Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Konsolen: Microsoft bestätigt 12 Teraflops für Xbox Series X

Nun ist es offiziell: Die GPU der Xbox Series X schafft eine Leistung von 12 Teraflops - ungefähr das Doppelte der Xbox One X. Damit treffen einige Leaks zu, außerdem hat der zuständige Manager Phil Spencer eine Reihe weiterer Neuheiten vorgestellt.
/ Peter Steinlechner
75 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork der Xbox Series X (Bild: Microsoft)
Artwork der Xbox Series X Bild: Microsoft

Der für die Spielesparte von Microsoft zuständige Phil Spencer hat im Firmenblog einen Beitrag über die Xbox Series X veröffentlicht. Die wichtigste Information: Spencer bestätigt, dass die GPU der für Ende 2020 geplanten Konsole eine Rechenleistung von 12 Teraflops erreiche. Dieser Wert wird schon länger genannt - nun ist er offiziell.

Unter anderem waren die 12 Teraflops Ende 2019 in Dokumenten zu finden, die vermutlich Mitarbeiter von AMD in einem Github-Repository abgelegt hatten . Über die Playstation 5 war dort zu lesen, dass die GPU auf einen Wert von 9,2 Teraflops komme - das bestätigte der Hersteller, in dem Fall Sony, nicht.

Seitdem gab es immer wieder Berichte, dass Sony nachbessere. Das könnte ein Grund dafür sein, dass der Konzern schon seit Monaten keine substanziellen Neuigkeiten mehr über die ebenfalls für Ende 2020 angekündigte Konsole mitteilte. Tatsächlich nannte ein neuerer Leak für die PS5 einen Wert von 12,6 Teraflops - und 11,8 Teraflops für die Xbox Series X, was immerhin ungefähr stimmt.

Der Wert der PS5 soll auf Angaben eines Entwicklers basieren, der mit dem neuen Devkit der kommenden Konsolen arbeitet, wie unter anderem Forbes(öffnet im neuen Fenster) schreibt. Die weiteren Angaben ergeben eher das Bild, dass sich die beiden Geräte technisch in der Praxis nicht allzu sehr unterscheiden - zumal die Teraflops zwar ein wichtiger, aber längst nicht der alles entscheidende Wert sind.

Spencer bestätigte in seinem Beitrag auch einige schon länger bekannte Spezifikationen: Die Xbox Series X basiert auf einem achtkernigen Prozessor mit Zen-2-Architektur und einer Grafikeinheit mit RDNA-Technik, das hardwarebasiertes Raytracing unterstützt.

Xbox Series X - Trailer (Ankündigung)
Xbox Series X - Trailer (Ankündigung) (01:53)

Spannend: Spencer geht ausführlicher auf das zwar schon mehrfach genannte, aber nicht im Detail vorgestellte Variable Rate Shading (VRS) ein. Offenbar hat Microsoft ein Patent auf die Technologie, mit der die GPU intelligent "einzelne Effekte auf bestimmten Spielfiguren oder wichtige Umgebungsobjekte priorisieren" kann. Das führe zu stabileren Bildraten, ohne dass die Grafikqualität leide.

Außerdem bestätigte Spencer, dass Entwickler auf der Xbox Series X eine Bildrate von bis zu 120 fps nutzen könnten, und dass durch Dynamic Latency Input die Steuerung besonders verzögerungsfrei arbeiten solle. Spiele für die Xbox One sowie alle Titel, die Microsoft in seinem Backward-Compatibility-Programms bearbeitet hat, sollen mit Series X kompatibel sein und dank der effizienteren Architektur ohne weiteren Entwicklungsaufwand schneller laden und flüssiger laufen.

Nach Angaben von Spencer sorgt ein Softwaresystem namens Smart Technologie dafür, dass automatisch auf jede Xbox ab der One S die jeweils passende Version eines Spiels geladen und aktualisiert wird, ohne dass der Anwender sich darum kümmern muss. Das wird ausdrücklich für Halo Infinite angekündigt - einer der Launchtitel der Xbox Series X. Entwickler sollen es aber auch für Games verwenden können, die zuerst für die Xbox One erscheinen.

Mit seiner Ankündigung stellte Spencer zwar spannende Details vor. Aber man kann sich schon fragen, ob er mit dem ungewöhnlichen Beitrag neben PR in eigener Sache noch eine andere Absicht verfolge. Wir vermuten: Es könnte Spencer darum gehen, den Druck auf Sony zu erhöhen, mal wieder etwas zur Playstation 5 zu sagen.

Dessen Management machte in den vergangenen Wochen etwa im Gespräch mit Analysten den Eindruck, dass es erst auf Neuigkeiten von Microsoft warte , um selbst wieder Informationen herauszugeben, etwa mit Blick auf den Konsolenpreis.

Übrigens macht Spencer keinerlei Andeutungen, ob Microsoft Ende 2020 neben der Xbox Series X möglicherweise noch eine weniger leistungsfähige, aber günstigere Konsole (Projektname Lockhart) veröffentlichen könnte. Dieses Gerät könnte beispielsweise Spiele ähnlich gut darstellen wie die Series X, aber die rechenintensiven 8K-Auflösungen nicht beherrschen.


Relevante Themen