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Konkurrenz zu Disney+ und Netflix: Paramount+ bekommt 4K-Auflösung und Surround-Sound erst 2023

Anders als zunächst von Paramount angegeben, kann Paramount+ nicht auf älteren Fire-TV - oder Android-TV -Geräten eingesetzt werden.
/ Ingo Pakalski
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Ein Blockbuster wie Top Gun: Maverick startet bei Paramount ohne 4K-Auflösung und nur mit Stereoton. (Bild: Paramount/Screenshot: Golem.de)
Ein Blockbuster wie Top Gun: Maverick startet bei Paramount ohne 4K-Auflösung und nur mit Stereoton. Bild: Paramount/Screenshot: Golem.de

Nun ist es offiziell: Das kürzlich in Deutschland neu gestartete Streamingabo Paramount+ wird noch eine Weile alle Filme und Serien maximal in Full-HD-Auflösung und lediglich mit Stereoton anbieten. Das bestätigte Paramount auf Nachfrage von Golem.de. 2023 soll das Abo von Paramount+ dann aufgewertet werden. Im kommenden Jahr soll es Filme und Serien dort in 4K-Auflösung und mit Surround-Ton geben.

Damit ist klar, dass Abonnenten den Paramount-Blockbuster Top Gun: Maverick bei Paramount+ ab dem 22. Dezember 2022 weder mit Surround-Ton noch in 4K-Auflösung anschauen können. Wer den Film in angemessener Bild- und Tonqualität ansehen möchte, muss sich den Film anderweitig ausleihen.

Wann im nächsten Jahr die Bereitstellung von 4K-Inhalten und Surround-Klang passieren wird, ist noch offen. Es ist auch noch unklar, ob dann zeitgleich alle Inhalte in 4K-Auflösung und mit Surround-Ton angeboten werden. Es wäre auch denkbar, dass etwa erst nur die Inhalte in höherer Auflösung kommen und erst danach die Surround-Tonspuren über das Abo verteilt werden.

Das kostet Paramount+ - ohne 4K-Auflösung und ohne Surround-Klang

Paramount+(öffnet im neuen Fenster) kostet monatlich 7,99 Euro und sieben Tage lang kann das Abo ausprobiert werden. Wer das Abo testen möchte, muss ein gültiges Zahlungsmittel angeben. Es soll aber möglich sei, das Abo vor Ablauf der Testphase zu kündigen und dann sollen keine Abogebühren abgebucht werden.

Zudem kann Paramount+ als Jahresabo für derzeit 59,90 Euro gebucht werden. Dieses Angebot gilt bis zum 8. Januar 2023. Ab dem zweiten Jahr fällt der übliche Preis von 79,90 Euro pro Jahr an. Im ersten Jahr zahlen Abonnenten also umgerechnet 4,99 Euro pro Monat für das Abo.

Paramount hat eine Kooperation mit Sky geschlossen und alle Inhalte von Paramount+ werden für Abonnenten des Sky-Cinema-Abos ohne weitere Kosten verfügbar sein. Beim Sky-Streamingabo Wow (ehemals Sky Ticket) gibt es die Inhalte von Paramount+ nicht dazu. Mal wieder wird die Streamingkundschaft von Sky schlechter behandelt als die Kunden, die lange Verträge abschließen. Das gilt auch weiterhin etwa bei der Bereitstellung von 4K-Inhalten.

Paramount+ nicht für alte Android-TV- und Fire-TV-Geräte

Paramount bietet eine App von Paramount+ für die Streaminggeräte Apple TV, Chromecast, Fire TV sowie Geräte mit Android TV. Paramount hatte Golem.de vergangene Woche auf Nachfrage mitgeteilt , dass alle Fire-TV-Geräte und alle Geräte mit Android TV vollständig unterstützt würden.

Diese Angabe hat Paramount nun korrigiert. Das Unternehmen erklärte Golem.de auf Nachfrage nun, dass nur Geräte mit Android TV unterstützt werden, wenn diese nach 2021 auf den Markt gekommen sind. Die gleiche Beschränkung gilt auch für Fire-TV-Geräte. Paramount+ unterstützt also nur Fire-TV-Geräte, die nach 2021 auf den Markt gekommen sind. Andere Streamingabos wie Disney+ oder Netflix kennen solche Einschränkungen nicht.

