Militär: Iran nutzt China-Satelliten zur Aufklärung von US-Basen
Die Luft- und Raumfahrtabteilung der iranischen Revolutionsgarde hat laut einer Recherche der Financial Times(öffnet im neuen Fenster), die auf geleakten Militärdokumenten basiert, den Satelliten TEE-01B(öffnet im neuen Fenster) eingesetzt, um US-Militärstandorte in der Region auszuspähen.
Der Satellit wurde von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye(öffnet im neuen Fenster) gebaut und Ende 2024 nach dem Start in China zum Preis von rund 36,6 Millionen Dollar an den Iran übergeben. Die Daten zeigen, dass iranische Kommandeure den Satelliten im März gezielt auf US-Basen ausrichteten – darunter die Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien.
Chinesische Infrastruktur, iranische Kontrolle
TEE-01B liefert Bilder mit einer Auflösung von etwa einem halben Meter – vergleichbar mit westlichen Hochleistungssatelliten. Irans bisher fähigster Militärsatellit Noor-3(öffnet im neuen Fenster) schaffte lediglich rund fünf Meter Auflösung. Das Pekinger Unternehmen Emposat(öffnet im neuen Fenster), das laut einem US-Kongressbericht enge personelle Verbindungen zur Luft- und Raumfahrttruppe der Volksbefreiungsarmee unterhält, stellte dem Iran Software und ein Bodennetzwerk zur Steuerung des Satelliten bereit.
Das Modell hat einen strategischen Vorteil: Die Bodenstationen befinden sich außerhalb des Iran – und damit außerhalb der Reichweite von Gegenmaßnahmen der USA und Israels. Irans eigene Satellitenstationen wurden den Berichten zufolge 2025 und 2026 zerstört.
China weist Berichte zurück
Chinas Außenministerium wies die Berichte als falsch zurück. Earth Eye und Emposat äußerten sich nicht. Das Weiße Haus antwortete ausweichend und verwies auf Trumps frühere Warnung an China vor "großen Problemen", sollte Peking den Iran mit Luftabwehrsystemen beliefern.
Der Fall zeigt, wie kommerzielle Raumfahrttechnologie militärische Lücken schließen kann – und wie schwer es ist, solche Deals zu unterbinden, wenn sie formal zivil aussehen.



