Konkurrenz zu Prime Video mit Werbung: Amazon bestreitet geplante Abschaltung von Freevee
Der kostenlose und werbefinanzierte Streamingdienst Freevee soll vor der Abschaltung stehen. Das berichtete das Branchenmagazin Adweek(öffnet im neuen Fenster) , das sich auf drei Quellen bezieht, die mit den internen Plänen bei Amazon zu Freevee vertraut seien. Die Abschaltung von Freevee soll in direktem Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Markteinführung von Prime Video mit Werbung stehen. Amazon dementierte die Pläne.
Wann genau Freevee abgeschaltet werde, ist laut Bericht noch unklar. Derzeit werde intern vom zweiten Quartal 2024 ausgegangen, hieß es von zwei Quellen. "Wenn die Frage lautet, ob Amazon mit zwei eigenständigen Streaming-Diensten fortbestehen wird oder nicht" , sagte eine Person, "bin ich mir sicher, dass die Antwort nein lautet."
Auf Nachfrage des Magazins widersprach Amazon: "Es gibt keine Änderungen an Freevee" , sagte ein Unternehmenssprecher. "Amazon Freevee bleibt ein wichtiges Streaming-Angebot, das sowohl Prime- als auch Nicht-Prime-Kunden Tausende von erfolgreichen Filmen, Serien und Originalen bietet – und das alles kostenlos." Seit Jahren ist es üblich, dass Amazon Spekulationen rund um das Unternehmen unkommentiert lässt – diesmal aber nicht.
Amazon beobachtet Reaktionen zu Prime Video mit Werbung
Laut den Quellen von Adweek beobachtet Amazon genau, wie Prime-Video-Abonnenten darauf reagierten, dass das kostenpflichtige Streamingabo seit einiger Zeit mit Werbeschaltungen auch in Filmen und Serien versehen sei. Dabei geht es auch darum, wie viele Prime-Video-Kunden deswegen ihr Abo kündigen. Demnach ging Amazon davon aus, dass die Werbung die Zahl der aktiven Abos für Prime Video verringern werde.
In den Bewertungen zur Prime-Video-App gibt es seitdem fast ausschließlich negative Rezensionen . Kunden bemängeln nicht nur die Werbeschaltungen selbst, sondern auch die unzureichenden Informationen, die Abonnenten von Amazon erhalten hätten . Viele Kunden planen eine Kündigung des Prime-Video-Abos oder geben an, bereits gekündigt zu haben.
Die Reaktionen der Kunden auf Prime Video mit Werbung könnten sich noch auf den Zeitplan zur Abschaltung von Freevee auswirken und diese nach hinten verschieben. Dabei geht es darum, wie viele Kunden sich über die Werbeschaltungen in Prime Video beschweren. Zugleich dürften nicht zu viele Abonnenten die Werbefrei-Option buchen, denn dann wäre Amazon nicht mehr in der Lage, die gebuchte Werbung auszuspielen.
Amazon will nicht zu viele Werbefrei-Optionen verkaufen
In beiden Fällen würde Amazon die Abschaltung von Freevee nach hinten verschieben. Bislang seien die Befürchtungen nicht eingetreten, kommen werde das Ende von Freevee aber auf jeden Fall. Intern stellte Amazon nach Angaben von zwei Quellen seit Monaten die Weichen für diese Entscheidung. "Freevee ist nicht mehr lange in dieser Welt" , sagte eine Person.
Amazons Sorge vor zu vielen Abonnenten, die sich für die Werbefrei-Option entschieden, könnte eine Erklärung dafür sein, warum das Unternehmen Kunden bis heute verschweigt, dass die Werbefrei-Option zusätzliche Funktionen biete , die mit der Werbeeinführung in Prime Video abgeschaltet wurden. Auch Abonnenten von Prime Video mit Werbung wurden nie darüber informiert, dass Funktionen aus Prime Video entfernt wurden .
Eine weitere Abostufe für Prime Video denkbar
Ein großer Teil des Reizes von Freevee bestand laut dem Bericht darin, dass der Dienst Amazon den Einstieg in das werbefinanzierte Streaminggeschäft ermöglichte. Mit der Einführung von Prime Video mit Werbung hätte Freevee seine Daseinsberechtigung verwirkt. Die Existenz von zwei werbefinanzierten Streamingabos habe zu Verwirrung sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Werbekunden geführt, sagten zwei Quellen.
Daher könnte das Abomodell von Prime Video in Kürze abermals umgestellt werden. Dann gäbe es künftig drei Möglichkeiten: eine kostenlose, werbefinanzierte Variante, ein kostenpflichtiges, werbefinanziertes Abo sowie eine werbefreie Premiumversion. Die Premiumvariante soll dann weitere Vorteile erhalten; Details liegen dazu noch nicht vor.
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