Kopfhörer und Hörstöpsel: Apple verteilt Update für Airpods-Modelle

Apple beginnt nach eigenen Angaben damit, im Rahmen der Veröffentlichung von iOS 17 eine neue Firmware für mehrere Airpods-Modelle zu verteilen. Mit dem Update reagiert Apple nach Jahren der Kritik und fügt eine Basisfunktion für moderne Kopfhörer-Produkte nach: eine Mikrofonsteuerung direkt am Gerät. Die meisten Neuerungen gibt es allerdings exklusiv für die 2022er Variante der Airpods Pro 2.
Nach dem Update wird es mit den Airpods der dritten Generation , mit den Airpods Pro der ersten Generation (g+) sowie der zweiten Generation aus dem Jahr 2022 und den Airpods Max (g+) möglich sein, in einem Telefonat das Mikrofon an- und abzuschalten. Bei den Bluetooth-Hörstöpseln wird das durch Drücken auf den Stiel realisiert, bei den Airpods Max erfolgt die Mikrofonsteuerung über einen Druck auf die sogenannte Digital Crown, also den drehbaren Druckknopf am Gerät. Ältere Airpods-Produkte bekommen keine Mikrofonsteuerung mittels Firmware-Update.
Folgende Neuerungen plant Apple ausschließlich für die 2022er-Edition der Airpods Pro 2 sowie für die demnächst erscheinenden überarbeiteten Airpods Pro 2 : adaptives Audio, personalisierte Lautstärke und Konversationserkennung. Mit der Funktion adaptives Audio sollen die Hörstöpsel anhand der Umgebungsgeräusche erkennen, ob gerade der ANC-Betrieb oder der Transparenzmodus benötigt wird.
Apple übernimmt Sony-Komfortfunktion
Eine vergleichbare Funktion zu adaptivem Audio nutzt Sony bei seinen Hörstöpseln und Kopfhörern unter der Bezeichnung adaptive Geräuschsteuerung bereits seit Jahren. Apple geht noch einen Schritt weiter und mischt bei Bedarf den ANC- mit dem Transparenzbetrieb. Indem das Gespräch im Transparenzmodus durchgelassen und der Krach der Umgebung durch den ANC-Betrieb verringert wird, soll es möglich sein, sich mit jemandem in einer lauten Umgebung zu unterhalten.
Bei der Funktion personalisierte Lautstärke soll maschinelles Lernen verwendet werden, um Umgebungsbedingungen und Hörgewohnheiten der Nutzer zu lernen und die Medienwiedergabe zu optimieren.
Zudem will Apple die Airpods Pro 2 mit weiteren Komfortfunktionen ausstatten, die Sony zuerst beim WH-1000XM4 einführte und in vielen weiteren Kopfhörern und Bluetooth-Hörstöpseln (g+) verwendet: die Aktivierung des Transparenzmodus quasi auf Zuruf. Apple nennt dies Konversationserkennung: Sobald bei laufender Musik gesprochen wird, reduziert sich die Lautstärke, und der Transparenzmodus wird aktiviert, um sich unterhalten zu können, ohne die Hörstöpsel aus dem Ohr zu nehmen.

Apple will außerdem den automatischen Wechsel zwischen Apple-Produkten besser machen. Alle Airpods-Modelle werden demnach weiterhin kein Bluetooth-Multipoint unterstützen. Nur beim Einsatz mehrerer Apple-Produkte ist eine parallele Verbindung der Airpods zu mehreren Geräten möglich. Der Wechsel zwischen Geräten soll künftig zuverlässiger als bisher funktionieren.
Update der Airpods erfolgt automatisch
Wie bei Apple üblich haben Kunden bei Airpods-Produkten keinen Einfluss auf den Update-Prozess. Apple entscheidet, wann ein verfügbares Update auf die Kopfhörer installiert wird. Kunden erhalten keinen Hinweis darauf, bevor ein Produkt aktualisiert wird. Das Update kann nicht manuell über die iOS-Einstellungen installiert werden. Generell lassen sich die Airpods-Produkte nur über ein Apple-Gerät aktualisieren. Apple hat als einer der wenigen Hersteller von Kopfhörern keine App für Android, so dass von diesen Geräten auch keine Aktualisierung der Airpods-Produkte möglich ist.
Es gibt auf Apple-Geräten keine Möglichkeit, ein Update für die Airpods zu verschieben, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu installieren. Sobald das Airpods-Produkt mit einer neuen Firmware(öffnet im neuen Fenster) versehen wurde, beginnt die Version mit der Zahl 6, zuvor wurden 5er-Versionen der Firmware verteilt.
Neue Airpods Pro 2 kommen
Diese Woche bringt Apple eine neue Version der Airpods Pro 2 auf den Markt, die den sperrigen Titel Airpods Pro (2. Generation) mit Magsafe Ladecase (USB-C) tragen. Die 2023er-Variante der Airpods Pro 2 hat als Neuerung nicht nur ein neues Ladeetui. Die Hörstöpsel sowie das Ladeetui sind erstmals nach IP54 zertifiziert, also gegen Eindringen von Spritzwasser und Staub geschützt.
Ferner sind die 2023er-Airpods-Pro-2 das bisher einzige Kopfhörer-Produkt von Apple, das Lossless Audio bieten wird. Allerdings gilt das ausschließlich im Zusammenspiel mit Apples kommendem Vision Pro - mit anderen Geräten wird es das nicht geben. Das USB-C-Ladeetui der neuen Airpods Pro 2 wird nicht einzeln von Apple verkauft.



