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Konsolen-Kristallkugel: Die Playstation 6 könnte ein Gamechanger werden

Einfach noch mehr Tflops? Das dürfte bei der Playstation 6 nicht funktionieren – Sony steht vor mehreren Herausforderungen.
/ Peter Steinlechner
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Logo von Playstation auf der Spielemesse E3 2018 in Los Angeles (Bild: Christian Petersen/Getty Images)
Logo von Playstation auf der Spielemesse E3 2018 in Los Angeles Bild: Christian Petersen/Getty Images

Wir können uns schon vorstellen, wie Mark Cerny irgendwann im Frühjahr 2026 auf einem sparsam ausgeleuchteten Podium steht und eine Stunde lang so trocken wie möglich die Hardware der Playstation 6 erklärt – so ähnlich, wie es der Entwickler im März 2020 bei der PS5 machte , bevor diese dann ein paar Monate später auf den Markt kam.

Gerade hat ein leitender Manager von Sony gesagt, dass die Playstation 5 ''in die letzte Phase ihres Lebenszyklus'' komme. Man muss kein Genie sein, um zu ahnen, dass sich der japanische Konzern schon intensiv auf die nächste Generation vorbereitet.

Die Sache wird spannend: Im Vorfeld der Playstation 5 war eigentlich jedem klar, dass sich am Grundkonzept gegenüber der erfolgreichen PS4 wenig ändern wird.

Bei der Playstation 6 könnte Sony zwar ebenfalls darauf setzen, primär mehr Leistung zu bieten – aber aus mehreren Gründen ist ein echter Umbruch wahrscheinlicher. Apropros Umbruch: Auf das Thema Rückwärtskompatibilität gehen wir nicht ein, weil wir das mittlerweile für unverzichtbar halten, vermutlich bis zurück zur PS4.

1. Leistung: Teraflops und GPU plus CPU

Natürlich wird die Playstation 6 eine spürbar höhere Performance bieten als die PS5. Das ist allein schon aus Marketinggründen so gut wie sicher – die Community erwartet mehr Power, also kriegt sie die. Um die Sache an einem Wert zu verdeutlichen: Die Playstation 5 bietet eine Rechenleistung von 10,3 Teraflops (Tflops). Die Standard-PS4 kommt auf 1,84 Tflops, die PS4 Pro auf rund 4,2 Tflops.

Gerüchten zufolge schafft die noch nicht angekündigte Playstation 5 Pro bei Maximalleistung knapp 29 Tflops.

Auf Grafikkarten "umgerechnet" entspricht das ungefähr einer Geforce RTX 3080, die im Handel für ungefähr 700 Euro zu haben ist. Hier dürfte eine Playstation 6 noch deutlich mehr liefern müssen, also irgendetwas zwischen 40 und 60 Tflops.

Das liegt in den Größenordnungen der RTX 4080 oder RTX 4090 – Letztere kostet im Handel momentan um die 1.800 Euro. Vergleichbar leistungsstarke Technologie dürfte selbst 2026 für eine Spielekonsole viel zu teuer sein.

Beim Speicher steht Mark Cerny – oder wer auch immer zuständig ist – ebenfalls vor Herausforderungen grundsätzlicher Art. Eine davon: Muss die Konsole 8K-Auflösungen nativ berechnen und ausgeben können?

Auf der PS5 ist zwar "8K" auf die Packung gedruckt, und berechnen kann die Konsole das, aber ausgeben tut sie es (von einem obskuren Einzelfall abgesehen) nicht. Momentan ist nicht absehbar, dass 8K ab dem Jahr 2026 tatsächlich an Bedeutung gewinnt – aber sicher sein kann man eben nicht.

Sony Playstation 5 – Fazit
Sony Playstation 5 – Fazit (02:15)

Falls die Marktforschung von Sony zu dem Schluss kommt, dass 4K-Gaming auch in der Folgezeit ausreicht, sollten 16 GByte an Speicher wie bei der Playstation 5 auch für die nächste Konsolengeneration zum Einsatz kommen. Allerdings dürfte der RAM schneller sein, um volles Raytracing mit hohen Bildraten zu ermöglichen – denkbar wäre GDDR7.

