Kopierschutz: In der Szene bekannter Denuvo-Cracker kurzzeitig verhaftet

Ein in der Szene bekannter Cracker mit dem Pseudonym Voksi ist in Bulgarien angeklagt worden. Die Firma hinter der Anti-Tamper-Software Denuvo (Jurassic World Evolution) hat bestätigt, dass sie dafür mit den Behörden des Landes zusammengearbeitet hat.

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Artwork von Jurassic World Evolution
Artwork von Jurassic World Evolution (Bild: Frontier Developments)

"Denuvo hat bei den bulgarischen Behörden Klage gegen mich eingereicht. Die Polizei kam gestern und nahm den Server-PC und meinen persönlichen PC mit. Ich musste danach zur Polizei gehen und aussagen": Das schreibt ein Cracker, der in der Szene unter dem Pseudonym Voksi bekannt ist, in einem Forum auf Reddit. Der 21-Jährige gehört zu einer Gruppe namens Revolt, die zuletzt als führend beim Knacken von Denuvo galt und - soweit bekannt - keine kommerziellen Interessen vertritt.

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Stattdessen geht es den Mitgliedern um etwas anderes. "Ich habe getan, was ich für euch gemacht habe und natürlich, weil bloated Software in unseren Spielen überhaupt nicht erlaubt sein sollte. Vielleicht kann jemand anderes meinen Kampf fortsetzen", schreibt Voksi nun. Mit "bloated Software" (künstlich aufgeblähte Software) bezieht er sich darauf, dass Denuvo - vereinfacht gesagt - unter anderem damit arbeitet, seine Schutzmechanismen in sehr vielen sonst überflüssigen Daten zu verstecken.

Voksi hatte Ende 2017 für Schlagzeilen in der Fachpresse gesorgt, weil nach seiner Auffassung die PC-Version von Assassin's Creed Origins vor allem wegen Denuvo auf PCs massive technische Probleme hat. Später hatte sich allerdings herausgestellt, dass das so nicht gestimmt hat. Während Denuvo bei vielen aktuellen PC-Versionen wie Far Cry 5 und Final Fantasy 15 in kurzer Zeit überwunden wurde, hält der Schutz beim zuletzt damit ausgestatteten Jurassic World Evolution noch.

Auf Reddit schreibt Voksi, dass er inzwischen den Kontakt zu Denuvo gesucht und um eine "friedliche Lösung" gebeten habe. Die Firma habe aber erklärt, dass nun die Behörden von Bulgarien für den Fall zuständig seien.

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In einer Presseerklärung der Firma Irdeto - zu der Denuvo seit Anfang 2018 gehört - wird die Darstellung von Voksi mehr oder weniger bestätigt. Laut Irdeto sei die kurzzeitig verhaftete Person für das Knacken von "mehreren Spielen mit der Anti-Tamper-Software von Denuvo" verantwortlich. Die Bulgarian Cybercrime Unit schreibt, dass die Ermittlungen andauern.

Denuvo ist kein klassischer Kopierschutz

Das von einem österreichischen Anbieter stammende Denuvo ist kein klassischer Kopierschutz, der etwa das Vervielfältigen der Disc verhindert. Stattdessen soll die Software - der Hersteller spricht von Anti-Tamper-Software - verhindern, dass etwa die Online-DRM-Maßnahmen von Steam und Origin umgangen werden.

Das System galt eine Zeit lang als nicht überwindbar, in den vergangenen Monaten war es teils nach wenigen Stunden geknackt worden, teils hielt es aber auch mehrere Wochen und Monate. Vielen Publishern, die Denuvo verwenden, geht es allerdings primär um den Schutz ihrer Werke in der besonders nachfragestarken Zeit nach der Erstveröffentlichung.

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Clari1986 30. Jul 2018

Eben! Jene, die dafür auch noch bezahlt haben, gerade jene kriminalisiert man damit...

recluce 29. Jul 2018

Für den Witcher 3 galt das nur für eine kurze Zeit nach Erscheinen der Konsolen-Version...

Clari1986 29. Jul 2018

Oder bei GoG kaufen und sein Spiel ohne Gängeleien erhalten. Als downloadbarer...

Clari1986 29. Jul 2018

Das gleiche kann man Firmen unterstellen, die DRM Maßnahmen einsetzen, um den Kunden...



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