Konsole: Tegra-X-1-Exploit macht die Switch hackbar

Gleich zwei neue Exploits für Nintendos Switch-Konsole lassen Hackerherzen höher schlagen. Ein Fehler im USB-Controller des Tegra-Chips ermöglicht die Ausführung beliebigen Codes. Gepatcht werden kann das wohl nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Nintendos Switch-Konsole ist Ziel vielfältiger Hack-Versuche.
Nintendos Switch-Konsole ist Ziel vielfältiger Hack-Versuche. (Bild: Golem.de)

Hacker haben Exploits und modifizierte Firmware veröffentlicht, mit der Nintendos mobile Konsole Switch (Test) gehackt werden kann, um alternative ROMs zu verwenden. Der Fehler findet sich im USB-Recovery-Modus des Tegra X1 genannten SoC von Nvidia, das bei der Switch zum Einsatz kommt.

Stellenmarkt
  1. Cyber Security Consultant (m/w/d)
    TTS Trusted Technologies and Solutions GmbH, Essen
  2. Senior Pega Entwickler (m/w/d) PCSSA, PCLSA
    DEVK Versicherungen, Köln
Detailsuche

Das Team um Katherine Temkin unter dem Namen ReSwitched hat die als Fusée Gelée bezeichnete Schwachstelle dokumentiert und veröffentlicht. Mit dem Exploit lässt sich der Schutz des Boot-ROM umgehen, aus diesem Grund kann dann andere als die eigentlich vorgesehene Software genutzt werden. Der Code für den USB-Controller kann mit einem verfälschten Längenparameter dazu gebracht werden, jedes Mal 65.535 Byte an Daten abzufragen. Damit wird der DMA-Buffer (Direct Memory Access) im Boot-ROM überschwemmt, Angreifer können dann Daten in den eigentlich geschützten Applikations-Stack schreiben und so beliebigen Code ausführen.

Damit der Exploit funktioniert, muss das System in den USB-Recovery-Modus versetzt werden. Das ist nach Angaben der Hacker auch dann möglich, wenn das Gehäuse unversehrt bleibt. Vorherige Hacks basierten zum Teil darauf, eigene Breakout-Boards zu nutzen und physische Modifikationen an dem Gerät vorzunehmen. Die Hardware-Hacker um Temkin haben das Bild eines kleinen Plastiktools veröffentlicht, mit dem mehrere Pins überbrückt werden. Damit soll es möglich sein, den entsprechenden Modus zu aktivieren.

Kein Patch in Sicht

Der Boot-ROM-Chip kann nicht einfach gepatcht werden. Die entsprechenden angreifbaren Befehle sind hardcodiert, ein Patch gegen die Angriffe erscheint daher unwahrscheinlich. Grundsätzlich betrifft das Problem natürlich auch andere Verwendungen des X1-Chips. Weder Nintendo noch Nvidia haben sich bislang öffentlich zu dem Problem geäußert. Nintendo bleibt nach aktuellem Kenntnisstand nur, mit dem Exploit gehackte Systeme von den Onlinefunktionen der Switch auszuschließen. Für die Zukunft plant Nintendo offenbar eine neue Version der Konsole mit einem Chip, der für die Angriffe nicht verwundbar sein soll.

Golem Karrierewelt
  1. Angular für Einsteiger: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    26./27.01.2023, Virtuell
  2. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    16.-18.01.2023, virtuell
Weitere IT-Trainings

Andere Gruppen arbeiten an einem eigenen Bootloader für die Konsole mit dem Namen Atmosphère. Auch die Gruppe fail0verflow schreibt auf Twitter, man habe eine Schwachstelle entdeckt, die das Booten von Linux ermöglicht. In einem Blogpost heißt es, man habe eine eigene Boot-Sequenz entwickelt, die auf der Software von Googles Pixel-C-Smartphone basiere. Warum? "Wer will schon Nvidias schmuddeligen L4T-Kernel-Fork und proprietäre Bootloader benutzen?", heißt es in dem Blogpost. Allerdings warnt fail0verflow vor einem unbedachten Einsatz der Software. Es sei "sehr einfach" das Gerät zu zerstören, da alle wichtigen Parameter des SoC durch Software kontrolliert würden. Die Gruppe hatte bereits im Februar Debian auf einer Switch-Konsole gebootet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apollon-Plattform
DE-CIX wagt umfassendstes Netzwerkupgrade seiner Geschichte

Das Upgrade zum Ausfiltern von Netzwerkrauschen erfolgte innerhalb nächtlicher Wartungsfenster bei laufendem Betrieb.

Apollon-Plattform: DE-CIX wagt umfassendstes Netzwerkupgrade seiner Geschichte
Artikel
  1. Kia Flex: Kia startet Neuwagen-Abo
    Kia Flex
    Kia startet Neuwagen-Abo

    Unter dem Namen Kia Flex hat Kia ein neues Vertriebskonzept vorgestellt. Kunden kaufen die Autos nicht, sondern abonnieren sie.

  2. Autonomes Fahren: VW-Chef Blume streicht offenbar Audi-Projekt Artemis
    Autonomes Fahren
    VW-Chef Blume streicht offenbar Audi-Projekt Artemis

    Nicht nur das VW-Projekt Trinity, auch das geplante Audi-Vorzeigemodell Artemis fällt den Softwareproblemen des VW-Konzerns zum Opfer.

  3. Kids für Alexa im Test: Alexa, wer hat den Kindermodus verbockt?
    Kids für Alexa im Test
    Alexa, wer hat den Kindermodus verbockt?

    Amazon bietet neuerdings einen speziellen Kindermodus für Alexa an. Das soll Eltern in Sicherheit wiegen, die sollten sich aber besser nicht darauf verlassen.
    Ein Test von Ingo Pakalski

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Amazon Last Minute Angebote: Games & Zubehör, AVM-Router • Saturn-Weihnachts-Hits: Rabatt-Angebote aus allen Kategorien • Laptops bis zu 41% günstiger bei Saturn • PS5 Disc Edition inkl. GoW Ragnarök wieder vorbestellbar bei Amazon 619€ • ViewSonic 32" WQHD/144 Hz 229,90€ [Werbung]
    •  /