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Konkurrenz zu Disney+ und Prime Video: Netflix-Zusatzgebühr für Konten-Sharing kommt doch später

Voraussichtlich wird die Gebühr für das Teilen eines Netflix-Kontos weniger als ein vollwertiges Netflix-Abo kosten.
/ Ingo Pakalski
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Gebühr für Konten-Sharing bei Netflix kommt. (Bild: Netflix/Montage: Golem.de)
Gebühr für Konten-Sharing bei Netflix kommt. Bild: Netflix/Montage: Golem.de

Netflix wird das Konten-Sharing in weiteren Ländern später als geplant beginnen. Das erklärte Netflix anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen . Auf die Frage, wann das Konten-Sharing in weiteren Ländern starten wird, erklärte Greg Peters, Co-Chief Executive Officer bei Netflix: "Wir sind bereit, diese im Laufe dieses Quartals einzuführen. Wir werden das etwas gestaffelt machen, da wir mit verschiedenen Ländern arbeiten." Laut Peters wird es das Konten-Sharing "in den nächsten paar Quartalen" in allen Netflix-Ländern geben.

Mit der Gebühr für das Konten-Sharing wird es offiziell erlaubt sein, ein Konto mit Personen zu teilen, die nicht im gleichen Haushalt leben. Nach den aktuellen Angaben von Netflix ist weiterhin unklar, wann Netflix das Konten-Sharing in Deutschland starten wird. Es ist nicht einmal sicher, ob Deutschland mit zu den Ländern zählt, in denen die Option im ersten Quartal 2023 eingeführt wird. Offen ist auch, wie hoch die Gebühr sein wird, um das Teilen eines Kontos über Haushaltsgrenzen hinweg zu ermöglichen.

Aller Voraussicht nach wird die Zusatzgebühr weniger kosten als ein vollwertiges Netflix-Konto. Im November 2022 startete Netflix ein Abo, bei dem Werbung in Filme und Serien eingeblendet wird . Dieses kostet monatlich 4,99 Euro. Im Unterschied zu den übrigen Abos gibt es viele Beschränkungen wie weniger Inhalte, weniger unterstützte Geräte und weniger Funktionen. Das kleinste Netflix-Abo ohne Werbung kostet 7,99 Euro.

Netflix erwartet Widerstand

Nach Aussage von Peters ist das Unternehmen darauf eingestellt, dass die Einführung der Zusatzgebühr für Konten-Sharing für Ärger sorgen kann. Dieser Schritt werde "nicht überall auf Gegenliebe" stoßen. "Es wird also Mitglieder geben, die mit diesem Schritt unzufrieden sind." Netflix rechnet damit, dass dann Kunden ihr Abo kündigen und die Abozahlen zurückgehen werden.

Auf der anderen Seite werde es dadurch neue Abonnenten geben. Wenn das Konten-Sharing genutzt und dafür bezahlt wird, wird dieses neue Unterkonto demnach von Netflix als neues Abo gezählt. Denn unterm Strich erwartet Netflix damit einen Abo-Zuwachs. Netflix gibt weiterhin an, dass 100 Millionen Netflix-Konten geteilt werden. Das erste Mal hatte Netflix die Zahl von 100 Millionen geteilten Konten im April 2022 genannt.

In den Nutzungsbedingungen von Netflix(öffnet im neuen Fenster) ist es eigentlich untersagt, ein Konto mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts zu teilen. Bisher geht Netflix in den meisten Ländern noch nicht gegen diese Fälle vor.

Damit hat Netflix das Konten-Sharing vorbereitet

Als vorbereitende Maßnahme für die Zusatzgebühr für das Konten-Sharing wurde im Oktober 2022 eine Funktion vorgestellt, mit der sich Netflix-Profile in ein anderes Netflix-Konto übertragen lassen. Damit soll es für Abonnenten bequem sein, die bisherigen Profildaten in ein Unterkonto zu übertragen. Dazu gehören die Einträge in der Merkliste, die bereits gesehenen Filme und Serien, Bewertungen zu Filmen und Serien sowie die personalisierten Empfehlungen.

Im November 2022 folgte eine weitere Funktion, die im Zuge von geteilten Konten wichtig sein kann: Seitdem ist es möglich, sich aus der Ferne von anderen Geräten bei Netflix abzumelden . Dabei ist es nicht nötig, selbst Zugriff auf das betreffende Gerät zu haben.

Netflix erprobte Konten-Sharing bereits

Netflix erprobte das Konten-Sharing bereits in mehreren Ländern. Der Streamingdienst startete im Frühjahr 2022 in Chile, Costa Rica und Peru die Zusatzgebühr , im Sommer 2022 folgten Argentinien, El Salvador, Guatemala, Honduras und die Dominikanische Republik . In Lateinamerika soll die Anzahl der Abonnenten besonders hoch sein, die das eigene Netflix-Konto mit anderen Haushalten teilen. Im April 2022 gab Netflix bekannt, dass weltweit rund 100 Millionen Haushalte Netflix nutzten, ohne dafür zu bezahlen .

Bisher ist Netflix der einzige Anbieter von Streamingabos, der dagegen vorgehen will, wenn dieselben Kontodaten von mehreren Haushalten verwendet werden.

Golem-Umfrage zu Konten-Sharing bei Netflix

Dieser Artikel erhält eine Umfrage dazu, wie unsere Leserschaft auf die Einführung der Netflix-Zusatzgebühr für Konten-Sharing reagiert . Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele mitmachen. Die Umfragedaten werden natürlich anonym erhoben.


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