Konkurrenz für SpaceX: Firma von Ex-Google-Chef für Mission zum Mars ausgewählt
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ein Unternehmen beauftragt(öffnet im neuen Fenster), ein Raumschiff für einen Flug zum Mars zu bauen. Es soll mehrere wissenschaftliche Instrumente dorthin befördern. Jedoch wurde der Vertrag nicht mit SpaceX geschlossen, sondern mit Relativity Space. Das ist ein Raketenhersteller, der letztes Jahr vom ehemaligen Google-Chefsessel Eric Schmidt übernommen wurde.
Schmidt (71) ist Informatiker und war von 2001 bis 2011 Chief Executive Officer sowie von April 2011 bis August 2015 Executive Chairman von Google. Relativity Space, mit dem Sitz in Long Beach (Kalifornien), wurde 2015 gegründet – damals noch unter zwei ehemaligen SpaceX- und Blue-Origin-Ingenieuren.
Das erste Design des Unternehmens, Terran-1, wurde im März 2023 gestartet, scheiterte jedoch mitten im Flug. Daraufhin entschied sich die Firma mit Terran R für ein größeres Design, welches 2026 zu seinem Jungfernflug aufbrechen soll. Schmidt übernahm die Leitung im März 2025.
Nasa als Lieferant wissenschaftlicher Daten
Die Struktur des neuen Nasa-Vertrags ähnelt den Geschäften, die von der Behörde mit anderen Raumfahrtunternehmen geschlossen wurden. Etwa den Frachttransporten von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS oder den Mondlandemissionen von Firefly Aerospace. Die Regierungsbehörde kümmert sich um die Wissenschaft, während das private Unternehmen eine kostengünstige Infrastruktur bietet.
Durch diese Vorgehensweise soll es der Nasa ermöglicht werden, mehr wissenschaftliche Daten zu liefern, und das sogar häufiger als derzeit möglich. Denn die Behörde muss sich dann weniger um die Konstruktion von funktionstüchtigen Raumfahrzeugen kümmern. Jedoch geht die Nasa damit auch ein höheres Risiko ein, da Startup-Partner teilweise bereits bankrottgegangen oder bei ihren Missionen gescheitert sind – teilweise durch Anfängerfehler.
Aeolus: Mission zum Mars
Die von Relativity Space geplante Aeolus-Mission soll vier Instrumente enthalten, mit denen der Mars aus der Umlaufbahn heraus untersucht werden soll. Damit möchte die Nasa die erste tägliche, globale Sicht auf Staub, Winde und Temperatur in seiner Atmosphäre generieren. Mit den Daten sollen Landeanflüge sowohl für robotische als auch zukünftig geplante astronautische Missionen sicherer gemacht werden.
Die Mission soll bereits 2028 starten – ein enger Zeitrahmen für den Bau einer Rakete und einer Raumsonde. Preise nannten weder die Nasa noch Relativity Space. Falls alles planmäßig verläuft, könnte Relativitys Aeolus jedoch die erste private Mission sein, die den Mars erreicht.
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