2. Angeblich AMD als Prozessorhersteller gesetzt

Aktuellen Gerüchten ( Red Gaming Tech auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) ) zufolge hat sich Sony schon festgelegt: Bei der Playstation 6 wird erneut mit AMD zusammengearbeitet, eine Kooperation mit Nvidia oder Intel nicht weiter geprüft. Von AMD gibt es noch keine glaubwürdige Roadmap in Sachen CPU und GPU, die über Anfang 2025 hinausgeht.

Neue Ansätze wegen KI und Cloud

Vermutlich kommt als GPU eine Plattform zum Einsatz, die dann RDNA 4.5 oder RDNA 5 heißt und mit einer Strukturbreite von 2 bis 3 Nanometern gefertigt wird – das ist aber Spekulation. Bei der CPU sieht es ähnlich aus: Zen 5 mit irgendeinem Zusatz, weitere Details lassen sich nicht absehen; Gerüchten zufolge soll das für 2025 anvisierte Zen 5D in 3 oder 4 Nanometer gefertigt werden.

3. KI und Cloud Gaming als Herausforderung

Wesentlich spannender als die Frage nach GPU und CPU finden wir – und vermutlich auch das Team um Mark Cerny – die Sache mit dem Upscaling. Bei modernen PC-Spielen setzen sich DLSS von Nvidia und FRS von AMD immer mehr als wesentliche Option im Grafikmenü durch.

Darüber sind viele Gamer unglücklich, weil es dem Gedanken des nativ und vor allem optimal berechneten Bildes widerspricht. Aber auf Konsolen könnten zum Teil von der KI berechnete Grafiken die Kosten massiv senken – Gerüchten zufolge setzt deshalb Nintendo für den Switch-Nachfolger auf einen Upscaler von Nvidia.

Hier kommt möglicherweise der zweite wesentliche Bruch mit bisherigen Architekturen ins Spiel: Sony dürfte auch deshalb ein massives Interesse an günstiger Basis-Hardware haben, weil vermutlich Cloud Gaming an Bedeutung gewinnt. Dafür müssen aber Rechenzentren mit Blades ausgestattet werden, in denen mit der Playstation 6 kompatible Prozessoren arbeiten. Das wird teuer!

Wenn die Marktforschung von Sony das Spielestreaming dennoch für wichtig genug hält, müssten hier im Laufe der Jahre große Kapazitäten zumindest aufgebaut werden können – ohne dass es dem Konzern die Bilanzen zerstört.

Auch hier sind intelligente Lösungen gefragt. Um nur mal eine vage Idee vorzustellen: In den Rechenzentren könnte die grundlegende Spielelogik und die so etwas wie eine Basisgrafik berechnet und per Internet auf den Client des Spielers geschickt werden, wo dann per KI-Upscaling ein möglichst schickes Ergebnis berechnet wird. Zukunftsmusik? Ja – aber mit signifikanten möglichen Auswirkungen.

6. Die Playstation 6 für unterwegs?

Es gibt einen weiteren Punkt, mit dem sich Mark Cerny (oder wer auch immer tatsächlich zuständig ist) beschäftigen muss: Steht die Playstation 6 wie die Vorgängerkonsolen einfach nur rum – oder kann man sie überall hin mitnehmen? Gemeint ist ein portables Handheld ähnlich der Nintendo Switch.

Wir können uns nicht vorstellen, dass die Playstation 6 tatsächlich als Tablet ähnlich der Switch mit einer Docking-Station für zu Hause auf den Markt kommt. Von der Community würde das nicht akzeptiert – glauben wir jedenfalls.

Das Innenleben der Playstation 5 (Herstellervideo)
Das Innenleben der Playstation 5 (Herstellervideo) (07:11)

Wahrscheinlicher erscheint uns, dass es eine stationäre Konsole für zu Hause und ein Handheld zum Mitnehmen gibt, das dann aber auch Spiele nativ berechnen kann – anders als Portal für die PS5. Es gibt auch schon Gerüchte, dass Sony an einer Art Vita 2 arbeitet .

Hier schließen sich viele Fragen an: Würde ein solches Handheld gleichzeitig mit der stationären Playstation 6 erscheinen, welche Auflösung und Bildraten würde es bieten, was ist mit Cloud Gaming und so weiter.

Wir spekulieren nicht weiter – und sind gespannt, was Mark Cerny oder ein anderer Ingenieur von Sony etwa im Frühjahr 2026 auf einer spärlich ausgeleuchteten Bühne sagt.


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