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Kooperation mit Pon: VW steigt ins Fahrradleasing ein

IAA 2023
Der VW -Konzern will Europas größter herstellereigener Zweirad-Finanzierer werden. Für die neue SSP-Plattform gibt es wieder keine Jahreszahl.
/ Friedhelm Greis
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VW-Chef Oliver Blume auf der IAA 2023 in München (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
VW-Chef Oliver Blume auf der IAA 2023 in München Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Der VW-Konzern will sich auf dem Weg zur Elektromobilität und zu neuen Mobilitätsdiensten neue Geschäftsfelder eröffnen. "Wir treiben die Transformation systematisch voran und erschließen konsequent weitere attraktive Ertragsquellen im Bereich nachhaltiger Mobilität" , sagte Konzernchef Oliver Blume am 4. September 2023 zum Auftakt der IAA Mobility in München. Dazu will sich VW unter anderem an Bike Mobility Services (BMS) beteiligen, einer Tochterfirma des niederländischen Fahrradherstellers Pon.

Der entsprechenden Pressemitteilung zufolge (öffnet im neuen Fenster) gehören zu BMS Marken wie Business Bike, Lease A Bike und B2Bike. Zur Begründung für den Einstieg hieß es: "Dieser Markt boomt, da viele Unternehmen als Erweiterung des klassischen Flottengeschäfts die Mobilitätsangebote für ihre Mitarbeiter auf Fahrräder ausweiten." Ziel sei es, "Europas größter herstellereigener Zweirad-Finanzierer zu werden" . Der Schwerpunkt des Geschäfts liege auf Europa und den USA.

Einheitszelle wird deutlich günstiger

Mit Blick auf die Elektromobilität kündigte Blume an, dass die Fortentwicklung der MEB-Plattform, die MEB+ genannt wird, im Jahr 2025 auf den Markt kommen soll. Diese verbessere jeweils Reichweite und Effizienz um rund zehn Prozent. Die Plattform biete Beschleunigungszeiten unter 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Schnellladung von weniger als 20 Minuten auf Basis der Einheitszelle des Konzerns mit Cell2Pack-Technik.

Neue vollelektrische Modelle von Volkswagen, Skoda und Cupra sollen mit Einstiegspreisen unter 25.000 Euro auf den Markt kommen. Diese sollen die ersten Fahrzeuge sein, die den MEB+ nutzen.

Die Einheitszelle soll von der Tochterfirma Powerco um 50 Prozent günstiger als bisherige Zellen gebaut werden können. Dazu trage auch "die standardisierte Zellfabrik sowie weitere Innovationen wie die Trockenbeschichtung und eine kostengünstige Zellchemie ohne Kobalt und Nickel" bei.

Auf der Pressekonferenz kündigte VW an, dass die geplante Kooperation mit dem indischen Autohersteller Mahindra "in weit fortgeschrittenen Gesprächen" sei. Mahindra will demnach zentrale MEB-Komponenten wie den E-Antrieb und die Einheitszellen für seine Modelle nutzen. Zuletzt gab es jedoch Berichte(öffnet im neuen Fenster) , wonach VW anders als geplant die Batteriezellen nicht vor 2026 oder 2027 liefern können. Daher seien andere Anbieter wie BYD und Valeo eingesprungen.

Blume bekräftigte auf der IAA das Ziel, im kommenden Jahr mit dem Audi Q6 das erste Modell der neuen Premium Platform Electric (PPE) zu liefern. Die PPE-Modelle erhielten erstmals von der VW-Tochterfirma Cariad entwickelte Elektronikarchitektur und Softwareplattform.

SSP kommt "mittelfristig"

Eine Jahreszahl zum Start der Scalable Systems Platform (SSP) nannte Blume jedoch nicht. Medienberichten zufolge soll er vor wenigen Monaten auf einer Aktionärsversammlung noch das Jahr 2026 genannt haben. Der Mitteilung zufolge will der Konzern "mittelfristig" auf die neue Plattform umsteigen, die von allen Konzernmarken genutzt werden soll.

Bereits am Vorabend der IAA hatte VW ein Konzeptauto für einen vollelektrischen GTI vorgestellt . Wann ein solches Fahrzeug auf den Markt kommt, ist aber noch unklar.


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