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Korruptionsverdacht: Razzien bei Telekom wegen Schmiergeld beim Glasfaserausbau

Ein Mitarbeiter der Telekom Technik soll Bestechungsgelder in sechsstelliger Höhe kassiert haben. Das LKA NRW führte 40 Durchsuchungen durch.
/ Nils Matthiesen
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Korruptionsermittlungen bei der Deutschen Telekom (Symbolbild) (Bild: cottonbro Studio / Pexels)
Korruptionsermittlungen bei der Deutschen Telekom (Symbolbild) Bild: cottonbro Studio / Pexels

Das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen hat am Dienstagmorgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln großangelegte Durchsuchungsmaßnahmen im Umfeld der Deutschen Telekom durchgeführt. Hintergrund sind Ermittlungen wegen Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall, berichtet die Westdeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster). Im Zentrum steht ein Mitarbeiter der Telekom Technik in Bonn, der im Rahmen des Glasfaserausbaus Schmiergelder von einem Subunternehmen angenommen haben soll.

Insgesamt durchsuchten die Beamten 40 Wohn- und Geschäftsgebäude sowie diverse Bankschließfächer. Die Schwerpunkte der Razzia lagen im Ruhrgebiet, am Niederrhein und im Rheinland. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt zehn Personen aus der Baubranche. Dem Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, eine Baufirma aus Duisburg bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt zu haben. Als Gegenleistung soll die Firma dem Mitarbeiter drei Prozent der Auftragssumme gezahlt haben. Den Ermittlern zufolge summierte sich dieser Betrag auf eine mittlere sechsstellige Summe.

Internes Whistleblower-System löste Ermittlungen aus

Die Aufdeckung des Falls geht laut Angaben der Deutschen Telekom auf einen internen Whistleblower zurück. Ein Kollege hatte anonym einen Hinweis über das Compliance-System des Konzerns gegeben. Nach einer internen Prüfung erstattete die Telekom Anzeige. Das LKA hatte bereits im Herbst mit verdeckten Ermittlungen begonnen, bevor die Maßnahmen in die offene Phase übergingen.

Neben dem Arbeitsplatz des Verdächtigen in Bonn wurden zahlreiche Privat- und Firmenimmobilien gesichtet. Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial in Form von Unterlagen, Datenträgern und zahlreichen Mobiltelefonen sicher. Zudem wurden Vermögenswerte im Wert von über eine halbe Million Euro eingefroren. Die Telekom betonte, dass das interne Meldesystem wie vorgesehen funktioniert habe.

Glasfaserausbau unter Druck

Der Vorfall trifft den Konzern in einer Phase massiver Investitionen. Laut aktuellen Berichten von Februar 2026 liegt die Zahl der verfügbaren Glasfaseranschlüsse derzeit bei rund 12,6 Millionen. Ende 2025 hatte der Konzern noch gut 12,5 Millionen Haushalte gemeldet, die einen Anschluss buchen konnten. Trotz des Ausbaus bleibt die aktive Nutzung eine Herausforderung: Rund 16,4 Prozent der Haushalte in Reichweite verfügen über einen entsprechenden Vertrag, was etwa jedem sechsten Haushalt entspricht.

Gleichzeitig steht das Breitbandgeschäft vor Herausforderungen. Die Gesamtzahl der Breitbandanschlüsse, inklusive DSL, sank im vergangenen Jahr leicht. Derartige Korruptionsfälle bei der Vergabe von Bauaufträgen könnten nicht nur den finanziellen Schaden vergrößern, sondern auch die zeitlichen Abläufe beim Netzausbau belasten.


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