Konkurrenz: Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

Die Konkurrenten der Telekom sind sich nur in wenigen Punkten einig. Eine vom Breko gefordete breit angelegte Prämie für FTTH-Anschlüsse auch für Bürger will der zweitgrößte Kabelnetz-Betreiber nicht haben.

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Werbegrafik bei Bouwfonds Communication (Bild: Bouwfonds Communication)

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia lehnt die vom Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) vorgeschlagene Prämie für Bürger und Unternehmen von bis zu 1.500 Euro für Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude ab. Das sagte Wolf Osthaus, Senior Vice President Regulatory & Public Policy, Golem.de auf Anfrage. Die Breko-Forderung ziele auf Gutscheine für Gebiete, in denen der Ausbau bereits geplant oder sogar schon im Gange ist. Das habe eine "große Dimension und wäre eine kaum finanzierbare Geldverteilung mit der Gießkanne".

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Die Idee einer Ausbauförderung durch ein Gutscheinmodell sei grundsätzlich nicht neu, erklärte der Manager. Bislang sei die Voucher-Idee allerdings darauf gerichtet gewesen, sehr zielgenau in Einzelfällen bei kleinen zu füllenden Lücken eine alternative, möglichst unbürokratische Förderung für den Ausbau unterversorgter Gebiete realisieren zu können.

Der Breko verkehre nun mit seiner Forderung die bislang im Raum stehende Idee in ihr Gegenteil. Osthaus: "Er zielt jetzt darauf, ganz grundsätzlich Hausbesitzern einen Zuschuss zu gewähren, wenn sie im Rahmen eines bereits laufenden Ausbauplans - ob gefördert oder ungefördert- ein Angebot für einen Glasfaseranschluss annehmen. Das klingt nach einem für die Hausbesitzer attraktiven Subventionsmodell zur Aufwertung ihrer Grundstücke auf Staatskosten und nach einer willkommenen Vertriebshilfe für TK-Unternehmen." Dies sei mit den bisherigen Prinzipien der auf unterversorgte Gebiete ausgerichteten Breitbandförderung und einem zielgerichteten Einsatz von Steuergeldern schwer vereinbar.

Sorge um Steuergelder?

Unitymedia schlage ein Gutscheinmodell nur als ergänzendes Instrument der Breitbandförderung vor, um kleinere Lückenschlüsse schnell und unbürokratisch umzusetzen. Dieses Instrument würde denen zugutekommen, die bislang keinen schnellen Hausanschluss haben, aber doch in einem Gebiet wohnen, das ansonsten grundsätzlich als gut versorgt gilt. So fänden sich auch in Städten wie Berlin oder Frankfurt Haushalte und Straßenzüge, die wegen eines einzelnen fehlenden Hausanschlusses nicht ausreichend versorgt sind. Gleiches gelte für einzelne kleine Siedlungen, die, obwohl in der Umgebung von bereits versorgten Zentren, immer noch vom schnellen Internet abgehängt sind. "Hier könnten Voucher eine passende Lösung sein, da sie wesentlich unbürokratischer vergeben werden können und keine lange Planungsphase benötigen", betonte Osthaus.

Unitymedia steht nicht auf FTTH als Open-Access-Modell

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Unitymedia verlege in Neubauprojekten grundsätzlich reine Glasfasernetze. "Abweichungen davon gibt es nur in absoluten Ausnahmefällen, bei denen dann ganz spezifische und in jedem Einzelfall andere Voraussetzungen dazu führen, dass für den Anschluss einzelner oder weniger Haushalte auch noch einmal ein anderer Angang ins Auge gefasst wird", sagte Osthaus.

Hintergrund der Position Unitymedias dürfte die Konkurrenz zu Stadtnetzbetreibern sein, die in vielen Städten und Orten FTTH (Fiber To The Home) ausbauen. So hatte die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg in ihrem Neubaugebiet komplett FTTH verlegt und wollte dies im Open-Access-Modell für andere Betreiber öffnen. Doch die Konzerne Deutsche Telekom und Unitymedia setzen mit Hilfe der Bundesnetzagentur durch, dass zusätzlich zwei Kabel verlegt werden und die Gemeinde ihr Netz durch die Konkurrenz schlechter finanzieren kann.

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