Konkurrenz für Amazon und Ebay: Facebook startet Plattform für Onlineshops

Facebook konkurriert mit Amazon und Ebay. Mit diesem Schritt erhält das Onlinenetzwerk Zugang zu wertvollen Daten zum Kaufverhalten.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook startet Shopping-Bereich im eigenen Onlinenetzwerk.
Facebook startet Shopping-Bereich im eigenen Onlinenetzwerk. (Bild: Damien Meyer/AFP via Getty Images)

Facebook will zur Plattform für den Onlinehandel werden - und könnte mit seiner großen Reichweite und technischen Stärke zur Konkurrenz für Ebay oder Amazons Marketplace werden. Beliebige Händler können künftig Onlineshops erstellen, die dann auf Facebook und Instagram erreichbar sind. Die Funktion steht unter anderem in Deutschland zur Verfügung.

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Der Onlineshop-Bereich bei Facebook und Instagram ermöglicht es, Waren per Video-Livestream zu verkaufen. Damit wolle Facebook vor allem kleineren Unternehmen helfen, in der Coronapandemie zu überleben, sagte Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg der Deutschen Presse-Agentur.

"Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend." Viele kleinere Unternehmen - deren Werbeanzeigen wichtig für das Geschäft von Facebook sind - stünden vor dem Aus und suchten einen Ausweg im Onlinehandel. Deswegen sei die Entwicklung von Facebook Shops "drastisch beschleunigt" worden.

Facebook erhält Daten zum Kaufverhalten der Kunden

Facebook bringt die neue Plattform Daten zum Kaufverhalten der Kunden - ähnlich wie bei anderen Angeboten des Onlinenetzwerks, wie Zuckerberg betonte. "Wir werden sehen, mit welchen Shops sie interagieren, an welchen Produkten sie interessiert sind, was sie kaufen und so weiter." Derzeit sei aber keine Funktion vorgesehen, um diese Informationen mit Freunden zu teilen.

Der Konzern betont, dass niemand außer den Nutzern, dem Shop und Facebook Zugriff auf die Daten erhalte. Mit den Daten könnte das Onlinenetzwerk die Fähigkeit, Werbekunden zu den passenden Adressaten für ihre Anzeigen zu bringen, weiter perfektionieren,

Facebook-Shops sind für Kunden kostenlos

Die Einrichtung der Facebook-Shops werde für Händler kostenlos sein, sagte Zuckerberg. Gebühren würden lediglich etwa für Bezahlfunktionen fällig - "aber dabei geht es größtenteils darum, unsere Kosten zu decken". Facebook gehe davon aus, dass Werbeanzeigen der Händler die Einnahmen des Onlinenetzwerks erhöhten.

"Unser Werbesystem funktioniert mit Auktionen, bei denen ein Unternehmen so viel bietet, wie ihm eine Anzeige wert ist. Wenn wir eine Anzeige wertvoller machen können, weil jemand, der sie anklickt, mit größerer Wahrscheinlichkeit etwas kauft, werden wir mehr Geld mit Werbung verdienen", sagte Zuckerberg.

Waren lassen sich über ein Facebook-Konto bezahlen

Punkten will Facebook auch mit der Verknüpfung seiner verschiedenen Dienste. So werden Kunden einen Onlineshop über Whatsapp, den Facebook Messenger oder die Chatfunktion von Instagram anschreiben können. Wenn im Facebook-System eine Kreditkarte hinterlegt ist, kann direkt damit bezahlt werden.

Das Aus- und Anprobieren - etwa von Kosmetik, Kleidung oder Brillen - soll mit Hilfe von Augmented Reality ermöglicht werden. Dabei sollen virtuelle Inhalte auf dem Display mit realen Bildern gemischt werden. So lassen sich etwa Make-up-Farben auf dem Gesicht oder Möbelstücke im Zimmer einblenden. Zudem arbeitet das Onlinenetzwerk an einer Integration von Bonuspunkteprogrammen.

Starke Konkurrenz für Amazon und Ebay

Facebook mit seinem 2,6 Milliarden starken Nutzerstamm und einem gut eingespielten Onlinewerbesystem könnte zu einem mächtigen Konkurrenten für große Handelsplattformen wie Amazon und Ebay werden. Amazon bietet Händlern mit seinem Marketplace-Bereich die Möglichkeit, Produkte über den Onlineshop zu verkaufen. Ebay verkauft wie Facebook keine eigenen physischen Produkte und bietet Händlern wie Facebook lediglich eine Onlineplattform an.

Die Shopping-Initiative Facebooks dürfte die Aufmerksamkeit von Regulierern auf sich ziehen - wie alles, was ein Unternehmen dieser Größe mache, sagte Zuckerberg. "Aber ich denke nicht, dass unsere Reaktion darauf sein kann, nichts Neues zu machen." Viele Menschen und Unternehmen wollten Facebooks Produkte nutzen und verließen sich auf diese. "Wir sind in der Verantwortung, innovativ zu sein, und ich denke, wir sind eine der Institutionen weltweit, die wirklich helfen können."

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sambache 21. Mai 2020

Machen sie doch. Sie sammeln Daten wie schon immer.

BlindSeer 20. Mai 2020

Facebook ist doch mit aufgelistet. Was will er denn mehr?

Vögelchen 20. Mai 2020

sind eigentlich schon Pest genug. Aber klar: Die noch Naiveren brauchen das unbedingt von...


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