Nur in Deutschland gibt es Paramount+ auch für Roku-Geräte. Zudem gibt es eine App für Samsungs Smart-TVs, für Android sowie iOS und der Dienst kann im Browser verwendet werden. In den USA kann Paramount+ auch auf Sonys Playstation, Microsofts Xbox sowie den Smart-TVs von LG verwendet werden - das gilt aber nicht für Deutschland. Für Amazons auf Unterhaltungskonsum zugeschnittene Fire-Tablets gibt es ebenfalls keine App für Paramount+.

Alternativ zur Buchung von Paramount+ direkt beim Anbieter gibt es das Abo auch als Prime-Video-Channel. Beide Buchungswege können Nachteile aufweisen.

Die Einschränkungen von Paramount+ als Prime-Video-Channel

Alternativ zur direkten Buchung bei Paramount kann Paramount+ als Amazon-Prime-Video-Channel abonniert werden. Auch darüber kann Paramount+ sieben Tage kostenlos ausprobiert werden. Dieser Zugang für Paramount+ ist für alle Kunden geeignet, die Geräte verwenden, auf denen es keine App für Paramount+ gibt.

Allerdings müssen sich alle Kunden von Paramount+ im Verfeld entscheiden, welchen der beiden Buchungswege sie nutzen wollen. Denn eine sogenannte Cross-Autorisierung ist von Paramount nicht vorgesehen. Das bestätigte Paramount auf Nachfrage von Golem.de. Das bedeutet: Mit den Anmeldedaten des normalen Abos von Paramount+ können sich Kunden nicht beim gleichnamigen Prime-Video-Channel anmelden.

Umgekehrt ist es auch nicht möglich, sich mit einem aktiven Prime-Video-Channel etwa in der normalen Paramount+-App oder im Browser auf der Webseite von Paramount+ anzumelden. Wer Paramount+ also auf Geräten nutzen will, für die es keine App gibt, muss dann hoffen, dass auf allen Geräten der entsprechende Prime-Video-Channel nutzbar ist.

Paramount+ enttäuscht im Test

Golem.de hatte Paramount+ zum Start in Deutschland getestet . Das Abo wirkt technisch veraltet, indem Inhalte in einer nicht mehr zeitgemäßen Auflösung und nur mit Stereoton bereitgestellt werden. Zudem gibt es beim Spulen in Filmen und Serien auf Streaminggeräten keine Vorschau. Damit ist das Abo technisch nicht konkurrenzfähig.

Im Test fiel zudem eine schlechte Bildqualität beim Anfang eines Streams auf, die in Stichproben von Golem.de weiterhin bestehen. Während die Konkurrenz entweder einen Stream gleich in Full-HD-Auflösung oder zumindest in eine HD-Auflösung bereitstellt, bekommen Abonnenten von Paramount+ in den ersten 20 Sekunden nur eine Auflösung von lediglich 640 x 360 Pixeln. Erst nach etwa 40 Sekunden ist das Bild in Full-HD-Auflösung vorhanden.

Aber auch bei der Oberfläche wirkt vieles unfertig und es wird Kunden zum Teil unnötig schwer gemacht, die passenden Inhalte zu finden. Darüber hinaus gibt es seltsame Lücken im Katalog von Paramount+. Bei manchen Serien fehlen einzelne Episoden.

Wer gehofft hat, dass Abonnenten mit Paramount+ Zugriff auf alle Film- und Serienklassiker aus dem Hause Paramount erhalten, wird enttäuscht. Viele Inhalte fehlen im Abo, die es zum Großteil bei anderen Abodiensten gibt. Im Vergleich zum US-Angebot ist der Katalog von Paramount+ in Deutschland viel kleiner und liefert nur einen Bruchteil dessen, was Kunden in den USA bekommen - bei gleichem Preis.

Nachtrag vom 28. Dezember 2023

Paramount hat die eigene Ankündigung nicht eingehalten. Auch dieses Jahr erhielt Paramount+ keine Unterstützung für 4K-Inhalte oder Surround-Ton . Anfang 2024 will Paramount neue Informationen zur künftigen technischen Aufrüstung von Paramount+ bekannt geben.


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