Kooperation vereinbart: Fiat Chrysler baut 100 autonome Minivans für Google

Die Gerüchte haben sich bestätigt. Google kooperiert mit Fiat Chrysler für den Bau autonomer Autos. Andere Autohersteller fühlen sich offenbar nicht zu schwach für solch einen Deal.

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Der neue Minivan Pacifica von Fiat Chrysler soll Googles Sensortechnik bekommen.
Der neue Minivan Pacifica von Fiat Chrysler soll Googles Sensortechnik bekommen. (Bild: Fiat Chrysler)

Der Internetkonzern Google und der Automobilhersteller Fiat Chrysler (FCA) haben eine Kooperation zum Bau autonomer Autos vereinbart. Der Autokonzern wolle dazu 100 Fahrzeuge seines runderneuerten Minivans Pacifica mit der Sensor- und Steuerungstechnik von Google ausstatten, teilte Fiat Chrysler am Dienstag mit. Damit werde die Testflotte für Googles Autoprojekt verdoppelt. Entsprechende Berichte aus der vergangenen Woche wurden damit bestätigt.

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Bislang hat Google seine Technik erst nachträglich in verschiedene Fahrzeugtypen eingebaut, darunter in einen Lexus RX450Hs und einen Toyota Prius. Googles "Kugelauto" ist hingegen eine Eigenentwicklung, die jedoch nur Testzwecken dient. Charakteristisch für Googles Testautos ist der große und teure Laserscanner auf dem Dach. Die deutschen Oberklassehersteller Audi, BMW und Daimler lehnen einen solchen optisch auffälligen Sensor bislang strikt ab.

Erste Testfahrzeuge Ende des Jahres

Der neue Pacifica soll 2017 auf den Markt kommen. Aber schon Ende dieses Jahres sollen die Testfahrzeuge zur Verfügung stehen. Google und Fiat Chrysler wollen dazu ein gemeinsames Entwicklungszentrum im Südosten von Michigan nutzen, um den Bau der Fahrzeuge zu beschleunigen. Googles Autoprojekt teilte in einem Blogbeitrag mit: "In den kommenden Monaten wird unser Team eng mit den Ingenieuren von FCA zusammenarbeiten. Diese Erfahrung wird beiden Teams dabei helfen, ein komplett selbstfahrendes Auto zu bauen, das Personen per Knopfdruck von A nach B bringt."

Zudem erhalte Google dadurch die Gelegenheit, ein größeres Fahrzeug zu testen, in das die Passagiere leichter ein- und aussteigen könnten. Dies gelte vor allem für Funktionen wie automatische Schiebetüren.

Keine exklusive Kooperation

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Beide Firmen behielten sich aber die Möglichkeit vor, mit anderen Partnern auf dem Gebiet des autonomen Fahrens zu kooperieren, berichtete der Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Eine Vereinbarung zwischen Google und General Motors sei hingegen gescheitert, weil sich die beiden Firmen nicht darauf hätten einigen konnen, wem die entwickelte Technik und die Daten gehörten.

Nach Ansicht von Branchenexperten kann Fiat Chrysler von der Partnerschaft hingegen mehr als andere Autokonzerne profititeren. Laut Autoextremist.com ist der Hersteller der technologisch rückständigste in der Branche. Firmenchef Sergio Marchionne könne daher an Know-how gelangen, das sein Unternehmen ohnehin nicht selbst aufbauen könnte. Google wiederum könnte die Fertigungskapazitäten und das Händlernetz von Fiat Chrysler nutzen. Zu dem Konzern gehören auch bekannte Marken wie Alfa Romeo, Ferrari, Lancia, Maserati, Dodge, Jeep, Ram Truck und SRT.

Die deutschen Hersteller befürchten jedoch, durch eine Partnerschaft mit Google zu einer Art Zulieferer degradiert zu werden, der vom Know-how des IT-Konzerns abhängig ist. Aus diesem Grund hatten die Firmen im vergangenen Jahr den Kartendienst Here übernommen.

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