasmawinde zu einem breiteren, schwächeren Signal (grün) ausgebreitet werden. Bild: Vishal Gajjar
Inhalt
  1. Kosmische Unschärfe: Warum außerirdische Signale bisher übersehen haben könnten
  2. Suche verbessern durch breitere Filter und höhere Frequenzen

Seit Jahrzehnten suchen Astronomen nach messerscharfen Radiosignalen aus den Tiefen des Alls. Eine neue Studie des Seti-Instituts(öffnet im neuen Fenster) (Suche nach extraterrestrischer Intelligenz) zeigt jedoch, dass die Suche möglicherweise zu eng gefasst wurde. Das Weltraumwetter in fernen Sternensystemen könnte die Botschaften außerirdischer Zivilisationen so stark verzerren, dass unsere aktuellen Filter sie schlichtweg ignorieren.

Bisher basierte die Suche auf einer zentralen Annahme: Wenn eine technisch fortgeschrittene Zivilisation ein Signal sendet, dann ist dies ein extrem schmalbandiges, präzises Radiosignal. Es wäre vergleichbar mit einem Laserstrahl im Radiofrequenzbereich, denn solche Signale kommen in der Natur nicht vor und gelten daher als sogenannte Technosignatur.

Turbulentes Plasma als verwischender Störfaktor

Jedoch gibt es einige physikalische Hindernisse, die laut einer aktuellen Seti-Forschungsgruppe bisher unterschätzt wurden. Bevor ein solches Signal das Heimatsystem der Außerirdischen verlasse, müsse es durch das dortige interplanetare Medium reisen.

Da das interplanetare Medium des jeweiligen Sterns aus turbulentem Plasma und Sonnenwinden besteht, kommt es zur Streuung der Radiowellen. Das Team vergleicht dies mit heißer Luft über einer Straße, die das Licht zum Flimmern bringt. Ein ursprünglich scharfes Signal werde "verschmiert" und über einen breiteren Frequenzbereich verteilt.

Abschwächung des Signals

Das Forschungsteam testete seine Hypothese anhand der Signale der Raumsonden Pioneer-10 , Helios und Viking. Die Daten von Voyager-1 dienten als Hauptreferenz für die Kalibrierung. Dabei spielten vor allem die Aktivität und die Menge des Plasmas eine entscheidende Rolle. Je mehr Plasma vorhanden und je höher die Sonnenaktivität war, desto mehr verloren die Signale an Schärfe. Aus einem präzisen Ton wurde ein verwaschenes Rauschen.

Dieser Effekt ist bei Sternen vom Typ M-Zwerg (also einem roten Zwergstern , beispielsweise Proxima Centauri ) besonders kritisch, da diese Sterne sehr aktiv sind und starke Sternwinde haben. Dadurch ist die Streuung dort viel stärker als bei unserer Sonne. Zudem kommen M-Zwergsterne am häufigsten in Galaxien vor.

Die Streuung findet jedoch vor allem nah am Ursprungsstern statt, also innerhalb weniger astronomischer Einheiten (eine AE entspricht dem mittleren Erd-Sonnen-Abstand). Anschließend erreicht das Signal den fast leeren interstellaren Raum, wo es nicht weiter gestört wird.


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