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Konsolenhersteller: Energiesparen ja, aber nicht beim Spielen

Nintendo, Sony und Microsoft haben sich mit der EU-Kommission auf einige freiwillige Energiesparmaßnahmen geeignet. Ausgerechnet der mit Abstand wichtigste Modus der Geräte wurde dabei aber ausgeklammert.
/ Peter Steinlechner
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Konsolen im Spielmodus auf der Gamescom 2013 (Bild: Jürgen Schwarz/Getty Images)
Konsolen im Spielmodus auf der Gamescom 2013 Bild: Jürgen Schwarz/Getty Images

Die drei großen Konsolenhersteller Nintendo, Sony und Microsoft haben sich nach jahrelangen Verhandlungen mit der EU-Kommission auf ein Bündel von Maßnahmen zum Energiesparen geeinigt. Die Firmen haben zwar keine verbindlichen, sondern nur freiwillige Maßnahmen zugesagt – aber auch damit soll innerhalb "eines Jahres so viel Energie eingespart werden, wie ein kleines EU-Land wie Litauen innerhalb eines Monats verbraucht" , so die EU-Kommission(öffnet im neuen Fenster) .

Erreicht werden soll das durch neue Vorgaben beim Stromverbrauch, während die Konsolen Musik oder Filme wiedergeben sowie im "Navigationsmodus" . Damit meint die Kommission vermutlich schlicht das Hauptmenü.

Für den viel wichtigeren Spielmodus gibt es hingegen ausdrücklich keine Vorgaben, also auch keine unverbindlichen. Die EU-Kommission argumentiert, dass dieser Verbrauch schwierig zu messen sei – ähnlich wie der Benzindurst eines fahrenden Autos, der von vielen Faktoren abhängt. Erst 2017 bei einer bereits jetzt geplanten Überarbeitung der Direktive, die den Namen Ecodesign trägt, soll auch der Spielmodus erfasst werden.

Weitere Maßnahmen, um die Konsolen umweltverträglicher zu machen, sind eine bessere Aufklärung des Kunden etwa über die Standby-Modi. Diese verbrauchen jedoch teils immer noch recht viel Energie – das hatte kürzlich eine US-Verbraucherschutzorganisation bemängelt . Auch Verbesserungen bei der Reparierbarkeit der Geräte sind geplant.

Laut dem Magazin The Register(öffnet im neuen Fenster) gab es hinter den Kulissen viel Kritik daran, dass die Zusagen der Konsolenhersteller nicht verpflichtend sind. Angeblich haben sich einige der von den Ländern entsandten Umweltexperten zu den Verhandlungen distanziert, weil sie darin nur noch eine Zeitverschwendung sahen.

Die EU-Kommission wiederum sagt, dass die Vereinbarung mit den Konsolenherstellern von einer unabhängigen Einrichtung überprüft werde. Sollten die Firmen ihre Zusagen nicht einhalten, werde es gesetzliche Vorgaben geben.


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