Korruptionsverdacht: Ermittlungen gegen leitende Mitarbeiter von Chinas Chipfonds

Chinas Big Fund sollte mit Milliardensummen die Halbleiterindustrie des Landes voranbringen. Das viele Geld soll Begehrlichkeiten geweckt haben.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Viel Geld soll mehrere führende Mitarbeiter von Chinas Halbleiter-Fonds schwach gemacht haben.
Viel Geld soll mehrere führende Mitarbeiter von Chinas Halbleiter-Fonds schwach gemacht haben. (Bild: Pixabay)

Chinas Integrated Circuit Industry Investment Fund, aufgrund seines Volumens oft nur Big Fund genannt, verliert seine Führung. Seit Juli 2022 laufen Reuters zufolge Ermittlungen gegen Leiter Ding Wenwu sowie Lu Jun, einen ehemaligen Leiter der Investmentfirma Sino IC Capital, die den Fonds verwaltet.

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Am 9. August gab die für Korruptionsuntersuchungen zuständige Disziplinarkommission CCDI bekannt, dass sie gegen drei weitere hochrangige Mitarbeiter ermittle.

Die Vorwürfe sind in allen Fällen die gleichen: Die Beschuldigten sollen "schwere Verletzungen von Disziplin und Recht" begangen haben. Genaueres ist derzeit nicht zu erfahren. Mindestens einer der Beschuldigten, Liu Yang, saß neben seiner Tätigkeit für Sino IC Capital im Aufsichtsrat der Unternehmen Advanced Micro-Fabrication Equipment und Piotech. Beide stellen Maschinen für die Halbleiterfertigung her und könnten von den Geldern des Fonds profitiert haben. Denkbar ist aber auch, dass die Beschuldigten politisch in Ungnade fielen.

Die Untersuchungen stehen in engem zeitlichem Zusammenhang mit verschärften US-Sanktionen. Speziell von den besonders wichtigen Belichtungsmaschinen versuchen die USA chinesische Fertiger abzuschneiden. Hier verfügt China über keinerlei Alternativen aus eigener Fertigung - angekündigte Maschinen sind zumindest öffentlich noch nicht verfügbar.

Geld wurde ineffizient genutzt

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Dem Big Fund wird nachgesagt, Geld nach dem Gießkannenprinzip verteilt zu haben. So seien die umgerechnet fast 50 Milliarden US-Dollar (verteilt auf zwei Phasen) ineffizient genutzt worden. Experten schätzen, dass lediglich 20 Prozent des ausgegebenen Geldes einen nachhaltigen Effekt für die Halbleiterbranche hat (g+).

Viel Geld floss beispielsweise in die mittlerweile insolvente Tsinghua Unigroup. Die hinterließ zwar den recht erfolgreichen Flash-Hersteller YMTC, ohne Maschinen auf dem aktuellen Stand der Technik wird der aber auf Dauer den Anschluss an die Konkurrenz verlieren. Mehr Geld für die Entwicklung der Fertigungstechnik anstatt großer Fabs hätte also die bessere Investition sein können.

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