Konflikt mit China: Ohne Taiwan fehlen zwei Drittel aller Chips

Sollte China eine Blockade oder Besetzung von Taiwan umsetzen, hätte das verheerende Folgen für die Halbleiterfertigung - egal wo auf der Welt.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Die taiwanische Hauptstadt Taipeh.
Die taiwanische Hauptstadt Taipeh. (Bild: Daniel Shih /AFP via Getty Images)

Der Besuch der Sprecherin des US-amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan hat scharfe Kritik aus China provoziert: Vizeaußenminister Xie Feng soll von einer "ernsten Provokation" und einem "Verstoß gegen den Ein-China-Grundsatz" gesprochen haben. Das Verteidigungsministerium drohte mit einer militärischen Reaktion, schon am Dienstag wurden weitere Kampfjets entsendet und maritime Manöver mit Schießübungen geplant, um Taiwan einzuschüchtern.

Inhalt:
  1. Konflikt mit China: Ohne Taiwan fehlen zwei Drittel aller Chips
  2. Europa und USA legen vor

Abgesehen davon, dass jedweder Krieg furchtbares Leid für die Bevölkerung des angegriffenen Landes bedeutet, sind auch die Auswirkungen auf die globale Gemeinschaft nicht zu unterschätzen. Insbesondere Taiwan spielt eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Versorgung mit Halbleitern, eine Blockade oder Besetzung der Insel könnte für viele Wirtschaftsbereiche eine Katastrophe mit gigantischem Ausmaß erreichen.

Laut den Wirtschaftsanalysten von Trendforce hält Taiwan satte zwei Drittel des weltweiten Marktanteils an Halbleitern, zumindest mit Blick auf den Umsatz. Bei der Wafer-Kapazität sind es immer noch enorme 48 Prozent, wobei TSMC als größte Foundry des Planeten diese nahezu vollständig stellt. Kleinere Fertiger wie UMC oder PSCM spielen relativ betrachtet kaum eine Rolle, dennoch stemmen auch sie ihren Anteil.

Ohne Taiwan kommt die Halbleiterindustrie weitestgehend zum Erliegen

TSMC produziert Chips für nahezu alle Unternehmen weltweit: Neben großen CPU/GPU-Anbietern wie AMD, Apple, Intel, Nvidia oder Qualcomm fallen darunter auch Unmengen an Zulieferern aus der Automobil-Branche. Schon während der Covid-Lockdowns zeigte sich deren starke Abhängigkeit von Taiwan, da in den USA und Südkorea oder gar in Europa nur ein Bruchteil an Halbleitern hergestellt oder weiterverarbeitet wird.

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Denn ein Wafer oder ein vereinzeltes Die per se machen noch keinen funktionsfähigen Chip, erst durch das sogenannte Packaging entsteht ein solcher. Mit ASE sitzt das größte OSAT-Unternehmen (Outsourced Semiconductor Assembly & Test) ebenfalls in Taiwan, den Daten von Trendforce zufolge liegt der Marktanteil bei knapp einem Viertel - gefolgt von Amkor aus den USA und JCET aus China. Zählt man die ASE-Tochter SPIL mit dazu, kommt der OSAT-Anbieter gar auf über ein Drittel am weltweiten Marktanteil.

China ist sich dessen bewusst, weshalb die eigene Halbleiterindustrie seit Jahren mit Milliardeninvestitionen ausgebaut wird.

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Europa und USA legen vor 
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nomorenoless 05. Aug 2022 / Themenstart

Ich hätte jetzt eher die Schlacht um Changping angeführt... https://de.wikipedia.org...

leonardo-nav 05. Aug 2022 / Themenstart

Die Mehrheit der Taiwaner sieht sich mittlerweile primär als Taiwaner, höchstens sekundär...

Trollversteher 05. Aug 2022 / Themenstart

Trump ist in keine neuen Länder einmarschiert, das ist aber tatsächlich schon alles, was...

mnementh 04. Aug 2022 / Themenstart

Die Phillipinen?

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