Kopfmusik: Japanischer Musiker komponiert mit dem Gehirn
Eine ganz neue Bedeutung des Begriffs Kopfmusik schafft der japanische Musiker Masaki Batoh(öffnet im neuen Fenster): Er macht seine Musik mit dem Gehirn – im Wortsinn: Er übersetzt Gehirn- in Schallwellen.

Brain Pulse Music(öffnet im neuen Fenster), kurz BPM, heißt das neue Album des Japaners, das gerade bei der US-Plattenfirma Drag City erschienen ist. Produziert wird die Musik mit einem Instrument, das Batoh Brain Pulse Music Machine oder BPM Machine genannt hat.
Hirnwellen zu Schallwellen
Die BPM Machine besteht aus einem Gestell, das sich der Musiker auf den Kopf setzt, und einem kleinen Kästchen mit einem Wandler. An dem Gestell sitzen drei Sensoren – einer in Höhe der Stirn, die beiden anderen werden an den Ohrläppchen befestigt. Sie nehmen Delta-, Theta- und Alphawellen(öffnet im neuen Fenster) vom Frontallappen(öffnet im neuen Fenster) und Parietallappen(öffnet im neuen Fenster) auf. Diese werden dann von dem Wandler als Töne ausgegeben. Der Wandler hat verschiedene Regler, mit denen Frequenzen, Schwellenwert, Lautstärke und die Empfindlichkeit verändert werden können.
Batoh empfiehlt, sich in einen meditativen Zustand zu versetzen und den Geist frei zu machen, um BPM zu erzeugen. Sprechen hingegen störe dabei. "Unser geistiger Zustand spiegelt sich sekündlich in Tönen wider, die wir sofort hören", erklärt Batoh dem US-Technologiemagazin Wired(öffnet im neuen Fenster). "Die Synchronizität von Gehirnwellen und Ton rührt mich."
Gedenken an Tsunami-Opfer
Trotz des Namens sind nur zwei Stücke auf der neuen Platte tatsächlich mit Hirnwellen komponiert – darunter Eye Tracking Test(öffnet im neuen Fenster), das der Künstler kostenlos in Internet bereitstellt. Die übrigen Stücke sind mit traditionellen japanischen Instrumenten eingespielt und dem Gedenken der Opfer des Tsunamis vor einem Jahr gewidmet. Den Erlös will er dem japanischen Roten Kreuz spenden.
Für alle, die selbst BPM machen möchten, kommt das Instrument im kommenden Monat für 700 US-Dollar auf den Markt. Bestellungen nimmt Drag City bereits entgegen(öffnet im neuen Fenster) – ausgeliefert wird ab 27. März.

