Korruption: Ankläger fordern neun Jahre Haft für Samsung-Chef

Das Verfahren gegen den Konzernerben und Samsung-Chef läuft bereits seit Jahren und wurde mehrmals neu aufgerollt.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der Samsung-Erbe Lee Jae Yong auf dem Weg zu einem der Verhandlungstermine
Der Samsung-Erbe Lee Jae Yong auf dem Weg zu einem der Verhandlungstermine (Bild: Chung Sung-Jun/Getty Images)

In einem wieder aufgelegten Korruptionsprozess gegen den Erben des südkoreanischen Samsung-Firmenimperiums, Lee Jae Yong, hat die Staatsanwaltschaft neun Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Die Anklagevertretung habe in ihrem Plädoyer am letzten Verhandlungstag am Obergericht in Seoul am Mittwoch die große Macht des größten Mischkonzerns des Landes hervorgehoben, berichten südkoreanische Sender und die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Dem Konzernchef wird demnach vorgeworfen, sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung entzogen zu haben. Der 52-jährige Lee ist Vorsitzender des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics.

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Hintergrund des Verfahrens ist eine Korruptionsaffäre um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und deren langjährige Vertraute Choi Soon Sil. Park wurde im März 2017 aus dem höchsten Staatsamt entfernt. Samsung soll hohe Summen an Unternehmen der umstrittenen Park-Freundin sowie an deren Verwandte gezahlt und im Gegenzug unter anderem politische Unterstützung für die Fusion zweier Konzerntöchter erhalten haben. Es sollen knapp 30 Milliarden Won (rund 22,5 Millionen Euro) an Bestechungsgeld geflossen sein.

Lee habe vor Gericht sein Verhalten bedauert und versprochen, "ein neues Samsung" zu schaffen, berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap. Lee hatte zuvor die Vorwürfe der Bestechung zurückgewiesen und sich bereits im Sommer dieses Jahres öffentlich für sein Verhalten entschuldigt. Das Urteil wird im nächsten Monat erwartet.

Lee war 2017 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später milderte eine Berufungsinstanz die Haft zu einer Bewährungsstrafe ab und Lee wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Das oberste Gericht in Seoul verwarf jedoch später das Urteil in großen Teilen, so dass Lee wieder auf die Anklagebank zurück musste. Getrennt von dem Verfahren laufen gegen Lee und zwei ehemalige Manager weitere Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Aktienkursmanipulation und Verstöße gegen den Rechnungsprüfungsvorschriften. Lee ist der Sohn des im Oktober verstorbenen früheren Konzernvorsitzenden Lee Kun Hee und hat dessen Posten inzwischen übernommen.

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