Kony 2012 Part 2: Neuer Film soll auch die Kritiker überzeugen

Millionen Mal wurde das erste Kony-Video(öffnet im neuen Fenster) in wenigen Tagen angeklickt. Jetzt hat die amerikanische Nichtregierungsorganisation Invisible Children(öffnet im neuen Fenster) einen neuen Film zur Verfolgung des ugandischen Rebellenführers Joseph Kony(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. In dem Film Kony 2012 Part 2 wollen die Macher auch die Kritiker der Kampagne überzeugen.
Das zwanzigminütige Video beginnt mit den Reaktionen auf den ersten Film. Erst danach werden weitere Hintergründe zu den Taten des Anführers der Lord's Resistance Army (LRA) erklärt. Der Direktor von Invisible Children, Jedidiah Jenkins, sagte der Social Times(öffnet im neuen Fenster) : "Das Video gibt einen Überblick über die Aktivitäten der LRA und die Schritte, die wir unternehmen, um den Rebellenführer zu verhaften und die Region zu unterstützen."
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| Video: Kony 2012 Part 2 |
Ein genauerer Überblick ist auch nötig. Denn das erste Video war zwar erfolgreich, es wurde aber auch heftig kritisiert. Auch, weil nach wie vor nicht klar ist, ob Joseph Kony überhaupt noch in dem Land ist. Vermutlich hält er sich in der Republik Kongo auf. Die mediale Aufmerksamkeit, die Uganda erhalten hatte, habe nichts gebracht, lautete eine andere Kritik(öffnet im neuen Fenster) . Die Menschen dort hätten ganz andere Sorgen als korrupte Politiker oder Zusammenstöße zwischen unzufriedenen Bevölkerungsgruppen. Ein anderer Vorwurf: Nur 30 Prozent der Hilfsgelder(öffnet im neuen Fenster) von Invisible Children kämen vor Ort an, und durch die Kampagne erhielten andere Organisationen weniger Aufmerksamkeit.
Ein weiterer Kritikpunkt war die Art der Verbreitung des Films über die sozialen Netzwerke Facebook, Google+ und Twitter. Viele Hollywood-Stars hatten den Link zum Youtube-Video über Twitter verbreitet. Über 700.000 Nutzern gefällt mittlerweile die Facebook-Seite zur Kampagne. Christian Zainhofer, Mitglied im Bundesvorstand des Kinderschutzbundes, sagte dem Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster) , er sei nach dem 30-minütigen Film "völlig platt" gewesen. So unkommentiert, wie der Film bei Youtube und über Facebook angeboten wird, sei "schwer verständlich, worum es geht."
Für den Regisseur des ersten Films, Jason Russel, war die Kritik zu viel. Er erlitt im März einen Zusammenbruch(öffnet im neuen Fenster) . Zuvor hatte er immer wieder betont, dass er nur die Öffentlichkeit über die Taten von Joseph Kony informieren wollte. Der Zusammenbruch sei durch Stress, Übermüdung und Dehydrierung aufgrund der plötzlichen Bekanntheit ausgelöst worden, hieß es.



