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Konkurrenz zu ChatGPT: Google startet Experimentierphase von Chatbot Bard

Der Suchmaschinenkonzern Google hat eine Testversion seines Chatprogramms Bard freigeschaltet. Doch vorerst nur für zwei Länder.
/ Friedhelm Greis
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Der Chatbot Bard ist vorerst nur ein Experiment. (Bild: Jakub Porzycki/NurPhoto/Reuters)
Der Chatbot Bard ist vorerst nur ein Experiment. Bild: Jakub Porzycki/NurPhoto/Reuters

Nach einer eher misslungenen Präsentation seines Chatbots Bard hat Google nun eine erste Testversion veröffentlicht. "Wir beginnen mit der Freigabe des Zugangs zu Bard, einem frühen Experiment, mit dem Sie mit generativer KI zusammenarbeiten können. Wir beginnen mit den USA und Großbritannien und werden mit der Zeit weitere Länder und Sprachen einbeziehen" , teilte der Suchmaschinenkonzern am 21. März 2023 m(öffnet im neuen Fenster) it. Nutzer können sich auf bard.google.com(öffnet im neuen Fenster) mit ihrem persönlichen Google-Account in eine Warteliste eintragen.

Google reagiert mit der Freigabe von Bard auf den Hype um das Chatprogramm ChatGPT, das inzwischen von Microsoft in seine Suchmaschine Bing integriert wurde. Bereits Anfang Februar kündigte Google-Chef Sundar Pichai den Konkurrenten zu ChatGPT an . In einer ersten Werbepräsentation patzte Bard jedoch und lieferte falsche Antworten .

In dem Blogbeitrag warnt Google daher ausdrücklich vor möglichen Fehlern in den Antworten des KI-Programms: "Da sie beispielsweise aus einem breiten Spektrum von Informationen lernen, die Vorurteile und Stereotypen aus der realen Welt widerspiegeln, tauchen diese manchmal in ihren Ergebnissen auf. Und sie können ungenaue, irreführende oder falsche Informationen liefern, obwohl sie diese selbstbewusst präsentieren."

Direkte Schnittstelle zu LLM

Bard basiert auf dem Sprachmodell Lamda (öffnet im neuen Fenster) (Language Model for Dialogue Applications). Dieses ist ebenso wie ChatGPT ein sogenanntes Large Language Model (LLM) . "Auf eine Anweisung hin erzeugt es eine Antwort, indem es ein Wort nach dem anderen aus den Wörtern auswählt, die wahrscheinlich als nächstes kommen werden. Jedes Mal die wahrscheinlichste Wahl zu treffen, würde nicht zu sehr kreativen Antworten führen, also ist eine gewisse Flexibilität eingeplant" , schreibt Google.

"Bard ist eine direkte Schnittstelle zu einem LLM, und wir sehen es als eine Ergänzung zur Google-Suche" , heißt es weiter. Der Chatbot sei so konzipiert, "dass Sie die Suche einfach aufrufen können, um die Antworten zu überprüfen oder Quellen im Internet zu erkunden" . Dazu können Nutzer auf "Google es" klicken, um Vorschläge für Suchanfragen zu sehen. Zudem wolle Google die LLMs noch stärker in die Suche integrieren.

Warnung vor Eingabe persönlicher Daten

Der US-Konzern schaltete vorab ausgewählten Personen einen Testzugang frei. Nach Angaben des US-Magazin The Verge(öffnet im neuen Fenster) war Bard dabei in der Lage, "schnell und flüssig eine Reihe allgemeiner Anfragen zu beantworten. So gab es einen harmlosen Rat, wie man ein Kind zum Bowling ermutigen kann ('Gehen Sie mit ihm auf eine Bowlingbahn') und empfahl eine Liste beliebter Gaunerkomödien (darunter Charlie staubt Millionen ab, The Score und Heist – Der letzte Coup)" . Bard generiere drei Antworten auf jede Anfrage, wobei die inhaltlichen Unterschiede minimal seien.

In den FAQ zu Bard(öffnet im neuen Fenster) erläutert Google zudem die Datennutzung. Demnach sammelt Google die Standortdaten des Nutzers auf Basis seiner IP-Adresse. Darüber hinaus wertet Google Gespräche zwischen Nutzern und Bard aus, um das Programm zu verbessern. "Bitte geben Sie keine Informationen an, die zur Identifizierung Ihrer Person oder anderer Personen in Ihren Bardiskussionen verwendet werden können" , warnt das Unternehmen. Bard soll aber vorerst nicht zu Werbezwecken genutzt werden.


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