Konkurrenz im All: Nasa kürzt, Chinas Raumfahrtbehörden rüsten auf

Die chinesische Raumfahrtbehörde China National Space Administration (CNSA) hat Explorationspläne vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . In China wird derzeit nicht nur der staatliche Raumfahrtsektor vorangetrieben, auch der Ausbau der kommerziellen Raumfahrt wird gefördert .
Anders sieht es in den USA aus. Die Trump-Regierung beschleunigt mit Elon Musk und dem Department of Government Eficiency (Doge) Kürzungen und Streichungen in allen US-Behörden. Betroffen ist auch die Nasa, vermutlich werden Kürzungen im Wissenschaftsetat auf die Behörde zukommen. Zudem kündigte die Nasa bereits Verträge in Höhe von etwa einer halben Milliarde US-Dollar .
China investiert, die USA kürzen
Zumindest der Mars hat keine übergeordnete Priorität für Donald Trump . Entsprechend kann sich die Nasa noch auf ihr Artemis-Programm konzentrieren . Bei dem stellte sich Boeing bereits auf die Streichung der Mega-Mondrakete Space Launch System (SLS) ein . An welchen Raumfahrtplänen die Behörde festhalten kann, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.
Es ist auch unklar, wie die USA die Bedrohung durch das chinesische Raumfahrtprogramm – wie es etwa die US-Weltraumstreitmacht Space Force beschreibt – trotz etlicher Einsparungsmaßnahmen abwenden können, um die Vormachtstellung in der Raumfahrt zu behalten.
Während die Internationale Raumstation ISS dem Ende entgegensteuert , wird die chinesische Raumstation Tiangong weiter ausgebaut. China möchte zwar bis zum Jahr 2050 zu einer der führenden Weltraummächte gehören , chinesische Beamte und Wissenschaftler betonen jedoch stets die friedliche Nutzung des Weltraums .
Chinas Roadmap für die Erforschung des Sonnensystems
Am 26. März 2025 veröffentlichte das Deep Space Exploration Laboratory (DSEL)(öffnet im neuen Fenster) der CNSA eine Folie mit dem Titel "Bewohnbarkeit und Suche nach außerirdischem Leben – Leitfaden für die künftige Entwicklung der chinesischen Planetenforschung" im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo. Darin werden geplante und potenzielle Missionen beschrieben, von denen viele astrobiologische Aspekte haben.
Die erste Mission ist die Marsprobenrückführung Tianwen-3 , die bereits genehmigt wurde und deren Start derzeit für Ende 2028 geplant ist. Ein Hauptziel ist die Erforschung möglicher Spuren früheren oder gegenwärtigen Lebens auf dem Mars.
Tianwen-4 soll 2029 starten und zum Jupiter fliegen, um dann in eine Umlaufbahn um den galileischen Mond Callisto einzutreten. Im Jahr 2030 soll ein Bodensimulationsgerät für bewohnbare Planetenumgebungen gebaut werden.
Für 2033 ist der Start einer Mission geplant, die Partikel aus der Venusatmosphäre sammeln und zur Erde bringen soll, um die atmosphärische Mikroumgebung des Planeten zu untersuchen. Die Mission wurde in einer ersten langfristigen Roadmap für die Weltraumforschung erwähnt, die im Oktober 2024 veröffentlicht wurde.
Im Jahr 2038 will China eine Mars-Forschungsstation errichten, die sich auf die Nutzung von Ressourcen vor Ort konzentriert und langfristige ökologische und biologische Forschungen auf dem Mars durchführt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Station, anders als bei der geplanten Mondforschungsstation ILRS, eine Besatzung aufnehmen wird.
Im Jahr 2039 könnte eine nuklear angetriebene Mission zum Neptun starten, um dessen Ring, die Atmosphäre und den Mond Triton zu untersuchen. Ziel der Neptun Orbiter Mission: Die Bewohnbarkeit des Systems zu erforschen und nach möglichen Ozeanwelten zu suchen.
Es wurden bereits Vorschläge für chinesische Missionen zu den Eisriesenplaneten veröffentlicht, aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass eine Mission offiziell genehmigt wurde. Parallel dazu entwickelt China das Erde 2.0-Exoplaneten-Observatorium, das 2028 starten soll. Ziel dieser Mission ist die Entdeckung einer möglichen zweiten Erde.



