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Kooperations-Chef: Telekom sieht sich als größten Nachfrager für Open Access

"'Die Telekom kooperiert doch gar nicht; und wenn, ist das nur ein Feigenblatt.' So ähnlich klingt es, wenn unwahre Behauptungen über unser Verhalten in die Welt gesetzt werden" , meint der Telekom-Kooperationschef.
/ Achim Sawall
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Die neueste Kooperation der Telekom (Bild: Deutsche Telekom)
Die neueste Kooperation der Telekom Bild: Deutsche Telekom

Es sei unwahr, dass die Deutsche Telekom nicht mit anderen kooperiert oder dies nur vortäuscht. Das hat Thilo Höllen, Senior Vice President (SVP) Breitbandkooperationen der Telekom, in einem Beitrag auf Linkedin erklärt(öffnet im neuen Fenster) . "Telekom ist der Netzbetreiber mit dem größten bestehenden und wachsenden Kooperations-footprint im Ausbau von Glasfasernetzen. Wir sind größter Bitstream-Access Open Access Nachfrager und – naturgemäß – auch der größte Anbieter" , betonte der Bereichschef für Kooperationen.

Höllen wird auf dem Branchenkongress Fiberdays des Breko(öffnet im neuen Fenster) in Wiesbaden dazu in den kommenden zwei Tagen auf verschiedenen Veranstaltungen mitdiskutieren.

In der vergangenen Woche unterzeichneten die Stadtwerke Nürtingen (SWN) und die Telekom(öffnet im neuen Fenster) einen Kooperationsvertrag zum Glasfaserausbau. Die Stadtwerke bauen das Glasfasernetz und die Telekom mietet das Netz an und übernimmt den aktiven Netzbetrieb. Die Kooperation umfasst insgesamt 13.000 Haushalte und Unternehmensstandorte.

M-net und UGG: Telekom überbaut trotz Open-Access-Angeboten

Mehrere große Konkurrenten beklagen dagegen , dass die Telekom trotz vorhandener Open-Access-Angebote zunehmend bestehende Netze überbauen würde. Seit gut einem halben Jahr habe die Telekom deutlich ihre Strategie geändert und überbaue gezielt die FTTH-Netze anderer Unternehmen. "Vorher waren das Einzelfälle, da konnte man noch nicht von einer Strategie sprechen" , sagte Nelson Killius, M-net-Chef und Buglas-Vorstand, Ende Januar in Berlin. "Das begann im Frühjahr bis Sommer vergangenen Jahres."

Ein Breitbandverantwortlicher der Telekom habe in einem öffentlichen Beitrag laut Killius erklärt, dass man "selbstverständlich" bestehende Glasfasernetze, auch wenn sie Open Access anbieten, überbauen werde. "Das ist relativ neu und volkswirtschaftlich mit Blick auf die gesellschaftlichen Ausbauziele einfach nicht zu verantworten" , legte Killius dar. Srini Gopalan, Deutschlandchef der Telekom, habe dem bayrischen Ministerpräsidenten offen gesagt, dass man "natürlich überbauen" werde, führte Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer an.

Keine schlechten Open-Access-Angebote an die Telekom

Dabei werde der Telekom Open Access preislich attraktiv angeboten. "Selbstverständlich ist es hochattraktiv, die Telekom auf sein Netz zu bekommen" , erklärte Christian Jochim, Director Legal, Compliance & Regulation bei Unsere Grüne Glasfaser (UGG). Die Preise für die Mitnutzung des Glasfasernetzes durch Open Access orientierten sich immer daran, was die Telekom in ihren Netzen verlange. Eine Mitnutzung sei allemal besser, als überbaut zu werden, erklärte Killius.

Telekom-Sprecher Johannes Maisack erklärte Golem.de Ende Januar 2023: "In einigen Gebieten haben wir uns deshalb dazu entschieden, unser Glasfasernetz eigenständig auszubauen, weil wir keinen bedarfsgerechten Zugriff auf das bereits bestehende Netz bekommen konnten."


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