Konzern: Volkswagen-Zentrale entscheidet künftig über Software
Volkswagen will Entscheidungen zu Software, Fahrzeugplattformen und Fahrerassistenzsystemen künftig wieder stärker zentral steuern. Wie das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, plant Vorstandschef Oliver Blume, wichtige Entscheidungen dazu schrittweise zurück in die Zentrale nach Wolfsburg zu holen.
Die Neuordnung ist Teil der Konzernstrategie bis 2030 und soll ein Schwerpunkt in Blumes zweiter Amtszeit werden. Ziel ist es, Kosten zu senken, das Tempo zu erhöhen und Doppelentwicklungen bei den Marken zu vermeiden. Als Vorbild gilt das neue Steuerungsmodell von VW, Skoda und Seat/Cupra. Damit sollen Technik, Einkauf und Produktion gebündelt werden.
Intern soll der Druck auf Blume wachsen, da er laut Vereinbarungen mit Beschäftigtenvertretern bereits bis Frühjahr 2025 ein neues Steuerungskonzept vorlegen sollte. Der Betriebsrat unterstützt zwar mehr zentrale Führung, lehnt jedoch eine Holdingstruktur ab.
Eine Verkleinerung des Konzernvorstands gilt im Zuge der Neuordnung als wahrscheinlich. Für die Umsetzung spielt die Besetzung der Aufsichtsratsspitze eine wichtige Rolle. Amtsinhaber Hans Dieter Pötsch könnte zwar verlängern, in Konzernkreisen werden jedoch auch Alternativen diskutiert, darunter Rechtsvorstand Manfred Döss und der frühere Magna-Manager Siegfried Wolf.
Cariad faktisch ein Auslaufmodell
Volkswagen konzentriert sich laut Bericht künftig auf zwei Betriebssystemlinien für China inklusive Exportmärkten und auf eine Linie für den Rest der Welt, entwickelt im Joint Venture mit dem US-Elektroautohersteller Rivian. Die bisherigen Systeme der Softwaretochter Cariad gelten faktisch als Auslaufmodell.
Volkswagen verhandelte im Mai 2023 mit chinesischen Anbietern über die Zulieferung von Softwarekomponenten für seine Elektroautos. Zu den Verhandlungspartnern gehörte Huawei, ebenso andere chinesische Firmen. Ein Vertrag mit Huawei kam nicht zustande.
Auch bei Fahrzeugplattformen und Fahrerassistenzsystemen will die VW-Konzernführung künftig stärker den Kurs vorgeben, während die Marken vor allem Gestaltung und "Kundenerlebnis" übernehmen sollen. In China setzt Volkswagen beim automatisierten Fahren (Advanced Driver Assistance System, Adas) bereits zentral auf eine Lösung mit dem Anbieter Horizon Robotics. In Europa will VW die bislang fragmentierte Struktur konsolidieren.
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