Konkurrenz zu Disney+ und Prime Video: Netflix intensiviert Maßnahmen gegen Konten-Sharing

In Kürze sollen weitere Netflix-Abonnenten dafür zahlen, wenn sie das Abo in mehreren Haushalten nutzen möchten.

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Netflix verlangt eine Extragebühr für Konten-Sharing.
Netflix verlangt eine Extragebühr für Konten-Sharing. (Bild: Netflix/Montage: Golem.de)

Netflix startet in Kürze die Bezahlung für Konten-Sharing in weiteren Ländern. Mit Konten-Sharing ist gemeint, dass sich mehrere Haushalte ein Netflix-Abo teilen. In den Nutzungsbedingungen von Netflix ist es eigentlich untersagt, ein Netflix-Konto mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts zu teilen. Bisher geht Netflix in den meisten Ländern noch nicht dagegen vor, wenn das passiert.

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Im März 2022 hat Netflix in ersten Ländern eine Zusatzgebühr für Konten-Sharing eingeführt. Das war in Chile, Costa Rica und Peru, nun sollen in den kommenden Wochen weitere südamerikanische Länder folgen. Dazu zählen Argentinien, El Salvador, Guatemala, Honduras und die Dominikanische Republik, erklärte Netflix. Zum Teil startet das Ganze erst Ende August 2022.

Nach Angaben von Bloomberg sei die Anzahl der Abonnenten in Lateinamerika besonders hoch, die das eigene Netflix-Konto mit anderen Haushalten teilen. Konkrete Zahlen liefert die Agentur nicht. Bisher wurde die Gebühr für das Konten-Sharing in Ländern dieser Region eingeführt. Im April 2022 gab Netflix bekannt, dass weltweit rund 100 Millionen Haushalte Netflix nutzen würden, ohne dafür zu bezahlen. Mit einer Zusatzgebühr soll das Konten-Sharing über Haushaltsgrenzen hinweg erlaubt werden.

Netflix droht mit Blockade von Geräten

In den neuen genannten Ländern sollen alle Kunden angeschrieben werden, wenn diese das Abo länger als zwei Wochen an einem Ort außerhalb des eigenen Haushalts verwenden und Netflix über ein Smart-TV oder ein externes Streaminggerät konsumieren. Falls das passiere, werde der Netflix-Zugang auf dem betreffenden Gerät blockiert, heißt es.

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Die Nutzung von Netflix auf Smartphones, Tablets oder Notebooks solle weiterhin ohne Einschränkungen möglich sein. Auch auf Reisen könne Netflix weiterhin verwendet werden, verspricht Netflix. Das gelte aber nicht, wenn Abonnenten länger als zwei Wochen verreisen und Netflix am Urlaubsort verwenden wollen, heißt es in einer Support-Webseite von Netflix in Honduras.

So viele zusätzliche Adressen erlaubt Netflix

In den neuen Ländern können maximal bis zu drei zusätzliche Adressen hinterlegt werden, um das Netflix-Konto offiziell mit entsprechend vielen Haushalten zu verwenden. Dabei fällt für jeden zusätzlichen Haushalt eine Gebühr an, die umgerechnet 2,99 US-Dollar kostet. Dafür muss das teuerste Premium-Abo gebucht werden, mit dem vier parallele Streams und Inhalte in 4K-Auflösung möglich sind.

Wer das Standard-Abo mit bis zu zwei erlaubten parallelen Streams nutzt, kann bis zu zwei weitere Adressen hinzufügen und das Abo somit an drei Standorten verwenden. Erst ab dem Standard-Abo gibt es Inhalte in Full-HD-Auflösung. Das Netflix-Basis-Abo mit SD-Auflösung erlaubt keine parallelen Streams. Für diese Abovariante kann maximal eine zusätzliche Adresse hinterlegt werden. Netflix machte keine Angaben dazu, ob das Abo dann zwei parallele Streams erlaubt.

Gebühr für Konten-Sharing kommt in weitere Länder

"Die heute weit verbreitete gemeinsame Nutzung von Konten durch die Haushalte untergräbt unsere langfristige Fähigkeit, in unseren Service zu investieren und ihn zu verbessern", begründet Chengyi Long, Director Of Production Innovation bei Netflix, den Schritt eine Zusatzgebühr für Konten-Sharing einzuführen. Damit

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Interne Unterlagen vom Mai 2022 zeigen, dass Netflix die Gebühren für Konten-Sharing bis Oktober 2022 in weiteren Ländern einführen will. Offiziell hat das Unternehmen sich dazu nicht geäußert. Ob dann auch die Netflix-Kundschaft in Deutschland davon betroffen sein wird, ist noch nicht bekannt. Die jetzige Ausweitung in weiteren Ländern zeigt aber, dass Netflix damit weiter voranschreitet.

Netflix' Vorgehen bei der Einführung der Zusatzgebühr

Erste Erfahrungen unter anderem aus Peru zeigen, wie Netflix bisher bei der Einführung der Zusatzgebühr vorgegangen ist. So seien selbst bis Mai 2022 nicht alle Kunden informiert worden, wenn sie ein Konto über Haushaltsgrenzen hinweg teilten. Wenn Kunden auf die Zusatzgebühr hingewiesen wurden, gab es welche, die den Hinweis einfach ignoriert haben und Netflix weiterhin über Haushaltsgrenzen hinweg genutzt haben.

Es gab aber auch Kunden, die bereits bei der Ankündigung der Zusatzgebühr ihr Netflix-Abo gekündigt und zur Konkurrenz wie HBO Max, Prime Video oder Disney+ gewechselt seien. Wer nach dem Hinweis auf die Zusatzgebühr beim Netflix-Kundenservice meldet und glaubhaft machen kann, dass eine Person des eigenen Haushalts das Konto nur von einem anderen Standort aus nutze, soll ein spezieller Verifizierungscode verteilt werden. Damit lässt sich das Netflix-Konto weiterhin ohne Extragebühr nutzen.

Bisher ist Netflix der einzige Anbieter von Streamingabos, der dagegen vorgeht, wenn dieselben Kontodaten von mehreren Haushalten verwendet werden.

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RedRose 28. Jul 2022 / Themenstart

Das stimmt vielleicht, aber am Wochenende hätte man was anderes zu tun als netflix zu...

berritorre 25. Jul 2022 / Themenstart

Unter was wo fällt wurde ja hier nicht diskutiert. Aber wenn einer mit sowas kommt: Dann...

berritorre 20. Jul 2022 / Themenstart

Waaaas? Bei einer Geschäftsreise Netflix kucken? Das geht doch nicht! Wegen Workethics...

berritorre 20. Jul 2022 / Themenstart

Da stellt sich halt die Frage wie sie das feststellen. Wenn es wirklich nur anhand der...

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