Kopfhörer und Lautsprecher: Bundeskartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Bose

Bose soll über viele Jahre dem Wettbewerb geschadet haben, indem Vertragshändler zur Einhaltung bestimmter Preise gedrängt wurden.

Artikel veröffentlicht am ,
Bose muss Millionenstrafe zahlen.
Bose muss Millionenstrafe zahlen. (Bild: Ingo Pakalski/Golem.de)

Das Bundeskartellamt hat eine Strafe gegen den Lautsprecher- und Kopfhörerhersteller Bose verhängt. Laut dem Amt muss Bose knapp 7 Millionen Euro zahlen, weil der Hersteller eine vertikale Preisbindung in Deutschland praktiziert habe. "Wir werfen der Bose GmbH vor, über Jahre hinweg die freie Preisbildung bei dem Vertrieb ihrer Audioprodukte durch beteiligte Vertragshändler eingeschränkt zu haben", sagte dazu Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes.

Stellenmarkt
  1. Software-Entwickler (m/w/d) ORACLE - WEB
    Rieker Holding AG, Thayngen
  2. SAP Nachwuchsführungskraft als Entwicklungsleiter (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Stuttgart
Detailsuche

"Das Unternehmen hat darauf hingewirkt, dass etwa Kopfhörer oder Lautsprecher nicht erheblich unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) angeboten werden. Das geht zu Lasten des Preiswettbewerbs und grundsätzlich zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher", schildert Mundt den Fall. Bose ist im Markt für Kopfhörer mit Active Noise Cancellation (ANC) einer der führenden Anbieter.

Für Mundt sei es wichtig, dass das Amt eine klare Botschaft sende: "Vertikale Preisbindung wird nicht toleriert und konsequent verfolgt." Eingeleitet wurde das Verfahren im Zusammenhang mit einem Amtshilfeersuchen der österreichischen Wettbewerbsbehörde und einer Durchsuchungsaktion im März 2018.

So ging Bose bei der Einhaltung der Preise vor

Das Bundeskartellamt schildert das Vorgehen Boses folgendermaßen: Mitarbeiter von Bose sollen neben den üblichen Verhandlungen über Einkaufspreise mit den betroffenen Vertragshändlern auch Abstimmungsmaßnahmen über die Gestaltung der Verkaufspreise getroffen haben. Diese Abstimmungen bezogen sich grundsätzlich auf eine Anhebung der Verkaufspreise, teilweise seien diese auch konkret vereinbart worden.

Golem Akademie
  1. Data Engineering mit Apache Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    25.–26. April 2022, Virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Hierdurch sollte verhindert werden, dass die Verkaufspreise der Vertragshändler - aus Sicht von Bose - zu sehr von den unverbindlichen Preisempfehlungen abweichen. Die Preisentwicklung sei dabei von Bose-Mitarbeitern kontrolliert worden. Bei Abweichungen soll es wiederholt zu Interventionen durch Bose gekommen sein. Die Händler sollen dann ihre Preise nach den Wünschen Boses verändert haben.

Bei der Bußgeldfestsetzung wurde nach Aussage des Bundeskartellamts berücksichtigt, dass Bose mit dem Amt umfassend kooperiert habe und das Verfahren im Wege der einvernehmlichen Verfahrensbeendigung abgeschlossen werden konnte. Der Bußgeldbescheid ist rechtskräftig. Gegen die beteiligten Händler und gegen die für Bose handelnden Personen sind nach Aussage des Bundeskartellamts keine Bußgeldbescheide ergangen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Thargon 03. Dez 2021 / Themenstart

Wer hat denn wessen Gewinne geboostet? Bose hat seine Produkte weiterhin zu den gleichen...

elknipso 03. Dez 2021 / Themenstart

Bose wäre gerne Premium, sind aber faktisch bestenfalls Mittelmaß und das zu...

elknipso 03. Dez 2021 / Themenstart

Das ist bei einigen Herstellern absolut üblich, und wenn man sich nicht an die feste...

Sybok 03. Dez 2021 / Themenstart

Das war tatsächlich als Scherz im Scherz gemeint (bot sich an). ;-)

Truster 02. Dez 2021 / Themenstart

...hab sie aber auch noch nicht erhalten. Ich hoffe, ich bekomme sie noch :D

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Treibstoffe
E-Fuels-Produktion in der Praxis

Über E-Fuels, also aus Ökostrom hergestellte Kraftstoffe, wird viel diskutiert. Real produziert werden sie bislang kaum.
Von Hanno Böck

Treibstoffe: E-Fuels-Produktion in der Praxis
Artikel
  1. Klimaschutz: Verbrennerkauf - warum der Verkehrsminister Recht hat
    Klimaschutz
    Verbrennerkauf - warum der Verkehrsminister Recht hat

    Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) warnt vor dem Kauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor, weil fossile Brennstoffe keine Lösung sind - auch nicht als E-Fuels.
    Ein IMHO von Andreas Donath

  2. VR/AR: Apple stößt bei seiner Brille wohl auf massive Probleme
    VR/AR
    Apple stößt bei seiner Brille wohl auf massive Probleme

    Das VR-AR-Brillen-Projekt von Apple soll in Schwierigkeiten stecken. Die Prototypen überhitzen, was den Marktstart 2022 gefährdet.

  3. Elektromobilität: Renault will ab 2030 in Europa nur noch E-Autos anbieten
    Elektromobilität
    Renault will ab 2030 in Europa nur noch E-Autos anbieten

    Renault will bis 2030 den Umstieg zum reinen Elektroauto-Anbieter schaffen. Ein kleines Schlupfloch gibt es nur für Dacia.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u.a. WD Blue 3D 1TB 79€, be quiet! Straight Power 11 850W 119€ u. PowerColor RX 6600 Hellhound 529€) • Alternate: Weekend-Deals • HyperX Cloud II Wireless 107,19€ • Cooler Master MH752 54,90€ • Gainward RTX 3080 12GB 1.599€ • Saturn-Hits • 3 für 2: Marvel & Star Wars [Werbung]
    •  /