Kooperation mit Baidu: Tesla darf Selbstfahrmodus in China anbieten

Der US-Elektroautohersteller Tesla darf Autos in China künftig mit mehr Assistenzsystemen anbieten. Das Wallstreet Journal (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) berichtete unter Berufung auf informierte Personen, dass Tesla von chinesischen Beamten die vorläufige Freigabe für die Funktion Volles Potenzial für autonomes Fahren (Full Self-Driving, FSD) erhalten habe. Tesla-Chef Elon Musk traf sich dazu am 28. April 2024 überraschend in Peking mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang.
Grundlage für die Einführung der Funktion ist Berichten zufolge eine Vereinbarung zwischen Tesla und dem chinesischen IT-Konzern Baidu. Laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) gewährt Baidu dem Autohersteller Zugang zu seiner Kartierungslizenz. Damit erhält Tesla die Möglichkeit, auf chinesischen Straßen Daten für Entwicklung seiner Assistenzsysteme zu sammeln.
Während Tesla die gesammelten Daten in die USA transferieren wollte, um die Assistenzsysteme mit maschinellem Lernen zu trainieren, beharrten die chinesischen Behörden laut Reuters (öffnet im neuen Fenster) auf einer Speicherung in China.
Details zur Vereinbarung offen
Dem Bericht zufolge ist unklar, ob die von Tesla gesammelten Daten dem US-Unternehmen selbst oder Baidu gehören. Um eine Kartierungslizenz zu erhalten, müssen ausländische Unternehmen mit einem chinesischen Anbieter kooperieren. Neben Baidu soll es ein Dutzend weitere chinesische Firmen mit einer solchen Lizenz geben. Im Gegensatz zu anderen ausländischen Autoherstellern konnte Tesla seine Autofabrik in Schanghai ohne eine chinesische Partnerfirma errichten und betreiben.
Wann Tesla den FSD-Dienst bereitstellen kann, ist derzeit unklar. Sollten die kompletten Daten dafür noch gesammelt werden müssen, dürfte das Zeit in Anspruch nehmen. Auf die Frage eines Tesla-Fahrers aus China, wann FSD in dem Land angeboten werde, antwortete Musk lediglich(öffnet im neuen Fenster) : "Es kann schon sehr bald möglich sein."
Gemäß Reuters stellt Baidu allerdings auch seinen Spurhalteassistenten zur Verfügung. Zudem ist offen, welche weiteren Voraussetzungen Tesla für die Freischaltung des Dienstes erfüllen muss. Für Tesla bedeutet die Vereinbarung dennoch einen wichtigen Schritt für den Verkauf seiner Fahrzeuge in China. Denn chinesische Hersteller wie Nio (g+) entwickeln ebenfalls automatisierte und autonome Fahrfunktionen. Der Aktienkurs von Tesla setzte nach Bekanntwerden der Nachrichten den Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort.