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Konkurrenten: Glasfaserausbau der Telekom "keine Erfolgsstory"

Die Telekom hält viele ihrer Konkurrenten beim Glasfaserausbau für nicht überlebensfähig. Diese hätten mehr Erfahrung bei FTTH als die Telekom, hält der Breko dagegen.
/ Achim Sawall
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Glasfasertruck der Telekom: Alle anderen überrollen? (Bild: Deutsche Telekom)
Glasfasertruck der Telekom: Alle anderen überrollen? Bild: Deutsche Telekom

Der Glasfaserausbau der Deutschen Telekom sei im Vergleich nicht besonders erfolgreich. Das sagte Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko), am 15. November 2022 im Gespräch mit Golem.de. "Die Telekom hat bei Glasfaser aktuell einen Marktanateil von etwa 30 Prozent. Das ist, einerseits im Vergleich mit anderen europäischen Incumbent-Unternehmen und andererseits im Verhältnis zu den alternativen Netzbetreibern, keine Erfolgsstory."

Die Telekom hatte zuvor erklärt , man erwarte, dass ein Teil der Konkurrenten beim Glasfaserausbau die nächsten Jahre nicht überleben werde. Neben regionalen Anbietern wie M-net in München, Netcologne in Köln oder R-Kom in Regensburg nannte Josef Scherl, Konzernbevollmächtigter für die Region Süd der Telekom, dabei die Deutsche Glasfaser, UGG von Telefónica oder Deutsche Giganetz. Der Wettbewerb sei sehr hart und verlange einen sehr langen Atem, erklärte Scherl in einem Videointerview, das den Standpunkt der Konzernführung wiedergibt.

Albers dazu: "Was wir hier hören, ist das Säbelrasseln eines Ex-Monopolisten, der viel zu spät auf die Infrastruktur der Zukunft gesetzt hat. Wir als Breko glauben an die Stärke der alternativen Netzbetreiber. Denn sie sind es, die schon jetzt über langjährige Erfahrung im Glasfaserausbau verfügen und in entscheidendem Maße verantwortlich sind für den Glasfaserfortschritt der letzten Jahre." Die regionale Nähe zu den Kommunen und den Menschen vor Ort sei zusätzlich eine klare Stärke der vielen Wettbewerber der Telekom im Glasfaserausbau.

Die verlorenen Jahre der Telekom mit Vectoring

Tatsächlich hatte die Telekom bereits im Jahr 2012 Glasfaser als FTTH mit einer Datenübertragungsrate von 200 MBit/s im Download und 100 MBit/s im Upload angeboten. Unter den Ausbaustädten waren Braunschweig, Brühl/Baden, Hannover, Hennigsdorf, Ingolstadt, Kornwestheim, Mettmann, Neu-Isenburg, Offenburg, Potsdam, Rastatt und Stade. Leider war der führende Netzbetreiber Deutschlands hier nicht besonders erfolgreich bei der Vermarktung. Deshalb konzentrierte sich der Konzern danach jahrelang weitgehend auf das Vectoring und baute kaum noch Glasfaser bis zum Endkunden.

Vom Telekom-Management wurde immer wieder erklärt, auf lange Jahre brauche niemand höhere Datenraten, als sie durch Vectoring erzeugt werden können. Erst im Mai 2018, nach vielen verlorenen Jahren, hatte Höttges auf der Hauptversammlung der Telekom erstmals wieder konkrete Zusagen zu FTTH gemacht : "Ab 2021 wird die Telekom jedes Jahr rund zwei Millionen Haushalte direkt mit Glasfaser anschließen."

Die Telekom hat ihr Youtube-Video(öffnet im neuen Fenster) auf "privat" gestellt, wodurch es nicht mehr verfügbar ist. Auch der Textbeitrag mit ausführlichen Zitaten aus dem Video wurde im Blog der Telekom gelöscht(öffnet im neuen Fenster) .


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